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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Aktuelles

Grundwassersituation im Februar 2020: Verbreitet deutlich ansteigende Grundwasserstände auf überwiegend mittleren bis leicht überdurchschnittlichen Höhen

Infolge der lang anhaltenden Trockenheit der letzten beiden Jahre sind die Grundwasserstände in Hessen bis zum Ende des letzten hydrologischen Sommerhalbjahres (Mai 2019 – Oktober 2019) verbreitet auf ein niedriges Niveau gesunken. Die Ende September einsetzenden Niederschläge und der überdurchschnittlich nasse Oktober beendeten die trockene Witterung im Jahr 2019.

Nach einem etwas zu trockenen November, einem durchschnittlichen Dezember und einem zu trockenen Januar fiel der Februar erheblich zu nass aus. Mit einer Niederschlagshöhe von 124 mm übertraf der Februar den langjährigen Mittelwert (1981-2010) um 116 Prozent. Der Februar 2020 war damit der drittnasseste Februar in Hessen seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1881. Nasser war der Februar nur in den Jahren 1946 und 2002. Durch die ergiebigen Niederschläge im Februar fiel auch der Winter (Dezember-Februar) insgesamt deutlich zu nass aus. Mit 246 mm überstieg die Niederschlagsmenge in diesem Winter das langjährige Mittel (203 mm) um 21 Prozent.

Aufgrund der mittlerweile gut gesättigten Böden und der ergiebigen Niederschläge der letzten Wochen konnten im Februar landesweit deutliche Grundwasserstandsanstiege beobachtet werden. Dadurch hat sich die Grundwassersituation gegenüber der Situation im Oktober 2019 deutlich entspannt. Ende Februar bewegten sich die Grundwasserstände in Hessen an 71 % der Messstellen auf durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Höhen. An 29 % der Messstellen wurden unterdurchschnittliche Höhen registriert. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden nur noch vereinzelt beobachtet. An 83 % der Messstellen lagen die Grundwasserstände über oder auf dem Niveau des Vorjahres, an 17 % der Messstellen lag das Niveau unter dem des Vorjahres zur gleichen Zeit. Wegen der ungleichen Niederschlagsverteilung und der unterschiedlichen Gebietseigenschaften sind regionale Unterschiede zu beobachten.

In  Mittel- und Nordhessen bewegten sich die Grundwasserstände Ende Februar überwiegend auf unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Höhen. In den westlichen Landesteilen Mittelhessens konnten gebietsweise bereits deutlich überdurchschnittliche Grundwasserstände beobachtet werden. In den zentralen und nordöstlichen Landesteilen wurden vereinzelt auch noch sehr niedrige Grundwasserstände beobachtet. Beispiel:  Bracht Nr. 434028. Die Grundwasserstände der Messstelle Bracht lagen im Februar 44 cm unter dem Niveau des Monatsmittels vom Vorjahr und unterhalb der Niedriggrundwasserstände aus den Jahren 1977 und 2017.

In der Hessischen Rheinebene, Hessisches Ried, wurden im Februar überwiegend durchschnittliche Grundwasserstände beobachtet. Folgende Details waren zu beobachten:

  • In der unmittelbaren Nähe des Rheins werden die Grundwasserstände vom Rheinwasserstand beeinflusst. Die Grundwasserstände lagen hier Ende Februar auf einem leicht überdurchschnittlichen Niveau. Beispiel: Gernsheim Nr.544135 und Biebrich Nr.506034. An der Messstelle Gernsheim Nr.544135 lag der Wasserstand (Monatsmittel) im Februar 78 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Biebrich Nr.506034 lag der Wasserstand (Monatsmittel) 75 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im nördlichen hessischen Ried und südlich des Mains lagen die Grundwasserstände Ende Februar zwischen unterdurchschnittlichen bis mittleren Höhen mit weiter steigender Tendenz am Monatsende. Vereinzelt wurden auch noch sehr niedrige Grundwasserstände registriert. Beispiel: Bauschheim Nr.527055 . An der Messstelle Bauschheim Nr. 527055 bewegte sich der Grundwasserstand im Februar unterhalb des sehr niedrigen Niveaus von 1976 und lag 8 cm oberhalb des ebenfalls sehr niedrigen Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Offenbach Nr.507155 bewegte sich der Grundwasserstand dagegen auf mittleren Höhen und lag 42 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im südlichen Hessischen Ried bewegten sich die Grundwasserstände im Februar auf einem überwiegend mittleren bis leicht überdurchschnittlichen Niveau mit steigender Tendenz am Monatsende. Damit lag das Grundwasserstandsniveau am Monatsende meist auf einem vergleichbaren Niveau wie im Februar 2018. Beispiele: Viernheim Nr. 544271, Bürstadt Nr. 544007. An der Messstelle Bürstadt Nr. 544007bewegte sich der Grundwasserstand im Februar 4 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Viernheim Nr. 544271  lag der Grundwasserstand 12 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres.

Prognose:

Aufgrund der jahreszeitlich bedingt niedrigen Verdunstungsraten kann ein Großteil der Niederschläge in die Böden versickern und gelangt schließlich in das Grundwasser. Ende Februar / Anfang März herrschen weiterhin sehr günstige Randbedingungen für die Grundwasserneubildung. Im weiteren Verlauf des hydrologischen Winterhalbjahres (November - April) ist perspektivisch von weiter steigenden Grundwasserständen auszugehen. In dieser Zeit findet in der Regel die Grundwasserneubildung statt, sofern es ausreichend Niederschläge gibt.

 

In Hessen wurden weitere Messstellen mit Datensammlern mit Datenfernübertragung für Wasserstand und Temperatur ausgestattet. Die Messwerte werden täglich übertragen und stehen Onlinezur Verfügung.