Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

4. Hessischer Klimaempfang

03. Juni  2014, Schloss Biebrich
Prof. Dr. Dr. Peter Höppe, Münchener Rückversicherung, zu Gast in Wiesbaden

Dr. Thomas Schmid, der Präsident des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG), begrüßte zum vierten Mal ca. 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zum Klimaempfang 2014 im Schloss Biebrich. Wie in den Jahren zuvor wurde der 4. Hessische Klimaempfang organisiert und ausgerichtet durch das Fachzentrum Klimawandel Hessen im HLUG.

Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betonte in ihrer Eröffnungsrede den Klimaschutz als Schwerpunktthema der neuen Landesregierung. Im Rahmen der anstehenden Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes Hessen 2020 soll durch die Analyse der gegenwärtigen Klimaschutzmaßnahmen sowie über die Entwicklung weiterführender und zukunftsweisender Aktivitäten ein abgestimmtes Gesamtpaket zur Senkung der CO2-Emissionen entstehen. Das Klimaschutzkonzept Hessen 2020 ist Teil des nationalen Klimaschutzplans zur Erreichung der Klimaschutzziele in der Bundesrepublik bis 2020.

Die Ministerin setzt bei der effektiven Umsetzung der Klimaschutzziele auf eine breite Beteiligung aller Akteure sowie Akzeptanz innerhalb involvierter Gruppen. Im Fokus stehen dabei vier Kernthemen:

  • Das Thema Wald hinsichtlich der nachhaltigen Bewirtschaftung als natürlicher Kohlenstoffspeicher und dessen Schutz als vulnerables Ökosystem.
  • Das Thema Energie mit dem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien in Hessen bis 2050 auf 100% auszubauen. Die Ausweisung von 2% der Landesfläche als Vorrangflächen für Windenergie und Nachrüstung alter Windkraftanlagen soll dieses Ziel unterstützen.
  • Das Thema Wohnen in den Bereichen energieeffizientes Bauen und energetische Sanierung, letzteres auch stadtteilübergreifend, beispielsweise durch die Nutzung dezentraler Energiesysteme.
  • Das Thema Verkehr hinsichtlich der Durchsetzung ambitionierter CO2-Grenzwerte für Verbrennungsmotoren sowie weitreichende Förderungsmöglichkeiten von Elektrofahrzeugen, unter anderem über die Einrichtung eines flächendeckenden Netzes von Stromtankstellen.

Die schriftliche Rede der Ministerin können Sie hier herunterladen. Im Sinne des Medienrechts gilt das gesprochene Wort.

Der Gastredner Prof. Dr. Dr. Peter Höppe von der Münchener Rückversicherung, dort Leiter des Fachbereiches GeoRisikoForschung/Corporate Climate Centre, gab einen umfassenden und globalen Überblick über die Ursachen des Klimawandels und dessen Folgen weltweit. Basierend auf den neuesten Berichten des IPCC sowie den Aussagen im Rahmen des Weltwirtschaftsforums 2014 in Davos ist die Fachwelt überzeugt davon, dass der Klimawandel nicht nur ein ökologisches, sondern gleichzeitig auch ein immenses ökonomisches Problem darstellt.

Datenerhebungen der Münchener Rückversicherung über wetterbedingte Schadensereignisse seit 1980 zeigen eine Verdreifachung der weltweiten Anzahl von Schadensereignissen bei gleichzeitigem Anstieg der Schadenssumme, entsprechend dem Bevölkerungs- und Wertewachstum. Dabei ist zu beachten, dass Extremereignisse in anderen Ländern und Regionen hierzulande oft nicht wahrgenommen werden, weil die Bevölkerung des eigenen Landes nicht unmittelbar davon betroffen ist. Auch die für Deutschland seit 1970 erhobenen Daten bestätigen diesen Trend. Der größte Schadensanteil wird dabei durch Gewitter- und Hagelstürme sowohl im Sommer als auch im Winter verursacht. Die Jahre 2002 und 2013 waren durch die Überschwemmungen die teuersten Schadensjahre Deutschlands.

Dass der Anstieg der globalen Schadensfälle nicht auf die verbesserte Datenerfassung zurückzuführen ist, sondern tatsächlich mit atmosphärischen Veränderungen einhergeht, belegen die Daten über die Anzahl der globalen schadensrelevanten Naturereignisse. Während die geophysikalischen Ereignisse (Erdbeben) kaum einer Veränderung unterliegen, sind bei den meteorologischen Ereignissen (Stürme), den hydrologischen Ereignissen (Überflutungen, Muren) sowie bei den klimatologischen Ereignissen (extreme Temperaturen, Dürre, Feuer) signifikante Anstiege zu verzeichnen.
Die Präsentation können Sie hier herunterladen.

Wie auch in den Jahren zuvor, führte der hr-Moderator Thomas Ranft durch das Programm.

Die Veranstaltung wurde gemäß dem STOP CLIMATE CHANGE Standard als klimafreundlich zertifiziert.