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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Rückgewinnung von Phosphor aus Abfällen

Phosphor ist ein limitierter und endlicher Rohstoff, der für alle Lebewesen von essentieller Bedeutung ist. Als Bestandteil der Nahrungskette und von biologischen Prozessen wie zum Beispiel Photosynthese, Energiestoffwechsel oder dem Aufbau von DNA/RNA ist Phosphor durch nichts zu ersetzen.

Die Verfügbarkeit der Phosphor-Vorkommen ist begrenzt und die abbauwürdigen Phosphate sind zudem immer stärker mit Schadstoffen wie Schwermetallen verunreinigt. Die Problematik der Verfügbarkeit von Phosphor verstärkt sich nicht nur durch die Tatsache, dass Deutschland und die EU zu über 90% von Importen abhängig sind, sondern auch weil die Abbauvorkommen auf wenige, z.T. politisch instabile Länder begrenzt sind. Die Europäische Kommission hat deshalb 2014 Phosphatgestein in die Liste kritischer Rohstoffe aufgenommen. Danach werden solche Rohstoffe als ‚kritisch‘ bezeichnet, deren Vorkommen auf wenige Staaten beschränkt und welche schwer zu substituieren sind, die eine geringe Recyclingquote aufweisen sowie eine hohe wirtschaftliche Bedeutung haben.

Nicht nur der Abbau von Phosphatgestein ist mit negativen Umweltauswirkungen verbunden. Die Nutzung von Phosphat durch die Lebensmittelproduktion führt durch Überdüngung und Abschwemmen sowie Einleitung in die Gewässer und Meere weltweit zu erheblichen Problemen der Ökosysteme.

Es ist daher notwendig, Stoffkreisläufe zu schließen und Phosphor aus verschiedenen Sekundärrohstoffen zurückzugewinnen. Dadurch werden die natürlichen Ressourcen geschont und die Abhängigkeit von den wenigen Exportländern minimiert. Vor diesem Hintergrund wurden die Aktivitäten zur Verfahrensentwicklung und Etablierung der Phosphorrückgewinnung in den letzten Jahren verstärkt. Nicht zuletzt wurden landesweite und nationale Vorgaben zur Rückgewinnung von Phosphor entwickelt.

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