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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Aktuelles

Grundwassersituation im Januar 2020: Verbreitet ansteigende Grundwasserstände auf einem überwiegend unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Niveau

Infolge der lang anhaltenden Trockenheit der letzten beiden Jahre sind die Grundwasserstände in Hessen bis zum Ende des letzten hydrologischen Sommerhalbjahres (Mai 2019 – Oktober 2019) verbreitet auf ein niedriges Niveau gesunken. Die Ende September einsetzenden Niederschläge beendeten die trockene Witterung. Nach einem überdurchschnittlich nassen Oktober, einem etwas zu trockenen November und einem durchschnittlichen Dezember fiel der Januar mit 48 mm zu trocken aus. Ergiebige Niederschläge gab es zu Beginn und gegen Ende des Monats, in der restlichen Zeit blieb es überwiegend trocken.

Die Grundwassersituation im Januar hat sich gegenüber dem Vormonat nur wenig geändert. An den meisten Messstellen wurden am Monatsende steigende Grundwasserstände registriert. Wegen der ungleichen Niederschlagsverteilung sind allerdings regionale Unterschiede zu beobachten. Hinsichtlich des Grundwasserstandsniveaus ist weiterhin ein Südwest-Nordost-gerichteter Gradient erkennbar. Während in den südlichen und westlichen Landesteilen (insbesondere im Hessischen Ried) vielerorts für die Jahreszeit durchschnittliche Grundwasserstände beobachtet werden können, sind in den zentralen und nordöstlichen Landesteilen auch vielerorts noch sehr niedrige Grundwasserstände anzutreffen.

Ende Januar bewegten sich die Grundwasserstände in Hessen an 45 % der Messstellen auf einem unterdurchschnittlichen, an 39% auf einem durchschnittlichen und an 16 % auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden an 21% der Messstellen beobachtet. An 41 % der Messstellen lagen die Grundwasserstände unter dem Niveau des Vorjahres, an 16 % der Messstellen auf dem Niveau des Vorjahres und an 43% der Messstellen lag das Niveau über dem des Vorjahres zur gleichen Zeit.

In  Mittel- und Nordhessen bewegten sich die Grundwasserstände Ende Januar überwiegend auf unterdurchschnittlichen Höhen. Während in den westlichen Landesteilen vielerorts ansteigende Grundwasserstände auf einem durchschnittlichen Niveau vorherrschten, wurden in den zentralen und nordöstlichen Landesteilen regional auch sehr niedrige Grundwasserstände registriert. Vereinzelt wurden noch fallende Grundwasserstände beobachtet. Bei vielen Messstellen lagen die Werte im Jahresvergleich unter dem Niveau vom Januar 2018. Beispiel:  Bracht Nr. 434028. Die Grundwasserstände der Messstelle Bracht lagen im Januar 70 cm unter dem Niveau des Monatsmittels vom Vorjahr und unterhalb der Niedriggrundwasserstände aus den Jahren 1977 und 2017.

In der Hessischen Rheinebene, Hessisches Ried, wurden im Januar überwiegend steigende Grundwasserstände beobachtet, die sich auf einem überwiegend durchschnittlichen Niveau befanden. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden hier nur noch vereinzelt registriert. Folgende Details waren zu beobachten:

  • In der unmittelbaren Nähe des Rheins werden die Grundwasserstände vom Rheinwasserstand beeinflusst. Die Grundwasserstände lagen hier Ende Januar auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Beispiel: Gernsheim Nr.544135 und Biebrich Nr.506034. An der Messstelle Gernsheim Nr.544135 lag der Wasserstand (Monatsmittel) im Januar 37 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Biebrich Nr.506034 lag der Wasserstand (Monatsmittel) 52 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im nördlichen hessischen Ried und südlich des Mains lagen die Grundwasserstände Ende Januar auf einem überwiegend unterdurchschnittlichen Niveau mit steigender Tendenz am Monatsende. Beispiele: Bauschheim Nr.527055 und Offenbach Nr.507155. An der Messstelle Bauschheim Nr. 527055 bewegte sich der Grundwasserstand im Januar unterhalb des sehr niedrigen Niveaus von 1976 und lag 2 cm unterhalb des ebenfalls sehr niedrigen Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Offenbach Nr.507155 lag der Grundwasserstand im Januar dagegen auf mittlere Höhen und lag rd. 25 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im südlichen Hessischen Ried bewegten sich die Grundwasserstände im Januar auf einem überwiegend mittleren Niveau mit meist steigender Tendenz am Monatsende. Damit lag das Grundwasserstandsniveau am Monatsende meist auf einem vergleichbaren Niveau wie im Januar 2018. Beispiele: Viernheim Nr. 544271, Bürstadt Nr. 544007. An der Messstelle Bürstadt Nr. 544007bewegte sich der Grundwasserstand im Januar 8 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Viernheim Nr. 544271lag der Grundwasserstand rd. 10 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres.

Prognose:

Aufgrund der jahreszeitlich bedingt niedrigen Verdunstungsraten kann ein Großteil der Niederschläge in die Böden versickern und gelangt zunehmend auch in tiefere Schichten. Ende Januar herrschen günstige Randbedingungen für die Grundwasserneubildung. Im weiteren Verlauf des hydrologischen Winterhalbjahres (November - April) ist perspektivisch von weiter steigenden Grundwasserständen auszugehen. In dieser Zeit findet in der Regel die Grundwasserneubildung statt, sofern es ausreichend Niederschläge gibt.

 

In Hessen wurden weitere Messstellen mit Datensammlern mit Datenfernübertragung für Wasserstand und Temperatur ausgestattet. Die Messwerte werden täglich übertragen und stehen Onlinezur Verfügung.