Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Rote Listen Hessens

Rote Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten zu bestimmten Tier-, Pflanzen- und Pilz-Artengruppen, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen, die sich dabei stets auf einen definierten Bezugsraum, wie beispielsweise Hessen, beziehen. Rote Listen informieren über die Gefährdungssituation bestimmter Artengruppen, Pflanzengesellschaften oder Biotoptypen und veranschaulichen somit den aktuellen Zustand der biologischen Vielfalt sowie deren Veränderungen.

Zudem werden in Roten Listen alle vorkommenden Arten der Artengruppe, alle Pflanzengesellschaften oder Biotoptypen im Bezugsraum aufgeführt. Folglich stellen Rote Listen einerseits einen wichtigen Statusbericht zum Erhaltungszustand der biologischen Vielfalt dar, andererseits sind sie Verzeichnisse bzw. Artenlisten aller in Hessen vorkommenden Arten der behandelten Artengruppe oder aller in Hessen vorkommenden Pflanzengesellschaften oder Biotoptypen.

Wozu dienen Rote Listen?

Rote Listen der Bundesländer dienen als Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen und nationale Rote Listen und lassen abschätzen, ob politische Ziele erreicht werden. Außerdem dokumentieren sie den Kenntnisstand über Arten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und zeigen durch Wissenslücken Monitoring- und Forschungsbedarf auf. Nicht zuletzt wird die Öffentlichkeit durch Rote Listen über das Vorkommen und die Gefährdungssituation von Arten, Pflanzengesellschaften und Biotoptypen informiert.

Darüber hinaus legen Rote Listen Handlungserfordernisse im Arten- und Biotopschutz dar und weisen auf geeignete Maßnahmen hin, die gegen negative Bestandsentwicklungen wirken und zum Schutz der bestandsgefährdeten Arten genutzt werden können. Als Statusbericht über den Erhaltungszustand, die Gefährdungssituation und Entwicklungstrends der biologischen Vielfalt können Rote Listen auch als Erfolgskontrolle von Naturschutzmaßnahmen verwendet werden. Sie erleichtern durch ihre Funktion als Statusbericht und durch das Aufzeigen von Handlungserfordernissen auch die Prioritätensetzung im Naturschutz. Rote Listen werden deswegen vielfach als Argumentations- und Entscheidungshilfe bei der Landschafts- und Eingriffsplanung und als Anregung für Gebietsschutz- und Artenschutzmaßnahmen verwendet.

Insgesamt entwickelten sich Rote Listen daher zu wichtigen Instrumenten des Naturschutzes. Sie besitzen jedoch keine rechtliche Verbindlichkeit, sondern haben eher den Charakter eines wissenschaftlichen Gutachtens.

Wer erstellt Rote Listen?

Rote Listen werden von Expertinnen und Experten für bestimmte Artengruppen bzw. Pflanzengesellschaften und Biotoptypen erstellt. Die Koordination, Redaktion und Herausgabe der Roten Listen Hessens liegen seit 2019 beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Ausgenommen hiervon ist die Rote Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessens, für die die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland (VSW) zuständig ist.

Welche Roten Listen gibt es derzeit?

Die derzeit vorliegenden Roten Listen Hessens stehen im Folgenden zum kostenlosen Download zur Verfügung. Sie können die Roten Listen auch als gedruckte Exemplare über unseren Online-Shop bestellen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über alle aktuellen Roten Listen Hessens sortiert nach der Artengruppe. 

Im Moment werden zudem folgende Rote Listen erarbeitet:

  • Schnellkäfer Hessens (1. Fassung)
  • Goldwespen Hessens (1. Fassung)
  • Säugetiere Hessens inklusive der Fledermäuse (4. Fassung)
  • Flechten und flechtenbewohnenden Pilze Hessens (2. Fassung)
  • Armleuchteralgen Hessens (3. Fassung)