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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Gesetzlich geschützte Biotope in Hessen

Was sind gesetzlich geschützte Biotope?

Nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetztes (BNatSchG, Stand 19.06.2020) werden bestimmte Teile von Natur und Landschaft, die eine besondere Bedeutung als Biotope haben, gesetzlich geschützt. Zerstörungen oder sonstige erhebliche Beeinträchtigungen dieser Biotope sind verboten.

Beeinträchtigungen können nur ausnahmsweise auf Antrag zugelassen werden, wenn es möglich ist, sie auszugleichen.
Es gibt außerdem Ausnahmen, z. B. bei einer Unterbrechung und Wiederaufnahme einer landwirtschaftlichen Nutzung oder der genehmigten Gewinnung von Bodenschätzen, wenn sich zwischenzeitlich ein gesetzlich geschütztes Biotop entwickelt hat.

    Um welche in Hessen vorkommenden Biotope handelt es sich?

    (Originallaut des BNatSchG bei Nr. 1 gekürzt)

    1.    natürliche oder naturnahe Bereiche der Fließ- und Stillgewässer einschließlich ihrer Ufer, ihrer Vegetation sowie ihrer natürlichen Verlandungsbereiche, Altarme und regelmäßig überschwemmten Bereiche,
    2.    Moore, Sümpfe, Röhrichte, Großseggenrieder, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Binnenlandsalzstellen,
    3.    offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginster- und Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte,
    4.    Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden- und Hangschuttwälder,
    5.    offene Felsbildungen, ungenutzte Höhlen sowie naturnahe Stollen,

    Was ist in Hessen zusätzlich geschützt?

    Nach § 13 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz (HAGBNatSchG, 29.12.2010) gelten in Hessen die Verbote des § 30 BNatSchG außerdem für:
    1. Alleen und
    2. Streuobstbestände außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile.

    Im Natureg-Viewer gibt es Themenkarten, die Hinweise auf teilweise oder vollständig gesetzlich geschützte Biotope und Biotopkomplexe geben, die hessenweit aus der Hessischen Biotopkartierung 1992-2006 abgeleitet sind, sowie die gesetzlich geschützten Biotope (GGBT), die in einzelnen Kartiergebieten in der Pilotphase der Hessischen Lebensraum- und Biotopkartierung (HLBK) 2014-2016 erfasst worden sind.

    Viele der FFH-Lebensraumtypen (LRT) sind gleichzeitig auch gesetzlich geschützt.