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Grundwassersituation im März 2026: Unterdurchschnittliche Niederschläge sorgen für zunehmend stagnierende und rückläufige Grundwasserverhältnisse
Nachfolgend wird ein kurzer Überblick über das zurückliegende hydrologische Sommerhalbjahr, das aktuelle hydrologische Winterhalbjahr und das hydrologische Jahr insgesamt gegeben. Im Anschluss wird die aktuelle Grundwassersituation in Hessen betrachtet sowie eine Prognose gestellt.
Aktuelle Grundwassermesswerte finden Sie im Messdatenportal.
Hydrologisches Sommerhalbjahr, Winterhalbjahr und Jahr
Im hydrologischen Sommerhalbjahr, das von Mai bis Ende Oktober andauert, kommt vom Niederschlagswasser in der Regel kaum etwas im Grundwasser an, da ein Großteil des Niederschlags wegen der höheren Temperaturen verdunstet oder von der Vegetation verbraucht wird. Fallende Grundwasserstände im hydrologischen Sommerhalbjahr stellen auch bei durchschnittlichen Niederschlagsverhältnissen den Normalfall dar. Mit 383 mm fiel im zurückliegenden Sommerhalbjahr 5 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel von 1991–2020 (404 mm). Zusammen mit den trockenen Vormonaten Februar und März führte dies zu einem Anstieg des Anteils der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich auf insgesamt 20-30 %.
Für die Regeneration des Grundwassers ist das von November bis Ende April andauernde hydrologische Winterhalbjahr von besonderer Bedeutung. In dieser Zeit, in der die Vegetation ruht und die Verdunstung wegen der niedrigeren Temperaturen geringer als im Sommerhalbjahr ausfällt, kann das Niederschlagswasser größtenteils versickern. Durch die einsetzende Grundwasserneubildung steigen die Grundwasserstände in der Regel an, sofern ausreichend Niederschlag fällt. Gegen Ende des Winterhalbjahres liegt die Niederschlagsmenge mit 236 mm jedoch weiterhin ca. 25 % unter dem langjährigen Mittel (1991–2020: 313 mm).
Für das hydrologische Jahr (November bis Oktober) ergibt sich daraus im Normalfall der charakteristische Jahresgang im Grundwasser, mit steigenden Grundwasserständen im Winterhalbjahr und fallenden Grundwasserständen im Sommerhalbjahr.
Situation im März
Mit etwa 36 mm lag die Niederschlagsmenge im März, dem vorletzten Monat des hydrologischen Winterhalbjahres, ca. 34 % unter dem langjährigen Mittelwert 1991–2020 (rund 55 mm).
Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Grundwassersituation seit dem Jahr 2023. Die Trockenheit des Jahres 2022 ist im Jahr 2023 mit einem hohen Anteil der Messstellen im niedrigen (gelbe Kurve) und sehr niedrigen Bereich (rote Kurve) noch deutlich zu sehen. Erst durch die einsetzenden überdurchschnittlichen Niederschläge ab Herbst 2023 bis Ende 2024 hat sich die Situation flächenhaft entspannt. Im Jahr 2024 lag der Anteil der Messstellen im hohen (hellgrüne Kurve) und sehr hohen Bereich (dunkelgrüne Kurve) durchgehend über 50 %. Im zurückliegenden Jahr hat jedoch insbesondere das trockene Frühjahr wieder zu einem Anstieg der niedrigen und sehr niedrigen Grundwasserstände geführt, was durch die überdurchschnittlichen Niederschläge im September und Oktober nur kurzfristig abgemildert wurde. Die unterdurchschnittliche Niederschlagsmenge der ersten Hälfte des Winterhalbjahrs hat zu einer weiteren deutlichen Zunahme der Anzahl der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich geführt, der nasse Februar konnte diesen Trend leicht umkehren, was auch bis in den März noch nachwirkte.
Anmerkung zur Grafik: Die Klassifizierung „sehr niedrige Grundwasserstände“ stellt eine rein statistische Bewertung dar. Sehr niedrige Grundwasserstände sind nicht mit einem „Wassernotstand“ gleichzusetzen oder an bestimmte Auswirkungen und Maßnahmen gekoppelt. Liegt der Grundwasserstand unter dem 10%-Perzentil, also unter 90 Prozent aller Werte der Jahre 1991-2020, fällt er in die Klasse „sehr niedrig“. Liegt der Grundwasserstand über dem 10%-Perzentil und unterhalb des 25%-Perzentils, fällt er in die Klasse „niedrig“. Analog gilt Folgendes für die übrigen Klassen: normal: oberhalb des 25%-Perzentils und unterhalb des 75%-Perzentils; hoch: oberhalb des 75%-Perzentils und unterhalb des 90%-Perzentils; sehr hoch: oberhalb des 90%-Perzentils.
Im März bewegten sich die Grundwasserstände in Hessen an 47 % der Messstellen auf einem normalen Niveau (Vormonat 45 %). 13 % der Messstellen wiesen niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat 11 %). Sehr niedrige Grundwasserstände wurden an 18 % der Messstellen beobachtet (Vormonat 20 %). Hohe oder sehr hohe Grundwasserstände wurden an 13 % bzw. 7 % der Messstellen registriert (Vormonat 13 % bzw. 8 %). An 2 % der Messstellen lagen keine aktuellen Daten vor. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Grundwasserstände im März an 73 % der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigeren Niveau.
Aufgrund der ungleichen Niederschlagsverteilung sowie der unterschiedlichen hydrogeologischen Eigenschaften der Standorte (z. B. Durchlässigkeit, Speichervermögen, Tiefe und Mächtigkeit der Grundwasserleiter) zeigen sich folgende regionale Unterschiede:
In den weit verbreiteten Kluftgrundwasserleitern des Buntsandsteins in Nordhessen zeigten die Messstellen im März gleichbleibende und steigende Trends, bei normalen bis sehr niedrigen Grundwasserstandshöhen. Beispiele Bracht Nr. 434028 und Gahrenberg Nr. 384030: Im März lag an der Messstelle Bracht der Wasserstand auf einem sehr niedrigen Niveau, mit einem leicht steigenden Trend. Im Monatsmittel lag der Grundwasserstand hier 130 cm niedriger als im Vorjahr. An der Messstelle Gahrenberg bewegte sich der Wasserstand auf einem normalen Niveau, ebenfalls mit einem steigenden Trend. Der Wasserstand lag hier im Monatsmittel 247 cm niedriger als im Vorjahr.
Im mittleren Bereich von Hessen bewegten sich die Grundwasserstände im März überwiegend auf normalen Höhen (50 %), gefolgt von sehr niedrigen (29 %) und niedrigen Höhen (9 %).
In der Untermainebene wurden im März unterschiedliche Niveaus der Grundwasserstände beobachtet, je nachdem, ob es sich um eher schnell oder langsam reagierende Messstellen handelt. Dazu jeweils ein Beispiel. An der Messstelle Offenbach Nr. 507155 bewegte sich der Grundwasserstand im März auf einem normalen bis hohen Niveau mit fallender Tendenz. Im Monatsmittel lag der Grundwasserstand 23 cm unterhalb des Vorjahresniveaus. An der MessstelleBabenhausen Nr. 528062 bewegte sich der Grundwasserstand überwiegend auf einem niedrigen Niveau, mit fallender Tendenz. Im Monatsmittel lag der Grundwasserstand 4 cm unterhalb des Vorjahresniveaus. Die Grundwasserleiter in der Untermainebene sind durch Grundwasserentnahmen großräumig beeinflusst, wodurch sich, zusammen mit der räumlichen Variabilität der Standorteigenschaften, ein sehr heterogenes Bild der Grundwasserstände ergibt.
In der Hessischen Rheinebene (Hessisches Ried) wurden im März an 52 % der Messstellen normale Grundwasserstände beobachtet, gefolgt von hohen (35 %), sehr hohen (8 %) und niedrigen (5 %) Grundwasserständen. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden in diesem Monat nicht beobachtet. Folgende Details waren zu beobachten:
- Im nördlichen hessischen Ried bewegten sich die Grundwasserstände im März auf überwiegend normalem Niveau. Beispiele Bauschheim Nr. 527055 und Walldorf Nr. 507185: An der Messstelle Bauschheim wurden im März normale Grundwasserstände beobachtet, mit einer steigenden, gegen Ende des Monats wieder fallender Tendenz. Im Monatsmittel lag der Grundwasserstand hier 24 cm unterhalb des Vorjahresniveaus. An der Messstelle Walldorf bewegte sich der Grundwasserstand im März auf einem normalen bis sehr hohen Niveau, mit fallender Tendenz. Im Monatsmittel lag der Grundwasserstand 1 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres.
- In der unmittelbaren Nähe des Rheins werden die Grundwasserstände vom Rheinwasserstand beeinflusst. Hier fielen die Grundwasserstände im März von hohen und sehr hohen Niveaus auf normale bis niedrige Niveaus. Beispiele Gernsheim Nr. 544135 und Biebrich Nr. 506034: An der Messstelle Gernsheim fiel der Grundwasserstand von einem hohen auf ein normales Niveau an. Der Grundwasserstand lag 30 cm oberhalb des Vorjahresniveaus (Monatsmittel). An der Messstelle Biebrich bewegte sich der Wasserstand auf einem sehr hohen bis niedrigen Niveau mit fallendem Verlauf und lag 39 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres (Monatsmittel).
- Die Grundwasserstände in typischen vernässungsgefährdeten Gebieten zeigten im März überwiegend normale Werte mit teils steigenden, teils fallenden Trends. Beispiele: Hähnlein Nr. 544266, Groß-Rohrheim Nr. 544107, Worfelden Nr. 527182, Wallerstädten Nr. 527321.
- In den infiltrationsgestützten Bereichen des Rieds (Hahn flach Nr. 527329, Büttelborn Nr. 527161, Lorsch Nr. 544170 und Groß-Rohrheim Nr. 544002) lagen die Grundwasserstände im März auf normalem bis hohen Niveau und wiesen größtenteils steigende Trends auf. Die Grundwasserstände lagen im Bereich der mittleren Richtwerte. Die Steuerung durch Infiltration und Grundwasserentnahmen zeigte die gewünschte Wirkung.
- Im südlichen Hessischen Ried lagen die Grundwasserstände im März auf normalem bis sehr hohem Niveau mit überwiegend steigenden, teils aber auch bereits fallenden Trends. Beispiele Bürstadt Nr. 544007 und Viernheim Nr. 544271: An der Messstelle Bürstadt bewegte sich der Grundwasserstand im März auf einem normalen Niveau und lag 20 cm unterhalb des Vorjahresniveaus (Monatsmittel). An der Messstelle Viernheim befand sich der Grundwasserstand in diesem Monat ebenfalls auf normalen Höhen mit einem steigenden Trend und lag 23 cm unterhalb des Vorjahresniveaus (Monatsmittel).
Prognose
Mit Beginn der Vegetationsperiode und steigenden Temperaturen ist in den nächsten Wochen mit rückläufigen Grundwasserständen zu rechnen.
Aktuelle Messwerte
Die Messwerte von 128 Grundwassermessstellen, die mit Datensammlern und Datenfernübertragung ausgestattet sind, werden täglich übertragen und stehen online im Messdatenportal zur Verfügung.


