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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Seen und Badegewässer

Monitoring Seen

Die Seen in Hessen sind überwiegend nicht natürlichen Ursprungs, sondern künstlich durch Menschenhand geschaffen. Die Seen sind häufig Abgrabungsseen, die durch die vorherige Ausbeutung von Kies in den Auen- und Flusslandschaften – Baggerseen - oder durch die Ausbeutung von Kohle im Tagebauverfahren – Tagebauseen - entstanden sind. Während die Baggerseen meistens flach gestaltet und daher ungeschichtet sind, weisen die Tagebauseen große Tiefen auf und sind deshalb in der Sommerzeit häufig thermisch geschichtet.
Andere Seen sind eigentlich Fließgewässer, die aus wasserwirtschaftlichen Gründen, etwa des Hochwasserschutzes oder der Niedrigwassererhöhung aufgestaut sind und infolge der limnologischen Eigenschaften als See betrachtet werden. Hochwassertalsperren sind eher kleine Stauseen mit einer geringen Tiefe, die schnell durchflossen werden und häufig als Flussseen betrachtet werden können. Die beiden großen Talsperren an der Eder und der Diemel sind hingegen tiefe, geschichtete Talsperren, die vorwiegend für die Schifffahrt der Weser in niederschlagsarmen Zeiten errichtet wurden und betrieben werden.
Hinzu kommen Altrheinseen, die eine ein- oder auch zweiseitige Anbindung an den Rhein haben. Diese Seen sind als natürliche Seen zu betrachten.

Die Seen, die eine Fläche von > 50 ha aufweisen, werden nach den Kriterien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bzw. nach der Oberflächengewässerverordnung untersucht und im Hinblick auf ihr ökologisches Potenzial bewertet. Hauptkriterien sind die biologischen Qualitätskomponenten Phytoplankton (Algen der Freiwasserzone), Wasserpflanzen, Aufwuchsalgen und die wirbellosen Tiere im ufernahen Bereich. Die Bewertung erfolgt innerhalb der jeweiligen Seetypen, die zuvor definiert worden sind.  Als unterstützende Komponenten zur Bewertung dienen weiterhin allgemeine physikalisch-chemische Kriterien wie der Phosphorgehalt und die Sichttiefe nebst der Seeuferklassifizierung als hydromorphologische Komponente.
In Hessen sind 12 Seen > 50 ha zwingend nach den Grundsätzen der der Wasserrahmenrichtlinie zu untersuchen, zu bewerten und zu bewirtschaften. Diese Seen werden in einem zeitlichen Abstand zwischen 3 und 6 Jahren anhand der Biokomponente Phytoplankton bewertet. Zusätzlich wurden 6 kleinere Talsperren (10-50 ha), die eigene WRRL-Wasserkörper bilden, nach diesem Verfahren  untersucht und bewertet. Die Anwendung der Verfahren weiterer Biokomponenten wurde bisher an einigen Seen exemplarisch durchgeführt. Dies gilt auch für die Klassifizierung der Seeufer, die eine Aussage über die strukturellen und hydrologischen Lebensräume erlaubt.

Bei den sonstigen kleineren Seen – in Hessen gibt es weitere 63 Seen mit einer Fläche von mehr als zehn Hektar - erfolgen die Untersuchungen anhand der Trophiekriterien, der Biomasse der Algen, der Sichttiefe und des Nährstoffgehaltes, um daraus die Trophieklasse nach LAWA (Bund-Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) zu ermitteln. Hierzu gehören vor allem die Badeseen, die in ihrem Badegewässerprofil eine entsprechende Beschreibung der Gewässergüte erfordern.
In Hessen sind über 65 Badestellen gemeldet, die nach den Qualitätskriterien der Badegewässerverordnung zu überwachen und zu bewerten sind. Für diese Überwachung der Badeseen sind die örtlichen Gesundheitsämter zuständig, die die Badestellen vor und während der Badesaison hinsichtlich der hygienischen Kriterien, d. h. im Hinblick auf mikrobielle Indikatorkeime untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse werden vor Ort und auf einer Badeseen-Internetseite veröffentlicht, die mit dieser Seite verlinkt ist.