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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Kohlenwasserstoffe (CnHm)

In der Atmosphäre sind Tausende von verschiedenen Kohlenwasserstoffverbindungen vorhanden:

- Methan weist hierbei Messwerte um 1 mg/m3 auf

- etwa 20 Komponenten liegen im Konzentrationsbereich 10 - 100 µg/m3

- bis zu 100 Komponenten sind im Konzentrationsbereich 1 - 10 µg/m3 zu finden

- die Zahl an nachweisbaren Komponenten steigt im Bereich geringerer Konzentrationen stark an.

Wegen des hohen analytischen Aufwandes für den Nachweis einzelner Kohlenwasserstoffverbindungen und der Vielzahl der zu überwachenden Komponenten werden die Kohlenwasserstoffe im Allgemeinen als Summenwert gemessen. Damit ist es zumindest möglich zu erkennen, ob eine besondere Anreicherung von Kohlenwasserstoffen vorliegt. Messtechnisch erfasst wird zum einen die Summe der Kohlenwasserstoffe und zum anderen die Einzelkomponente Methan; als Messergebnis wird in der Regel die Summe der Kohlenwasserstoffe ohne Methan angegeben (die hohen Methanwerte werden subtrahiert, weil sie sonst die Konzentrationswerte aller übrigen Kohlenwasserstoffe überdecken würden).

Natürlich ist es das Ziel der Immissionsüberwachung, den Messwert über die Summe der Kohlenwasserstoffe durch Aussagen über die Immissionskonzentration der von der Masse oder der Toxizität her relevanten Komponenten zu ersetzen. Die Entwicklung von Prozessgaschromatographen ist ein Schritt in diese Richtung; bei der Einzelstoffbestimmung von Benzol, Toluol und Xylol finden diese bereits routinemäßig Einsatz. Erste Feldmessungen von ca. 30 flüchtigen organischen Verbindungen, die als Ozonvorläufersubstanzen im Anhang der 3. EG-Tochterrichtlinie aufgeführt sind, sind ab Frühjahr 2003 vorgesehen.

Bei den Kohlenwasserstoffen, die von chemischer Industrie, Gewerbetrieben sowie privatem Verbrauch und Handwerk abgegeben werden, dominieren Lösungsmittel und leichtflüchtige Verbindungen wie Benzin. Auch durch unvollständige Verbrennung werden Kohlenwasserstoffe in erheblichen Mengen emittiert (insbesondere vom Kfz-Verkehr). Biogene Quellen tragen ebenfalls erheblich zur Kohlenwasserstoffkonzentration in der Atmosphäre bei; Pflanzen (hauptsächlich Nadelbäume) setzen große Mengen an flüchtigen organischen Komponenten frei.

Die meisten der in der Luft anzutreffenden Kohlenwasserstoffe sind aus lufthygienischer Sicht als unbedenklich, ein geringer Anteil ist aber auch als kritisch zu bezeichnen. Wegen dieser völlig unterschiedlich zusammengesetzten Komponentenmischung ist eine Bewertung der Kohlenwasserstoff-Summenkonzentrationswerte nicht möglich. Neben der rein lufthygienischen Betrachtung sind die Kohlenwasserstoffe in einem anderen Zusammenhang von Bedeutung: Sie tragen (gemeinsam mit den Stickstoffoxiden) als Ozon-Vorläufersubstanzen zum Problemkreis Sommersmog bei.

Den zeitlichen Verlauf der Kohlenwasserstoff-Jahresmittelwerte an einzelnen Messstationen zeigt folgende Graphik. Die Konzentrationen sind im dargestellten Zeitraum zurückgegangen.

Die Messung der Komponente "Kohlenwasserstoffe ohne Methan" wurde ab dem 01.01.2006 eingestellt.

Gemessene Kohlenwasserstoffe-Konzentrationen: