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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wasser

Veränderungen des Wasserhaushalts haben weitreichende ökologische und ökonomische Konsequenzen. Neben der Beeinflussung des Pflanzenwuchses und damit des Ernteertrages sind insbesondere unsere Flüsse und das Grundwasser von Änderungen der Niederschlags- und Verdunstungshöhe betroffen. Müssen wir in Zukunft häufiger mit Hochwasser rechnen? Oder mit Niedrigwasser? Oder mit beidem? Wird weiterhin überall genügend Grundwasser verfügbar sein? Wird sich die Wasserqualität verändern? Und wie reagieren Tiere und Pflanzen auf die Veränderungen?

Klimaprojektionen für Hessen zeigen im Jahresmittel kaum Veränderungen der Niederschlagshöhe, allerdings besteht eine Tendenz zu mehr Winter- und weniger Sommerniederschlägen, die mit fortschreitendem Klimawandel deutlicher wird. Erwartet wird daher eine Umverteilung der Gewässerabflüsse hin zu verstärkten Abflüssen im Winter- und geringeren Abflüssen im Sommerhalbjahr. Die spätsommer- und frühherbstlichen Niedrigwasserstände dürften dabei noch geringer ausfallen. Änderungen extremer Hochwässer zeigen keine eindeutigen Signale, während mittlere Hochwasserereignisse im Winter zunehmen könnten. Mit einer erhöhten Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen und damit verbundenen Sturzfluten, auch fernab von größeren Gewässern, muss gerechnet werden.

Der Klimawandel führt in hessischen Seen, Flüssen, Bächen und Quellen zu höheren Wassertemperaturen. Hohe Sommertemperaturen verbunden mit niedrigen Wasserständen führten dabei schon z. B. 2003, 2006 und 2015 zu Schädigungen von Flora und Fauna verschiedener Gewässer sowie zu Beeinträchtigungen von auf Kühlwasser und Wasserableitung angewiesenen hessischen Industriebetrieben. Die generelle Erhöhung der Wassertemperatur könnte zur Einwanderung bisher nicht in Hessen heimischer Arten und damit zu einer Veränderung existierender Ökosysteme führen.

In Hessen werden 95 % des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen, welches vorwiegend im Winterhalbjahr neu gebildet wird. Derzeit wird in Hessen jährlich ca. fünfmal mehr Grundwasser gebildet als verbraucht. Aufgrund der projizierten Zunahme der Winterniederschläge ist die hessische Grundwasserversorgung trotz Anstiegs der Verdunstung voraussichtlich nicht gefährdet. Allerdings wird aufgrund der jahreszeitlichen Niederschlagsverschiebung zukünftig mit stärkeren Schwankungen zwischen hohem Grundwasserstand im Winter und tiefem im Sommer zu rechnen sein.


Projekte, die das FZK zu diesem Themenbereich beauftragt hat.