Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Emittentengruppe Kfz-Verkehr

Emittierte Stoffe

Das Teilkataster Kfz-Verkehr umfasst Emissionen von anorganischen und organischen Gasen sowie von Stäuben. Die Ergebnisse für die Erhebungsjahre 2000 bis 2015 sind in der Tabelle aufgeführt. Die Berechnungen für die Bezugsjahre 2000 und 2005 erfolgten mit den im Jahr 2005 aktuellen Emissionsfaktoren (Quelle: Handbuch Emissionsfaktoren des Strassenverkehrs, Version 2.1 / Feb. 2004, UBA Berlin), für das Bezugsjahr 2010 wurden die neueren Emissionsfaktoren des Strassenverkehrs in der Version 3.1, Stand Januar 2010, verwendet. Die Berechnungen für das Bezugsjahr 2015 erfolgten mit den im Jahr 2015 aktuellen Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs in der Version 3.3, Stand April 2017.

Jahresemissionen des Kfz-Verkehrs in Hessen (2000 bis 2015)
Komponenten

Emission [t/a]

 
 

2000 

2005 

2010 

2015
Anorganische Gase
Kohlendioxid (CO2)

14.766.000  

13.754.000  

13.991.000  

14.480.000
Kohlenmonoxid (CO)

192.620

106.920 

101.850 

80.617
Stickstoffoxide (angegeben als NO2)

74.182 

54.813 

46.211 

44.717
Schwefeldioxid (SO2)

1.539 

68 

70

70
Ammoniak (NH3)

1.139 

958 

1.668 

1.426
Lachgas (N2O)

366 

267

309 

366
Organische Gase 
NMVOC1)

20.032 

9.985 

5.949 

5.231
Methan (CH4)

847 

416 

359

337
Stäube 
Staub und Staubinhaltsstoffe

4.761 

4.176 

3.672 

3.174
  davon Feinstaub PM10

4.761 

4.176 

3.672

3.174
  

1) flüchtige organische Verbindungen ohne Methan

 

Der NMVOC-Emissionswert stellt einen Summenwert dar, der (bis auf Einzelangaben zu Benzol, Toluol und Xylol) stofflich nicht weiter aufgeschlüsselt ist. Der Staub-Emissionswert wird mithilfe des Emissionsfaktors für Partikel berechnet und ist ebenfalls nicht weiter untergliedert (nur für den Anteil Dieselruß liegen Angaben vor).

 

Der Parameter NMVOC setzt sich aus den Emissionen des fließenden und des ruhenden Verkehrs zusammen. Die Verdunstungs- und Tankatmungsemissionen stellen in den Jahren 2000 bis 2005 etwa ein Viertel des NMVOC-Emissionswerts dar, mit den neuen, in einer geänderten Systematik erstellten Emissionsfaktoren reduziert sich für 2015 dieser Anteil auf etwa 4 Prozent.

Bei den Stäuben ist durch eine geänderte Emissionsmodellierung eine Differenzierung zwischen Emissionen aus dem Auspuff (motorbedingt) und Emissionen durch Aufwirbelung und Abrieb (nicht motorbedingt) möglich. Bei den Auswertungen fällt auf, dass der nicht motorbedingte Emissionsanteil am Feinstaub stetig ansteigt, und zwar von 53 % im Jahr 2000 auf 60 % im Jahr 2005 und 65 % im Jahr 2010 auf nunmehr 78 % im Jahr 2015.

Im Vergleich zu den übrigen Emittentengruppen fallen die Jahresemissionen an Kohlenmonoxid, Stickstoffoxiden und Staub/PM10 beim Kfz-Verkehr sehr hoch aus. So stammen beispielsweise im Jahr 2010 circa 60 % der gesamten hessischen Kohlenmonoxid- bzw. der Stickstoffoxid-Emissionen vom Kfz-Verkehr.

Zeitliche Entwicklung

Im Bereich des Straßenverkehrs, der seit Jahrzehnten stetig zugenommen hat, ließ sich in den 80er Jahren noch kein Emissionsrückgang feststellen; dieser setzte - anders als beispielsweise bei der Industrie oder Gebäudeheizung - erst danach ein. Inzwischen hat eine Reihe unterschiedlicher Maßnahmen zu einer deutlichen Reduzierung der durch den Kfz-Verkehr emittierten Schadstoffmengen geführt. Die Maßnahmen setzen auf mehreren Ebenen an: beim Motor, bei der Abgasreinigung sowie bei der Kraftstoffzusammensetzung. Die wichtigsten Änderungen sind im Folgenden aufgezählt:

  • Verbesserung der Motortechnik

  • Einführung des Katalysators (Emissionsverringerung von CO, NOx und VOC)

  • Verwendung von bleifreiem Benzin

  • Senkung des Schwefelgehalts im Treibstoff.

Wie aus der Tabelle hervorgeht, sind die Emissionen des Kfz-Verkehrs bei den meisten Schadstoffen durchgängig gesunken.
Während über den betrachteten Zeitraum zwischen 2000 bis 2015 für Schwefeldioxid die Emissionen extrem um 95 % zurückgingen, variierte die Abnahme der anderen Komponenten zwischen sehr gering für Kohlendioxid (ca. 2 %) und sehr stark bei Kohlenmonoxid (ca. 58 %) bzw. den organischen Gasen (ca. 60 – 74 %). Die Ausnahme bildet Ammoniak mit einer Zunahme um ca. 25 %.

Es ist hierbei zu beachten, dass die Fortschreibung für das Jahr 2015 mit einem geänderten Modell berechnet wurde, welches tendenziell höhere Emissionen als Ergebnis hervorbringt. Explizit seien hier die Stoffe Ammoniak und Lachgas genannt, dessen starke Zunahme auf die neuen aktualisierten Emissionsfaktoren von HBEFA 3.1 und HBEFA 3.3 zurückzuführen ist. Bei den meisten anderen Stoffen werden die in der Regel höheren Faktoren für den Altbestand (Fahrzeuge bis 2005) durch deutlich niedrigere Werte für die neuen Fahrzeuge nach 2005 kompensiert.