ERMES-ii-Rhein 2022-2025
Entwicklung der Grundwasser-Ressource und Monitoring des Eintrags von Spurenstoffen in das Grundwasser des Oberrheingrabens mit innovativen Instrumenten

Der Grundwasserkörper des Oberrheingrabens erstreckt sich über sechs Gebietskörperschaften: Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz in Deutschland, Region Grand Est in Frankreich, die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft in der Schweiz.
Mit 150 Milliarden Kubikmetern ist der Grundwasserkörper im Oberrheingraben der bedeutendste Grundwasserspeicher Westeuropas. Er spielt eine wichtige Rolle für Haushalte, Landwirtschaft und Industrie und stellt die Trinkwasserversorgung von mehr als fünf Millionen Menschen sicher.
Durch menschliche Aktivitäten werden Schadstoffe freigesetzt, die die wertvolle gemeinsame Grundwasser-Ressource gefährden. Deshalb führen die für das Gebiet zuständigen Behörden der drei Länder und ihre wissenschaftlichen Partner mit Unterstützung der Europäischen Union seit Anfang der 1990er Jahre grenzüberschreitende Kampagnen zur Überwachung verschiedener Schadstoffe durch. Bei diesen Untersuchungen wurden unter anderem Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Abbauprodukte, Arzneimittelrückstände, Nahrungsergänzungsmittel sowie per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) nachgewiesen.
Das Projekt Ermes-ii-Rh(e)in umfasste zwei Schwerpunkte:
- Grenzüberschreitende Überwachung mit dem Fokus auf neuartigen Spurenstoffen
- Charakterisierung des Eintrags von Spurenstoffen in die Uferfiltrate der Einleitegewässer von Kläranlagen
Dabei kamen innovative Methoden und Analyseverfahren, wie das Non-Target-Screening, zum Einsatz.
Die Ergebnisse sollen den zuständigen Behörden als Entscheidungshilfe bei der Ausrichtung von Maßnahmen zur Bewahrung bzw. Wiederherstellung der Grundwasserqualität dienen.
An dem Projekt Ermes-ii Rhein 2022-2025 arbeiteten 6 Partnerregionen mit 13 Partnerinstitutionen grenzüberschreitend zusammen.
Projektlaufzeit:
Oktober 2022 bis Juni 2026
Finanzierung:
4,2 Mio. Euro Gesamtbudget
davon 2,2 Mio. Euro EU-Förderung
159.642 Euro Budget Hessen
Projektseite:
ERMES-ii-Rhein 2022-2025
Förderung:
INTERREG VI Oberrhein 2021-2027 der Europäischen Union
Präsentation der Ergebnisse
Am 07. Mai 2026 wurden die Ergebnisse des Projekts ERMES-ii Rhein veröffentlicht – einer der bislang umfangreichsten grenzüberschreitenden Bestandsaufnahmen zu einem der wichtigsten Grundwassergewinnungsgebiete in Westeuropa. Dafür wurde das zuströmende Grundwasser von 1.497 Grundwassermessstellen auf 181 Einzelsubstanzen untersucht. Die Ergebnisse sind als aussagekräftig für das Grundwasser im Oberrheingraben einzustufen: An 96 % der Messstellen wurde im Grundwasser mindestens ein Spurenstoff nachgewiesen und an 59 % wurde mindestens ein grenzüberschreitend festgelegter Qualitätswert für Trinkwasser überschritten. Die Grundwasserbelastung durch synthetische Spurenstoffe wie Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Metaboliten, PFAS-Verbindungen und Arzneimittelrückstände muss aufgrund der Ergebnisse als annähernd flächendeckend eingestuft werden. Zudem überlagern sich Spurenstoffe mit anderen flächenhaft auftretenden Schadstoffbelastungen wie z.B. Nitrat.
Der technische Bericht (502 MB) umfasst die Projektergebnisse zweisprachig (Französisch und Deutsch).
Inhalt: Gemeinsame Methodik, Analyseergebnisse und Interpretationen für die Schwerpunkte 1 und 2, Maßnahmen zur Begrenzung der Belastungen.
Die Zusammenfassung der Berichts (6,2 MB) stellt die Ergebnisse für die breite Öffentlichkeit dar.
Inhalt: Wichtigste Ergebnisse und Interpretationen: Gesamtqualität und Mikroverunreinigungen durch Pestizide, PFAS und abwasserbürtige Stoffe.
Pressemitteilung

