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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Umweltindikatoren Hessen

Immissionen charakteristischer Luftschadstoffe

  1. Jahresmittelwerte für Stickstoffmonoxidkonzentrationen (NO), Stickstoffdioxidkonzentrationen (NO2) und Schwebstaubkonzentrationen (PM10 -Fraktion und PM2,5-Fraktion) [µg/m³,a]
  2. Anzahl der Überschreitungen der Informationsschwelle für Ozon (Ozonstundenmittelwerte > 180 µg/m³) pro Jahr - gemittelt über alle Stationen

 

Bedeutung

Erhöhte Konzentrationen von Luftschadstoffen können sowohl die menschliche Gesundheit gefährden als auch die Vegetation schädigen. In Städten ist der Verkehr neben Industrie und Hausbrand der größte Emittent von Feinstaub, Stickoxiden und anderen Ozon-Vorläufersubstanzen.

Immissionen bilden die Belastung durch luftgetragene Schadstoffe ab – also die Konzentration von Gasen und Stäuben, die in der Luft enthalten sind und schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen können. Da die Feinstaubfraktion PM2,5 besonders lungengängig ist, ist eine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung im Hinblick auf Atemwegserkrankungen bei hohen Konzentrationen nicht ausgeschlossen.

Definition

Der Indikator für die Luftqualität stellt die Außenluftkonzentration ausgewählter Luftschadstoffe dar. Dazu werden die Ergebnisse aus dem landesweiten Messnetz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie zur kontinuierlichen Überwachung der Luftqualität mit rund 30 Luftmessstationen genutzt (nähere Informationen finden sich in den lufthygienischen Jahresberichten). Hessen ist derzeit in die Ballungsräume Kassel und Rhein-Main sowie die Gebiete Lahn-Dill, Mittel- und Nordhessen sowie Südhessen eingeteilt. Dies entspricht den Anforderungen der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über Luftqualitätsstandards und Emissionshöchstmengen – 39. BImSchV). Die Standorte der Stationen sind so gewählt, dass eine flächendeckende Immissionsüberwachung über Hessen gewährleistet ist.

Für den Indikator werden aus der Fachdatenbank die Jahresmittelwerte als Kenngrößen zur Beschreibung der Langzeiteinwirkung für die Parameter Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM10) und Ozon (O3)entnommen. Die Werte werden über die jeweilige Stationskategorie (Städte, ländlicher Raum, Verkehrsschwerpunkte) gemittelt und als Konzentration in [µg/m³] dargestellt. Für Ozon wird zudem die Anzahl der Stundenmittelwerte, die eine Konzentration von 180 µg/m³ überschreiten, über die Stationskategorien Städte bzw. ländlicher Raum gemittelt und als Anzahl der Überschreitungen der Informationsschwelle für Ozon (Ozonstundenmittelwerte > 180 µg/m³) pro Jahr angegeben.

Mit der EU-Richtlinie für Luftqualität und saubere Luft in Europa wird als zusätzliches lufthygienisches Ziel die Reduzierung der durchschnittlichen deutschlandweiten Feinstaub-Exposition (PM2,5) angestrebt. Die Entwicklung der PM2,5-Exposition wird mit Hilfe des nationalen Indikators für die durchschnittliche Exposition (Average Exposure Indicator – AEI) beobachtet. Der AEI wird über alle für die Verfolgung dieser Größe in Deutschland ausgewählten 36 Messstellen im städtischen Hintergrund berechnet. Als Beitrag Hessens an der Ermittlung des AEI werden Messungen an drei Stationen durchgeführt. Deren Jahresmittelwerte der PM2,5-Konzentration werden für den Teilindikator „Jahresmittelwerte der Schwebstaubkonzentrationen (PM2,5-Fraktion)“ gemittelt und als Konzentration in [µg/m³] dargestellt.

Zur Orientierung sind nachfolgend die Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit für die Jahresmittel der dargestellten Parameter aufgeführt (nach 39. BImSchV):

  • NO2     40 µg/m³
  • PM10    40 µg/m³
  • PM2,5  25 µg/m³


Für Ozon legt die 39. BImSchV Zielwerte (also keine rechtsverbindlichen Grenzwerte) zum Schutz der menschlichen Gesundheit fest:

  • Im Mittel über drei Jahre sollte ab 2010 der maximale 8-Stunden-Mittelwert eines Tages (errechnet aus stündlich gleitenden 8-Stunden-Mittelwerten) 120 µg/m³ an nicht mehr als 25 Tagen pro Jahr überschreiten.
  • Zur Information der Öffentlichkeit wurden zusätzlich eine Informationsschwelle (180 µg/m³) und eine Alarmschwelle (240 µg/m³), basierend auf 1-Stunden-Mittelwerten, festgelegt.

Datenquelle

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie betreibt das landesweite Luftmessnetz, das die Daten für diesen Indikatorensatz liefert.

In den nachfolgenden Grafiken werden nur die Werte der letzten 20 Jahre abgebildet. Frühere Werte können ab dem Jahr 1990 auf Nachfrage geliefert werden.