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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Emittentengruppe Gebäudeheizung

Emittierte Stoffe

Im Teilkataster Gebäudeheizung werden Emissionen von anorganischen und organischen Gasen sowie von Stäuben erfasst. Die Ergebnisse für die Bezugsjahre 1994, 2000, 2006 und 2012 sind in der Tabelle aufgeführt.

Jahresemissionen der Gebäudeheizung in Hessen (1994, 2000, 2006 und 2012)
Komponenten
Emission [t/a]
 
1994  
2000  
2006  
 2012
Anorganische Gase
Kohlendioxid (CO2)
19.752.000  
18.450.000  
17.081.000  
13.291.000
Kohlenmonoxid (CO)
53.466  
52.669  
25.577  
56.648
Stickstoffoxide (angegeben als NO2)
14.338  
12.523  
10.884  
7.136
Schwefeldioxid (SO2)
16.034  
10.483  
7.350  
1.921
Lachgas (N2O)
147  
143  
135  
107
weitere Gase
81  
38  
37  
20
Organische Gase
NMVOC1)
6.043  
4.299  
1.901  
2.520
Methan (CH4)
1.003  
1.408  
1.032  
1.976
Stäube
Staub und Staubinhaltsstoffe
2.956  
1.1512)
9132)
1.987
  davon Feinstaub PM10
2.685  
1.079   
894   
1.930
 

1) flüchtige organische Verbindungen ohne Methan

2) Unsicherheit des Emissionswerts, siehe auch Text

Die o. g. weiteren anorganischen Gase sind gasförmige Fluor- und Chlorverbindungen. Der NMVOC-Emissionswert stellt einen Summenwert dar, der stofflich nicht weiter untergliedert ist. Der erhobene Emissionswert für die Stäube setzt sich zusammen aus den emittierten Mengen an Staub, organischen Komponenten (abhängig vom Erhebungsjahr) und Schwermetallen.

An dieser Stelle soll die Fußnote zum Staub-Emissionswert kurz erläutert werden. Ein im Jahr 2003 erschienenes Gutachten über Staubemissionen der Quellengruppe Gebäudeheizung in Deutschland weist einen bundesweiten Holzbrennstoff-Anteil am Endenergieeinsatz aus, der deutlich über dem in der hessischen Erhebung ermittelten Wert liegt. Ein Quellenstudium, welches im Rahmen der Erhebung für das Bezugsjahr 2012 erfolgte, bestätigt diese Erkenntnisse. Aus den Statistischen Berichten des Hessischen Statistischen Landesamtes, genannt sei hier exemplarisch die Hessische Energiebilanz 2012, lässt sich ableiten, dass in den früheren Erhebungen der Anteil der Festbrennstoffe nicht in der richtigen Relation erfasst wurde. Der Brennstoff Holz wurde zum Teil deutlich unterschätzt, die fossilen Brennstoffe Braun- und Steinkohle mehr oder weniger stark überschätzt. Durch Änderungen in der Erhebungsmethodik sowie bei den Emissionsfaktoren sind die Emissionen rückwirkend schwierig und nur unvollständig zu ermitteln. Je nach Stoff ergeben sich deutliche Unterschiede. Staubemissionen wurden 1994 und 2000 über- und 2006 unterschätzt. Kohlenmonoxid ist im Jahr 2006, die organischen Komponenten sind in den Jahren 2000 und 2006 höher als in der Tabelle angegeben. Bei den anderen Stoffen ergeben sich eher geringe Unterschiede.

Der Vergleich mit den übrigen Emittentengruppen zeigt, dass die Kohlenmonoxid- und die Kohlendioxid-Emissionen der Gebäudeheizung mit einem Drittel nennenswert zur Summe der entsprechenden Emissionen aller Emittentengruppen beitragen.

Zeitliche Entwicklung

Die Schadstoffemissionen im Bereich der Gebäudeheizung sind in den letzten Jahrzehnten insgesamt stark zurückgegangen. Hierfür sind mehrere Gründe verantwortlich:

  • Modernisierung von Heizanlagen
  • Energiesparmaßnahmen wie Wärmedämmung
  • Umstellung von Festbrennstoffen auf Gas oder Öl, Einsatz erneuerbarer Energien.

 

Das Betrachten der Entwicklung der Emissionen gestaltet sich schwierig. Neue Erkenntnisse im Bereich der Emissionsfaktoren bedingen sowohl Minderungen als auch Erhöhungen der stoffspezifischen Emissionen. Durch die oben beschriebenen Unsicherheiten beim Brennstoffmix, speziell beim Holz und bei den Kohlen, gibt es ebenfalls Abweichungen. Berücksichtigt man diese Faktoren, welche nur teilweise in die Emissionstabelle eingeflossen sind, kann keine allgemein gültige Aussage getroffen werden. Zwischen 1994 und 2012 gibt es für einige Stoffe Minderungen, z. B. für Stickstoffoxide (-40%), für Schwefeldioxid (-80%), für Kohlendioxid (-20%). Bei anderen Stoffen ermittelt man Zunahmen, z. B. beim Staub und beim Feinstaub (Verdoppelung, wenn man die Werte von 1994 mit aktuellen Erkenntnissen hochrechnet), ebenso bei Methan.