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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Aktuelles

Grundwassersituation im Dezember 2019: Verbreitet ansteigende Grundwasserstände auf einem überwiegend unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Niveau

Infolge der lang anhaltenden Trockenheit der letzten beiden Jahre sind die Grundwasserstände in Hessen bis zum Ende des letzten hydrologischen Sommerhalbjahres (Mai 2019 – Oktober 2019) verbreitet auf ein niedriges Niveau gesunken. Die Ende September einsetzenden Niederschläge beendeten die trockene Witterung. Nach einem überdurchschnittlich nassen Oktober und einem etwas zu trockenen November fiel der Dezember mit 75 mm Niederschlag in Hessen durchschnittlich aus. Hierbei waren die Niederschläge in den südlichen und westlichen Landesteilen ergiebiger als in den mittleren und nordöstlichen Landesteilen. Infolge der Niederschläge und der geringen Verdunstung hat sich der Bodenwasserspeicher weiter erholen können. Während in den oberen Bodenschichten ein hoher Sättigungsgrad herrscht, sind in den tieferen Bodenschichten die Defizite noch nicht vollständig ausgeglichen.

Durch die Fortdauer der unbeständigen Witterung hat sich die Grundwassersituation im Dezember weiter leicht entspannt. An drei Viertel der Messstellen wurden am Monatsende steigende Grundwasserstände registriert. Wegen der ungleichen Niederschlagsverteilung sind allerdings regionale Unterschiede zu beobachten. Hinsichtlich des Grundwasserstandsniveaus ist ein Südwest-Nordost-gerichteter Gradient erkennbar. Während in den südlichen und westlichen Landesteilen (insbesondere im Hessischen Ried) vielerorts für die Jahreszeit durchschnittliche Grundwasserstände beobachtet werden können, sind in den zentralen und nordöstlichen Landesteilen auch vielerorts noch sehr niedrige Grundwasserstände anzutreffen.

Ende Dezember bewegten sich die Grundwasserstände in Hessen an 44 % der Messstellen auf einem unterdurchschnittlichen, an 36% auf einem durchschnittlichen und an 20 % auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden an 21% der Messstellen beobachtet. An 34 % der Messstellen lagen die Grundwasserstände unter dem Niveau des Vorjahres, an 19 % der Messstellen auf dem Niveau des Vorjahres und an 47% der Messstellen lag das Niveau über dem des Vorjahres zur gleichen Zeit..

In  Mittel- und Nordhessen bewegten sich die Grundwasserstände Ende Dezember überwiegend auf unterdurchschnittlichen Höhen. Während in den westlichen Landesteilen vielerorts ansteigende Grundwasserstände auf einem durchschnittlichen Niveau vorherrschten, wurden in den zentralen und nordöstlichen Landesteilen regional auch sehr niedrige Grundwasserstände registriert. Gebietsweise wurden noch fallende Grundwasserstände beobachtet. Bei vielen Messstellen lagen die Werte im Jahresvergleich unter dem Niveau vom Dezember 2018. Beispiel:  Bracht Nr. 434028. Die Grundwasserstände der Messstelle Bracht lagen im Dezember 76 cm unter dem Niveau des Monatsmittels vom Vorjahr und unterhalb der Niedriggrundwasserstände aus den Jahren 1977 und 2017.

In der Hessischen Rheinebene, Hessisches Ried, wurden im Dezember überwiegend steigende Grundwasserstände beobachtet, die sich auf einem überwiegend durchschnittlichen Niveau befanden. Nur vereinzelt wurden auch sehr niedrige Grundwasserstände registriert. Folgende Details waren zu beobachten:

  • In der unmittelbaren Nähe des Rheins werden die Grundwasserstände vom Rheinwasserstand beeinflusst. Die Grundwasserstände lagen hier Ende Dezember auf einem mittleren Niveau. Beispiel: Gernsheim Nr.544135. An der Messstelle Gernsheim Nr.544135 lag der Wasserstand (Monatsmittel) im Dezember 94 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im nördlichen hessischen Ried und südlich des Mains lagen die Grundwasserstände Ende Dezember auf einem überwiegend niedrigen Niveau, das teils unter und teils über dem Niveau des Vorjahres lag. In diesem Bereich wurden überwiegend stagnierende und steigende Grundwasserstände beobachtet. Beispiele: Bauschheim Nr.527055 und Offenbach Nr.507155. An der Messstelle Bauschheim Nr. 527055 bewegte sich der Grundwasserstand im Dezember unterhalb des sehr niedrigen Niveaus von 1976 und lag 8 cm unterhalb des ebenfalls sehr niedrigen Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Offenbach Nr.507155 lag der Grundwasserstand rd. 13 cm oberhalb des Niveaus des Vorjahres.
  • Im mittleren und südlichen Hessischen Ried bewegten sich die Grundwasserstände im Dezember auf einem überwiegend mittleren Niveau mit meist steigender Tendenz. Das Grundwasserstandsniveau lag am Monatsende meist auf einem höheren Niveau als im Dezember 2018. Beispiele: Viernheim Nr. 544271, Bürstadt Nr. 544007. An der Messstelle Bürstadt Nr. 544007bewegte sich der Grundwasserstand im Dezember 13 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres. An der Messstelle Viernheim Nr. 544271lag der Grundwasserstand rd. 11 cm unterhalb des Niveaus des Vorjahres. Somit weichen beide Beispiele leicht von den allgemeinen Beobachtungen ab.

Prognose:

Aufgrund der jahreszeitlich bedingt niedrigen Verdunstungsraten kann ein Großteil der Niederschläge in die Böden versickern und gelangt zunehmend auch in tiefere Schichten. Durch die günstige Bodenfeuchteentwicklung und die unbeständige Witterung herrschen Ende Dezember / Anfang Januar günstige Randbedingungen für die Grundwasserneubildung. Im weiteren Verlauf des hydrologischen Winterhalbjahres (November - April) ist perspektivisch von weiter steigenden Grundwasserständen auszugehen. In dieser Zeit findet in der Regel die Grundwasserneubildung statt, sofern es ausreichend Niederschläge gibt.

 

In Hessen wurden weitere Messstellen mit Datensammlern mit Datenfernübertragung für Wasserstand und Temperatur ausgestattet. Die Messwerte werden täglich übertragen und stehen Onlinezur Verfügung.