Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Umweltindikatoren Hessen

Waldzustand – durchschnittlicher Nadel- und Blattverlust

  • Anteil der deutlich geschädigten Bäume der Stufe 2 und größer (Kombinationsschadstufe 2 - 4) [%] [1]

 

Bedeutung

Für die neuartigen Waldschäden ist ein Ursachenkomplex aus verschiedenen abiotischen und biotischen Faktoren mit zeitlicher und räumlicher Variation verantwortlich. Unbestritten gilt, dass der Schadstoffeintrag aus der Luft sowie Depositionen im Niederschlag eine besonders wichtige Rolle in diesem Ursachenkomplex spielen. Schadstoffeinträge in Wälder beeinflussen neben den oberirdischen Pflanzenteilen auch die Wurzeln der Bäume und führen zu Veränderungen im Wirkungsgefüge der Böden (Versauerung). Der Klimawandel und hierdurch bedingte Wetterextreme (z. B. Rekordsommer 2003 mit extrem trocken-warmer Witterung) üben zunehmend zusätzlichen Stress auf die Wälder aus.

Definition

Für den Vitalitätszustand der Wälder dient der Kronenzustand als Weiser. Die Erfassung der Waldschäden basiert daher auf einer Beurteilung der Baumkronen. Als wichtigste Kriterien werden hierbei die Nadel-/Blattverluste und die Vergilbung der Blattorgane vom Boden aus eingeschätzt (terrestrische Waldschadensaufnahme). Eine Zusammenführung dieser Schadkriterien ergibt fünf so genannte Kombinationsschadstufen (0 = ungeschädigt, 1 = schwach geschädigt, 2 = mittelstark geschädigt, 3 = stark geschädigt, 4 = abgestorben). Der Waldzustand wird in Hessen seit 1984 jährlich erfasst, die Erhebung wird in einem Raster von 8 x 8 km² durchgeführt. In der von den Waldschäden besonders betroffenen Rhein-Main-Ebene erfolgt seit 1994 eine Sondererhebung im 4 x 4 km² Raster. Dargestellt wird der Anteil der deutlich geschädigten Bäume aller Baumarten der Stufe 2 und größer (Kombinationsschadstufe 2 bis 4). Eine positive Entwicklung des Indikators zeigt sich im Rückgang der deutlich geschädigten Bäume, also in einer Abnahme des Indikatorwertes.

Datenquelle

Die Datenzusammenstellung erfolgt durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV).

[1] Diese Indikatoren gehören zu einem gemeinsamen Satz von 24 umweltspezifischen Nachhaltigkeitsindikatoren (Umweltindikatoren) des Bundes und der Länder (siehe Länderinitiative Kernindikatoren – LiKi), der erstmals 2004 von der Umweltministerkonferenz beschlossen wurde (UMK-Indikatoren).