Daten für Klimaanpassungskonzepte in Hessen
Zur Erstellung von kommunalen Klimaanpassungskonzepten bedarf es einer Analyse der Ist-Situation und der möglichen Risiken für das betrachtete Gebiet. Auf dieser Grundlage können dann zielgerichtet Maßnahmen ausgearbeitet werden. Um Klimaanpassungskonzepte erstellen zu können, benötigen die Klimaanpassungsmanagenden Daten von der Landesverwaltung. Hier listen wir alle Datenquellen auf, die zur Erstellung von Klimaanpassungskonzepten bereits zur Verfügung stehen und genutzt werden können.
Zusätzlich zu den Daten stellen wir eine Liste kritischer und sensitiver Infrastrukturen in Kommunen zur Verfügung. Diese hilft dabei sich einen Überblick zu verschaffen, wo insbesondere Maßnahmen getroffen werden müssen, sollten diese Infrastrukturen, Einrichtungen oder Orte bei der Analyse der Klimarisiken als risikoreich identifiziert werden. Diese ist als Hinweisliste zu verstehen.
Landesweite Daten zum Klima der Vergangenheit
Im "Witterungsbericht" werden Flächenmittelwerte für Hessen als Zeitreihen sowie Karten für Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer für Vergangenheit und Gegenwart abgebildet. Dargestellt werden Analysen auf Jahres-, Jahreszeiten- und Monatsbasis, ergänzt um Auswertungen des Jahresgangs. Mit dem Witterungsbericht lassen sich aktuell beobachtete Witterungsanomalien schnell und bequem in die langjährigen Klimaveränderungen in Hessen einordnen.
Die Daten können im Klimaportal Hessen angesehen oder als .csv-Datenreihe, als PDF oder als Bild heruntergeladen werden.
Daten hieraus sind wie folgt zu zitieren: Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Realisierung: Meteotest, © HLNUG
Stationsdaten zum Klima der Vergangenheit
In “Wetterextreme” werden lokale Klimainformationen der Messstellen in Hessen und Umgebung für Vergangenheit und Gegenwart dargestellt. Die enthaltenen Analysen basieren auf Tages- und z.T. auch Stundendaten von ca. 80 langjährig verfügbaren Klimastationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und mehr als 300 Niederschlagsstationen von DWD und HLNUG. Pro Klimastation sind mehr als 30 Grafiken zur Visualisierung, Bewertung und Trendentwicklung langjähriger Klimazeitreihen und extremer Wetterereignisse (z.B. Hitzewellen, Dürreperioden und Starkniederschläge) enthalten. Für die jeweiligen Stationen enthaltene Daten werden tagesaktuell (bis zum gestrigen Tag) dargestellt.
Die Daten können im Klimaportal Hessen angesehen oder als .csv-Datenreihe, als PDF oder als Bild heruntergeladen werden.
Daten hieraus sind wie folgt zu zitieren: Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Realisierung: Meteotest, © HLNUG
Für Experten: Die DWD-Daten stehen auch direkt zum Download im Climate Data Center zur Verfügung. Hiermit können dann eigene, weiterführende Auswertungen gemacht werden.
In “Klima der Zukunft” werden Projektionen der zukünftigen Klimaentwicklung in Hessen bis ins Jahr 2100 dargestellt. Diese basieren auf dem „Klimaschutz“- (RCP 2.6) und dem „Kein Klimaschutz“-Szenario (RCP 8.5). Den Auswertungen liegen auf einem hochaufgelösten Raster basierende Naturraumdaten für Hessen sowie Ensembledaten von rund zehn verschiedenen Klimamodellen zugrunde. Dargestellt werden Flächeninformationen von Temperatur und Niederschlag (Mittelwerte und Kenntage) für verschiedene Perioden (Jahre, Jahreszeiten, Monate) sowie Jahresgänge als Vergleich beider Szenarien.
Die Daten können im Klimaportal Hessen angesehen oder als GridAscii-Daten heruntergeladen werden.
Daten hieraus sind wie folgt zu zitieren: Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Realisierung: Meteotest, © HLNUG
Die neuen Szenarien (CMIP 6) sollen noch dieses Jahr im Klimaportal zur Verfügung gestellt werden.
Im Deutschen Klimaatlas können ein weiteres Szenario (RCP 4.5) und weitere Parameter eingesehen werden. Diese Auswertungen sind nur als PDF herunterladbar.
Landesweite Hitze-Karten
Hitze im Sommer 2018 - maximale Landoberflächentemperaturen
Die Karte zeigt flächendeckend die maximalen Landoberflächentemperaturen im Sommer (Juni, Juli, August) 2018. Die räumliche Auflösung beträgt 1 x 1 km. Für eine Fläche von einem Quadratkilometer (Pixel) gibt es also einen Messwert. Die Temperaturen einzelner Oberflächen innerhalb dieser Fläche können dabei durchaus höher (oder geringer) sein, dargestellt wird der Mittelwert des gesamten Pixels.
Mittlere Hitzebelastung im Sommer 2001-2020
Die Karte zeigt die mittleren Oberflächentemperaturen der Sommermonate (Juni, Juli, August) im Zeitraum von 2001 bis 2020. Zunächst wurde für jedes Pixel die mittlere Temperatur für jeden Sommer berechnet, daraus der Temperaturmittelwert über die gesamten 20 Jahre gebildet und sodann einer der sieben Klassen „sehr kühl“ bis „dauerheiß“ zugeordnet. Während die vorherige Karte also die maximale Landoberflächentemperatur für lediglich ein einzelnes Jahr wiedergibt, zeigt diese Karte eine Einordnung des Mittelwerts (Perzentilzuordnung) von 20 Jahren (2001-2020).
Im Hitzeviewer können beide Analysen als PDF ausgegeben oder als Bilddatei heruntergeladen werden.
Die Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG (Datenaufbereitung: Kompetenzstelle für Fernerkundung); Kartenhintergrund GeoBasis-DE / BKG 2013, Landoberflächentemperaturen NASA Terra MODIS
Kommunale Hitze-Karten
Cold Spots und Hot Spots
Im Hitzeviewer Hessen können die Cold Spots und Hot Spots für alle Kommunen einzeln (Klick auf das Gemeindegebiet in der Karte) abgerufen werden. Für die Analyse wurde die durchschnittliche Oberflächentemperatur des gesamten Gemeindegebiets für einen Tag (24.07.2019) ermittelt. Die Temperaturen der einzelnen Oberflächen unterscheiden sich selbstverständlich von diesem Mittelwert. Blautöne zeigen Gebiete der Kommunen, die kühler als die Oberflächen-Mitteltemperatur der Kommune sind und Rottöne zeigen Bereiche, die wärmer als die Oberflächen-Mitteltemperatur der Kommune sind. Somit werden die Cold Spots und Hot Spots sichtbar.
Hitzebelastungsindex
In dieser Darstellung des Hitzebelastungsindex werden, im Gegensatz zur Cold Spot und Hot Spot Analyse, ausschließlich urbane Flächen (versiegelte bzw. bebaute Flächen) betrachtet. Analysiert wird der 24.07.2019 (wolkenfreier Tag in ganz Hessen). Die im Hintergrund gezeigten Flächen stammen von einer digitalen Luftbildaufnahme und dienen zur besseren Orientierung. Diese Analyse steht für alle Kommunen Hessens zur Verfügung.
Die Daten können im Hitzeviewer Hessen angeschaut oder als PDF gedruckt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Geodaten (ESRI ArcGIS) herunterzuladen.
Die Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG (Datenaufbereitung: Kompetenzstelle für Fernerkundung); Kartenhintergrund HVGB, Landoberflächentemperaturen NASA Landsat-8 TIRS
Landesweite Starkregen-Hinweiskarte
Die Starkregen-Hinweiskarte für Hessen vermittelt eine erste Übersicht der Gefährdungslage bei Starkregen. Sie soll Kommunen dabei unterstützen, ihre eigene Situation besser einschätzen zu können. Die Karte basiert auf Beobachtungen von Niederschlag, Topographie und Versiegelungsgrad. Zusätzlich ist die Vulnerabilität (kritische Infrastrukturen, Bevölkerungsdichte und Erosionsgefahr) enthalten. Sie hat eine relativ grobe Auflösung von 1 km².
Die Karte kann im Starkregenviewer Hessen angesehen werden. Zudem wird die Karte als hochaufgelöstes PDF und als GIS-Projekt zur Verfügung gestellt.
Diese Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG (erstellt durch Forschungszentrum Jülich / Universität Hannover), Kartengrundlage: HVBG
Kommunale Fließpfadkarten
Kommunale Fließpfadkarten eignen sich für kleinere Ortschaften oder Ortsteile, besonders im ländlichen Raum. Sie zeigen (in einer Auflösung von 1 m²) eine erste Übersicht der potenziellen Fließpfade, die das Regenwasser bei einem Starkregenereignis nehmen würde. Einbezogen werden Hangneigungen in unterschiedlichen Abstufungen, Landnutzungen und Gebäudeinformationen. Die Fließpfade werden mit einem Puffer von 20 m dargestellt, um die Gefährdung von Gebäuden oder anderer Infrastruktur besser sichtbar zu machen.
Die Fließpfadkarten können im Starkregenviewer Hessen angeschaut und als PDF ausgegeben werden. Zudem werden die Geodaten (ESRI ArcGIS) mit Klick auf die eigenen Kommune im Viewer zur Verfügung gestellt.
Diese Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG (erstellt durch Hochschule RheinMain)
Der Erosionsatlas Hessen stellt neben einzelnen Erosionsfaktoren die potenzielle Bodenerosion durch Wasser nach der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG) für verschiedene Bodennutzungsszenarien bereit. In Hessen wird Bodenerosion vor allem durch Niederschlagswasser ausgelöst, während die Erosion durch Wind eine untergeordnete Rolle spielt. Um die Erosionsgefährdung auf Ackerflächen zu bewerten und somit eine Grundlage zur gezielten Bekämpfung von Bodenerosion zu erhalten, gibt es unterschiedliche Modelle. Ein weit verbreitetes, empirisches Erosionsmodell ist die Allgemeine Bodenabtragsgleichung (ABAG) nach Schwertmann et al. (1987). Diese wird wie folgt berechnet:
A = R * K * S * L * C * P mit
- A = langjährig zu erwartender, mittlerer Bodenabtrag [t/(ha*a)]
- R = Regenerosivitätsfaktor
- K = Bodenerodierbarkeitsfaktor
- S = Hangneigungsfaktor
- L = Hanglängenfaktor
- C = Bodenbedeckungs- und Bodenbearbeitungsfaktor
- P = Faktor zur Berücksichtigung von Erosionsschutzmaßnahmen
Für den Erosionsatlas Hessen wurden diese Faktoren bestimmt, der langjährig zu erwartende, mittlere Bodenabtrag berechnet und in Erosionsgefährdungsklassen eingestuft. Eine Ausnahme bildet der P-Faktor, der auf Grund fehlender Informationen über evtl. getroffene Erosionsschutzmaßnahmen auf den Ackerschlägen nicht ermittelt werden konnte. Er geht mit dem Faktor 1 in die Berechnung ein. Die einzelnen Erosions-Faktoren und die Erosionsbewertung für die natürliche Erosionsgefährdung sowie nach den Nutzungsszenarien Fruchtfolge, Winterweizen und Mais werden als Kartendarstellungen im Bodenviewer Hessen unter dem Themenbaum Bodenerosionsatlas präsentiert.
Die Daten können im Bodenviewer angeschaut und als PDF gedruckt werden. An einer Bereitstellung der Geodaten wird gearbeitet.
Die Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG
Für eine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Grundwasserressourcen sind die Ermittlung der Grundwasserneubildungsraten und die Abschätzung erschließbarer Grundwassermengen von zentraler Bedeutung.
Die Witterung bzw. das Niederschlagsregime haben den größten Einfluss auf die Grundwasserneubildung. Neben Menge und jahreszeitlicher Verteilung der Niederschläge als wichtigste Steuergrößen für die Grundwasserneubildung nehmen weitere klimatologische, landnutzungsspezifische, morphographische, pedologische und hydro(geo)logische Faktoren Einfluss auf die Neubildungsraten. Weitere Informationen zu den Zusammenhängen Niederschlag und Grundwasser und welche Rolle der Klimawandel spielt gibt es in den FAQ zum Grundwasser.
Grundwasserneubildung
Die Daten der Grundwasserneubildung aus Niederschlag beruhen auf dem Bodenwasserhaushaltsmodell GWN-BW und der Anwendung regionalisierter Baseflow Indizes. Die Modellergebnisse liegen im 100m-Raster und ASCII-Grid Format vor, die Einheit ist mm/a.
Die aktualisierten Daten stehen als Jahressummen für verschiedene Zeiträume, als 10-jährige Mittel (Jahressummen) für sieben verschiedene Dekaden oder als 30-jährige Mittel für fünf verschiedene Referenzperioden zum Download bereit. Auch wenn die Modellergebnisse hessenweit im 100m-Raster vorliegen, sind die Modellergebnisse nicht dafür geeignet, um einzelne Pixelwerte für quantitative Auswertungen (Bilanzierungen) zu verwenden.
Der Download ist unter Publikationen - Karten und Daten - Medium: Wasser - Karten-Thema: Daten zur Grundwasserneubildung möglich. Weitere Erläuterungen zu den Daten sind zu berücksichtigen.
Die Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG
Hochwasser ist eine zeitlich beschränkte Überflutung von Land, das normalerweise nicht mit Wasser bedeckt ist. Um Hochwasser in Klimarisikoanalysen oder Anpassungskonzepten zu berücksichtigen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Hochwasserrisikomanagement
Im Rahmen der Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie werden vom Land Hessen Hochwassergefahren- und –risikokarten sowie Managementpläne mit Maßnahmenvorschlägen zur Minderung des Hochwasserrisikos erstellt.
Der Hochwasserrisikomanagement-Viewer ist eine interaktive Anwendung zu den Ergebnissen der Hochwasserrisikomanagement-Bearbeitung und weiterer Daten im Themenbereich Hochwasser in Hessen und ist damit ein Fachinformationssystem für die Recherchemöglichkeit unter anderem zu:
- Ausdehnung und Lage der Überflutungsflächen und potentiellen Überflutungshöhen aus den Hochwasserrisikomanagement-Plänen
- Ausdehnung und Lage der gesetzlichen Überschwemmungsgebiete in Hessen
- Lage von bestehenden Hochwasserschutzeinrichtungen in den Hochwasserrisikomanagement-Gebieten
- Lage und Informationen zu vorgeschlagenen Hochwasserschutz-Maßnahmen in den Hochwasserrisikomanagement-Gebieten
Weitere Informationen und HWRM-Pläne als PDF
Überschwemmungsgebiete
Überschwemmungsgebiete sind gem. § 76 Abs. 1 Satz 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Gebiete zwischen oberirdischen Gewässern und Deichen oder Hochufern und sonstige Gebiete, die bei Hochwasser eines oberirdischen Gewässers überschwemmt oder durchflossen oder für Hochwasserentlastung und Rückhaltung beansprucht werden.
Die Daten können auch über den HWRM-Viewer angeschaut oder als Geodaten eingebunden oder heruntergeladen werden.
Retentionskataster
Das Projekt Retentionskataster Hessen (RKH) erfasst alle wichtigen Gewässerstrecken in Hessen. Als Ordnungssystem dient hierbei das bereits vorliegende System des Gewässerkundlichen Flächenverzeichnisses Hessen. Damit ist sichergestellt, dass weitere Gewässerstrecken oder Maßnahmen in das Kataster systematisch eingefügt werden können.
Aus Vergleichsgründen werden in dem Kataster vorhandener Retentionsräume zunächst die heute noch vorhandenen Retentionsräume erfasst. Im Hinblick auf die Realisierung von Maßnahmen zur Aktivierung von potentiellen Retentionsräumen ist vor allem das Kataster potentieller Retentionsräume von Bedeutung.
Kataster vorhandener Retentionsräume (Beschreibung der einzelnen Gewässer als PDF verfügbar)
Kataster potentieller Retentionsräume (Beschreibung der einzelnen Gewässer als PDF verfügbar)
Geodaten
Gebiete mit naturbedingten Risiken (Abflussgebiete, Überschwemmungsgebiete, Überflutungsflächen) als WMS/WFS oder Shape-Dateien verfügbar
- Überschwemmungsgebiete HQ100 (HWG)
- Überflutungsflächen HQ10 (HWRMP)
- Überflutungsflächen HQ100 (HWRMP)
- Überflutungsflächen HQextrem (HWRMP)
Die Daten sind wie folgt zu zitieren: © HLNUG
Basis- und Hintergrunddaten
Die Hessische Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) bietet weitere Daten an, die in der Analyse des Klimarisikos und in der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen wertvoll sind. Um die Fachdaten besser einordnen zu können, helfen Digitale Geländemodelle oder Landschaftsmodelle und Digitale Orthophotos. Die Liegenschaftskataster bieten Informationen für die Gebäudeebene und für die Nutzung der Flächen im Außenbereich.
Für die Maßnahmenplanung ist zudem wichtig zu wissen, wo Schutzgebiete (z.B. Trinkwasser, Naturschutz) liegen, da hier entweder Synergien genutzt oder keine Maßnahmen umgesetzt werden können.
Der BfN-Viewer für Städtische Ökosysteme hilft zudem den Kommunen, die nach Artikel 8 der EU-Wiederherstellungsverordnung verpflichtet sind, städtische Ökosysteme wiederherzustellen. Die Ziele von Artikel 8 beziehen sich auf städtische Grünflächen und die städtische Baumüberschirmung.
Klimaschutz und Klimaanpassung in der räumlichen Gesamtplanung mittels Fernerkundung
Neben Grundkarten (Grenzen & Topografie) werden hier relevante Karten für Klimaschutz und Klimaanpassung in Hessen bereitgestellt. Für den Bereich Klimaanpassung werden Daten für verschiedene relevante Themenfelder zur Verfügung gestellt (100 m-Gitterzellen). Hier finden sich Daten von Stadtstrukturtypen, vulnerablen Nutzungen und Einwohnern, über Hot- und Cold-Spots bis hin zu blau-grünen Indikatoren wie Grünausstattung und Grünerreichbarkeit. Die Hot- und Cold-Spots sind hier direkt in der interaktiven Karte einsehbar und nicht als einzelne Karten, wie das beim Hitzeviewer der Fall ist. Außerdem können hier noch Hot- und Cold-Spots mit absteigender Priorisierung angezeigt werden, sowie Gebiete mit hoher Hitzebelastung und potenziell geringer bzw. hoher Verdunstungsfähigkeit. Zum Klimaschutz sind zusätzliche Daten enthalten. Dieses Instrument soll als Unterstützung für Klimaschutz und Klimaanpassung in der räumlichen Gesamtplanung dienen, indem es Planungsaufwand verringert.
Die Daten werden in einem WebGIS-Viewer und alle Geofachdaten werden auch als WFS- und WMS-Dienste bereitgestellt.
Urban Green Eye (Regionales Vegetations- und Flächenmonitoring für die Klimaanpassung)
Das Projekt Urban Green Eye der Luftbild Umwelt Planung GmbH stellt satellitenbasierte Daten zur Analyse von verschiedenen klimarelevanten Parametern bereit, bezogen auf die Hauptthemenfelder: thermische Be- und Entlastung, hydrologische Entlastung sowie Defizitanalyse und Szenarien. Sie stehen flächendeckend bundesweit zur Verfügung und werden jährlich aktualisiert. Zur Analyse der thermischen Be- und Entlastung gehören beispielsweise Daten zum Grünvolumen, Rückstrahlvermögen von Oberflächen, Beschirmungsgrad und Oberflächentemperatur, während bezüglich der hydrologischen Entlastung Daten zur Versiegelung bereitgestellt werden. Für die Defizitanalyse lässt sich z.B. die unterschiedliche Hitzebetroffenheit in verschiedenen Bereichen nutzen. Zusätzlich lassen sich Zeitreihen der Oberflächentemperatur zu beliebigen Punkten auf der Karte berechnen, um Veränderungen während der letzten Jahrzehnte seit 1985 sichtbar zu machen. All diese Daten können eine wichtige Unterstützung für die Planung und Umsetzung von Klimaanpassungsstrategien bezogen auf die oben genannten Themenbereiche sein und als Instrument für stadt- und raumplanerische Konzepte und als Entscheidungsgrundlage dienen.
Die Daten werden in einem interaktiven Kartenportal bereitgestellt, die erstellten Zeitreihen können als PDF ausgedruckt werden. Rasterdaten und der Zugang zum WMS können kostenfrei bzw. je nach Datensatz mit Aufwandsentschädigung von kommunalen Anwendern beim Produktmanager beantragt werden. Die Antragsunterlagen finden Sie hier.
Stadtklimadashboard
Im Stadtklimadashboard wird das Monitoring der Kernindikatoren im Handlungsfeld Stadt- und Siedlungsentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) bereitgestellt. Es dient der Visualisierung der Kernindikatoren „Erreichbarkeit kühlender Grünflächen" und „Versickerungsfähige Oberflächen", welche zukünftig regelmäßig für alle deutschen Städte ab 10.000 Einwohnern berechnet werden. Weitere Themen der Darstellung betreffen beispielsweise das städtische Grünvolumen, Indikatoren zum städtischen Grün entsprechend der EU-Verordnung 2024/1991 zur Wiederherstellung der Natur (Wiederherstellungsverordnung) oder die urbane Hitzebelastung.
Die Daten können im Online-Viewer eingesehen werden.
Naturgefahrenportal
Das Portal des Deutschen Wetterdienstes stellt Informationen über aktuelle Warnungen vor Naturgefahren, ortsbezogene Risiken in Deutschland sowie Handlungsanweisungen und Tipps zur Vorsorge bereit. Die Warnungen beziehen sich sowohl auf meteorologische Gefahren wie Gewitter, Wind und Hitze als auch auf hydrologische Gefahren wie Hochwasser und Sturmflut und werden von verschiedenen Institutionen herausgegeben, z.B. vom BBK. Verschiedene Warnstufen und Warnsymbole geben Auskunft über den Status der Naturgefahr. Ein anderer Bereich gibt Informationen über die potenzielle Gefährdung von bestimmten Orten durch Hochwasser, Sturmflut, Regen und Frost. Die Tipps und Handlungsanweisungen bei Naturgefahren werden in verschiedene Kategorien eingeteilt: vorbereitende Maßnahmen (langfristig und kurzfristig), Verhaltenshinweise bei akutem Ereignis und Hinweise zu möglichen Gefahren nach dem Ereignis.
Die Karten werden über einen Online-Viewer bereitgestellt und die herausgebenden Quellen sind verlinkt.
