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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Kfz-Verkehr

Erhebungsmethode

Im Gegensatz zu den Emittentengruppen Industrie, Kleingewerbe und Gebäudeheizung, bei denen die Emissionsquellen stationäre Anlagen darstellen, weist der Kfz-Verkehr bewegliche Schadstoffquellen auf. Die Emissionsermittlung für den Bereich Kfz-Verkehr erfolgt nicht anlagenbezogen (pro Fahrzeug), sondern wird streckenbezogen durchgeführt.

Im Folgenden wird die Methodik beschrieben, mit der 1995, 2000, 2005 und 2010 das Teilkataster Kfz-Verkehr erstellt wurde. Innerhalb dieses Emissionskatasters werden folgende Fahrzeugarten unterschieden:

  • Pkw
  • leichte Nutzfahrzeuge
  • schwere Nutzfahrzeuge
  • Busse
  • Krafträder.

Das vollständige Straßennetz Hessens dient als Datengrundlage. Dieses wird in fünf Straßenarten eingeteilt und ist außerdem nach innerorts bzw. außerorts untergliedert: Autobahnen, Bundesstraßen, Landesstraßen, Kreisstraßen und Gemeindestraßen.

Die Daten zu den Verkehrsmengen stammen vom Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen aus Verkehrszählungen in den Jahren 1995, 2000, 2005 und 2010. Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen ohne Zähldaten wird mit einem Modell für die Fahrleistung (gefahrene Kilometer) bestimmt, in das geo- und soziodemographische Daten eingehen. Der Anteil des modellierten Verkehrs beträgt etwa ein Fünftel an der Gesamtfahrleistung in Hessen.

Das Emissionsmodell basiert für die Erhebung 2010 auf den 2010 aktuellen Emissionsfaktoren (Quelle: Handbuch Emissionsfaktoren des Strassenverkehrs, Version 3.1, Stand Januar 2010, UBA Berlin), für die drei älteren Erhebungen wurde die Vorgängerversion 2.1, Stand Februar 2004, verwendet. Die Emissionsfaktoren werden pro Fahrzeugtyp für verschiedene Verkehrssituationen ermittelt. Die Zusammensetzung der Fahrzeugflotte ist ebenfalls Bestandteil des Modells. Die während der Warmlaufphase erhöhten Emissionen gehen als Kaltstartzuschläge in die Emissionsfaktoren ein. Neben den Abgasen aus dem fließenden Verkehr werden außerdem die Emissionen des ruhenden Verkehrs berücksichtigt, die sich aus den Verdunstungsemissionen des Kraftstoffs ergeben: Mittels spezieller Emissionsfaktoren werden die Verdunstungsverluste sowohl bei Heiß- und Warmabstellvorgängen als auch bei der Tankatmung erfasst. Abweichend vom Standardverfahren werden auch die nicht motorbedingten Feinstaubemissionen durch Abrieb und Aufwirbelung ermittelt und den Staubemissionen zugeschlagen.

Durch Verknüpfung aller genannten Elemente (Straßennetz, Verkehrsmengen und Emissionsmodell) lassen sich die Emissionen des Straßenverkehrs berechnen. Landesweite Emissionsdaten für die Quellengruppe Kfz-Verkehr liegen für die Jahre 1990/91, 1995, 2000, 2005 sowie für 2010 vor (davor sind die Emissionen nur in vier Untersuchungsgebieten erhoben worden).

Hier finden Sie weitere Informationen zu den emittierten Stoffen der Emittentengruppe Kfz-Verkehr.