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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Ausbreitung der Gottesanbeterin

Die Europäische Gottesanbeterin breitet sich aus

Der Klimawandel beeinflusst die Artengemeinschaften auf vielfältige Weise. Wärmelieben­de Arten, die bisher nicht in Hessen heimisch waren, können nun aus dem Mittelmeerraum einwandern. Unter den veränderten Klimabedingungen breiten sie sich aus und erzeugen reproduktive Nachkommen. Ein Beispiel dafür ist die Europäische Gottesanbeterin, eine Fangschreckenart. Ihr bevorzugter Lebensraum ist eine südliche, trocken-heiße Hanglage mit nicht zu hoher und nicht zu dichter Vegetation.

Definition und Auswertung

Seit 2017 wird das Vorkommen der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa) kontinuierlich dokumentiert. Die Informationen dazu kommen aus einem Citizen Science Projekt, das das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e. V. initiiert hat. Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, Beobachtungen der Europäischen Gottesanbeterin, möglichst mit einem Belegfoto, zu melden. Mehr Information zur Meldung der Gottesanbeterin gibt es hier.

Die Fundorte werden als Punkte auf einer Karte für das Land Hessen dokumentiert. Bei einer großen Anzahl von Fundmeldungen innerhalb eines Jahres wird eine jahresbezogene Darstellung bevorzugt, um eine ausreichende Übersichtlichkeit zu gewährleisten und die Überlagerung von Fundorten zu vermeiden.

Hinweis zur Interpretation der Auswertung

Die Europäische Gottesanbeterin ist flugfähig und breitet sich nicht strikt graduell aus. Auch können eine versehentliche Mitnahme im Auto oder ähnliche Vorkommnisse nicht ausgeschlossen werden. Meldungen von Einzelfunden müssen deshalb auch unter diesem Aspekt kritisch betrachtet werden. Andererseits gibt es bereits auch Nachweise über gehäufte Sichtungen in räumlich begrenzten Gebieten, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Gottesanbeterin sich in diesem Areal etabliert hat. In Folge des Klimawandels verbreitet sich die Gottesanbeterin nun auch zunehmend in nördlicheren Gebieten.