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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Luchs

Der Luchs ist zurück in Hessens Wäldern - zu Gesicht bekommt man ihn jedoch nur selten. Um so mehr freuen wir uns über Ihre Beobachtung.

Für die Meldung von Luchshinweisen (Sichtungen, Fährten, Risse u.a.) wenden Sie sich bitte an einen Luchsbeauftragten Ihres Landkreises. Diesen finden Sie auf der Seite des AK Hessenluchs.

Faltblatt "Der Luchs ist zurück in Hessen"

Neuigkeiten zum Luchs

Im April 2018 wurde der Luchs "M12" bei Bad Pyrmont vom Luchsprojekt Harz besendert. Er wanderte anschließend durch Nordrhein-Westfalen und überquerte bei Diemelstadt die hessische Landesgrenze. Der Kuder ist seitdem auf südlichem Kurs und erreichte im September den Raum Gießen.

In die andere Richtung zog es den Luchs "Yuki", der seit 2016 in Nordhessen resident war. Er wurde Im Januar diesen Jahres das letzte Mal durch eine Fotofalle nachgewiesen. Ende Juni konnten seine genetischen Spuren in der Nähe von Tanne im Harz nachgewiesen werden. Im hessischen "Hotspot"-Gebiet südlich von Kassel ist seitdem ausschließlich der bekannte Kuder "Felux" als territoriales Tier präsent.

Neben dem Luchs M12 (s.o.) wurde ein weiterer männlicher Luchs im Harzer-Luchsprojekt mit einem Telemetriesender ausgestattet. Er erhielt das Kürzel „M9“ und wurde bei seinem erstmaligen Aufenthalt in Hessen im Rahmen des Fotofallen-Monitorings des Dr. Markus Port (Uni Göttingen in Kooperation mit HLNUG) bereits 2016 fotografiert. Wie im hessischen Luchsprojekt üblich, erhielt auch M9 von seiner Paten-Schulklasse einen Namen und zwar „Pou“ . Im Winterfell (s. Foto 1 des Luchsprojekts Dr. Markus Port) wirkte „Pou“ auch wirklich etwas „bärig“ wie sein namengebendes Vorbild Pou der Bär.

„Pou“ war zwischenzeitlich nachweislich wieder in den Harz zurückgekehrt, um im Dezember 2018 erneut nach Hessen einzuwandern. Leider sorgte er dann im Werra-Meißner-Kreis für negative Schlagzeilen, da er dort in eine Schafhaltung eindrang und zwei Zwerg-Schafe erlegte. Auch in der Vergangenheit konnten dem kräftigen Kuder bereits in Niedersachsen und in Hessen Schaf- und Gatterwildrisse genetisch zugeordnet werden.

An Fronleichnam, dem 20. Juni 2019 signalisierte schließlich das Senderhalsband von M9 an die Luchsexpert*innen Ole Anders und Lilli Middelhoff im niedersächsischen Harz, dass „Pou“ seit 24 Stunden seinen Standort nicht geändert hatte, es sendete ein sogenanntes „Totsignal“. In Abstimmung mit HLNUG und unter Hinzuziehung der örtlichen Polizei konnte dann der Standort des toten Luchses durch einen ehrenamtlichen Luchsbeauftragten des AK-Hessenluchs ausfindig gemacht werden. In Absprache mit HLNUG wurde der Tierkörper zunächst geborgen und konnte inzwischen durch die niedersächsischen Kolleg*innen des Luchsprojekts ins Institut für Zoo-und Wildtierforschung nach Berlin verbracht werden, wo das äußerlich unversehrte, aber stark abgemagerte Tier hinsichtlich seiner Todesursache untersucht werden wird. Bei seiner Bergung wog M9 nur noch 10 kg (Vergleich: ein ausgewachsener, kräftiger Luchskuder wiegt bis zu 25 kg).

Foto 2 : „Pou“ am Auffindeort am 20.06.2019

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