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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Grundwasserkarten

Das HLNUG veröffentlicht Grundwasserkarten des Hessischen Rieds und der Mainebene. Die Karten bieten flächendeckende Information über die Grundwasserstände, die Tiefe des Grundwassers unter Gelände und die Fließrichtung. Sie werden für Planungen von Bauwerken benötigt und dienen der Überwachung von Eingriffen in den Grundwasserhaushalt. Es gibt Karten für extreme Situationen wie den hohen Grundwasserständen im Frühjahr der Jahre 1988 und 2001 und niedriger Grundwasserstände in den Jahren 1976 und 1993. Eine Karte der Situation des Jahres 1957 steht für frühere hohe Grundwasserstände, als die Grundwasserentnahmen noch relativ gering waren und viele Brunnen noch gar nicht existierten.

Grundlage für die Karten sind 2800 Messwerte von Grundwasserständen des oberen Grundwasserleiters, die in den quartären Sedimenten des Oberrheingrabens und der Untermainsenke zu einem zusammenhängenden Grundwasserleiter gehören. Die Grundwasserflurabstandskarten ab 2012 basieren auf einem Geländehöhenmodell, das mit modernster Geländevermessung (Laserscanning) aufgenommen wurde. Diese Karten sind gegenüber früheren Werken genauer und feiner strukturiert.

Für weitere Gebiete Hessens stehen solche Karten nicht zur Verfügung, da die Messstellendichte nicht ausreicht. Das Grundwasser fließt in unterschiedlich klüftigen und porösen Hohlräumen im Gestein, und teilweise ist der Untergrund praktisch undurchlässig. Auch die Geländemorphologie und die Lage von Gewässern prägen die Grundwasserstände so unterschiedlich, dass die Erstellung von Karten nur für wenige Gebiete möglich ist.

Die hier angebotenen Karten basieren auf den gemessenen Grundwasserständen an bestimmten Stichtagen. Sie werden mit Computerhilfe erzeugt und anschließend von Hand bearbeitet, wobei hydrologische und geologische Kenntnisse einfließen.

Rheinebene:
350 Landesmessstellen und 1850 Messstellen von Betreibern der Wasserwerke, Deponien u.a.

Mainebene:
80 Landesmessstellen und 520 Messstellen von Betreibern der Wasserwerke, Deponien u.a.

Die Genauigkeit der Messungen der Grundwasserstände liegt bei +/- 1 cm. In den Karten ist sie abhängig von der Messstellendichte bzw. der Interpolationsweite. Das Geländehöhenmodell, aus dem die Grundwasserflurabstandskarten abgeleitet werden, kann teilweise eine Ungenauigkeit von mehreren Dezimetern aufweisen.

Hinweise:

Informationen des Regierungspräsidiums Darmstadt über die Grundwassersituation im Hessischen Ried:  Regierungspräsidium Darmstadt


Ein Zusammenschluss von Wasserversorgern im Hessischen Ried informiert unter: www.Grundwasser-Online.de

Literatur:

Regierung von Unterfranken, Würzburg; Regierungspräsidium Darmstadt (1999); Rahmenuntersuchung zu den Grundwasserverhältnissen im bayerisch-hessischen Maingebiet; Darmstadt - Würzburg

Hessische Landesanstalt für Umwelt (1985): Hydrologisches Kartenwerk Hessisches Ried und Untermaingebiet; Wiesbaden.

Regierungspräsidium Darmstadt (1999): Grundwasserbewirtschaftungsplan Hessisches Ried. - Feststellung im StAnz. 21/999 S. 1659; Wiesbaden.

Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg; Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten; Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz (2000): Hydrogeologische Kartierung Rhein-Neckar-Raum und Grundwasserbewirtschaftung; Fortschreibung 1983 – 1998; Stuttgart  -  Wiesbaden  -  Mainz