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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Benzol

Benzol ist eine farblose Flüssigkeit von charakteristischem Geruch mit einem Siedepunkt von 80° C. Die Mischbarkeit mit Wasser ist nur geringfügig. Ein Benzolmolekül (C6H6) besteht aus einem planaren Sechsring, an dessen Ecken sich Kohlenstoffatome mit jeweils einem Wasserstoffatom befinden; aufgrund seiner Elektronenverteilung stellt es eine aromatische Verbindung dar. Die Stoffe Benzol, Toluol und Xylol werden zusammenfassend als BTX-Aromaten-Fraktion bezeichnet.

Benzol wird heute hauptsächlich in Verfahren auf Erdölbasis gewonnen. Es dient in der chemischen Industrie als wichtiges Lösungsmittel und Ausgangsprodukt für eine Vielzahl von Verbindungen. Außerdem ist Benzol ein Bestandteil von Benzin. Wegen seiner hohen Giftigkeit ist der Umfang der genannten Anwendungsgebiete im Lauf der Jahre reduziert worden. Der Hauptanteil der Benzolemissionen geht auf den Kfz-Verkehr zurück; dabei gelangt das Benzol über die Abgase sowie über Verdunstungsprozesse in die Außenluft.

Benzol wird in der Atmosphäre von OH-Radikalen abgebaut. Seine mittlere Lebensdauer liegt bei 10 Tagen; die Verweilzeit variiert aber je nach atmosphärischer Reaktivität.

Physiologisch wirkt Benzol als starkes Gift, das zu Schwindel, Erbrechen und Bewusstlosigkeit führt. Chronische Vergiftungen rufen eine Schädigung des Knochenmarks, der Leber und der Nieren sowie Leukämie hervor. Benzol hat sich als krebserzeugend erwiesen.

In der 39. BImSchV wird für Benzol folgender Grenzwert zum Schutz vor Gesundheitsgefahren angegeben:

  • Jahresmittel : 5 µg/m3.

Den zeitlichen Verlauf der Benzol-Jahresmittelwerte an einzelnen Messstationen zeigt folgende Graphik. Die Konzentrationen weisen einen abnehmenden Trend auf, der überwiegend auf emissionsmindernde Maßnahmen im Verkehrsbereich zurückgeht.

Gemessene Benzol-Konzentrationen: