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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Makrozoobenthos

Das Makrozoobenthos (Fischnährtiere) ist ein guter Indikator für die biologische Gewässergüte, also für das Ausmaß der organischen Belastung. Darüber hinaus ist diese Gruppe ein Indikator für die „Allgemeine Degradation“ der Struktur der Fließgewässer.

Eine tabellarische Übersicht der Überwachungsergebnisse Makrozoobenthos aus den Jahren 2004 bis 2018 finden Sie rechts im Downloadbereich. Zudem wurden 2009 und 2015 spezielle Untersuchungen zur Ermittlung der organischen Belastung (gemäß DIN 38410) durchgeführt. Auch diese Ergebnisse finden Sie rechts im Downloadbereich

Darüber hinaus finden Sie hier einen Bericht zu den durchgeführten Makrozoobenthosuntersuchungen in salzbelasteten Bächen im Jahr 2011.

Eines der ältesten Verfahren zur Beschreibung der "biologischen Gewässergüte" ist das Saprobiensystem, welches vor allem Beeinträchtigungen von Fließgewässern durch Abwässer und sich hieraus ergebende Defizite des Sauerstoffhaushaltes aufzeigt.

Aufgrund ihres unterschiedlichen Sauerstoffbedarfs eignen sich die Fischnährtiere gut, um anhand ihres Vorkommens Rückschlüsse auf die jeweilige Gewässergüteklasse zu ziehen. Hinsichtlich der Sauerstoffverfügbarkeit besonders anspruchsvoll sind beispielsweise die Steinfliegen- und viele Eintagsfliegenlarven; hingegen können Wasserasseln oder verschiedene Egel auch noch bei zum Teil erheblichen Sauerstoffdefiziten im Gewässer überleben. Bei der Überwachung der Fließgewässer dient die "biologische Gewässergüte" immer als Leitparameter für die Beschaffenheit der Gewässer und lässt sowohl Handlungsbedarf als auch Sanierungserfolge leicht erkennen.

Auf diese Weise wurde für Hessen bereits 1970 die erste Gewässergütekarte erstellt und danach in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Der Vergleich der biologischen Gütekarten aus den Jahren 1970, 1976, 1986, 1994, 2000, 2006, 2010 und 2016 dokumentiert dabei zum einen die enormen Erfolge der Vergangenheit, weist jedoch auch auf noch bestehende Defizite hin.

Als erstes Bundesland  hatte Hessen 2006 eine Gewässergütekarte gemäß den Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie erstellt, d.h. es werden nun 5 Klassen (sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend, schlecht) unterschieden und der Maßstab der Bewertung orientiert sich am natürlichen Zustand der einzelnen Bäche und Flüsse. Dadurch haben sich die Anforderungen erhöht - heute befinden sich 82% der untersuchten hessischen Fließgewässer in einem guten bis sehr guten Zustand. Das heißt, sie sind von leicht abbaubaren organischen Stoffen weitgehend unbelastet. Allerdings besteht noch auf einer Gesamtlänge von ca. 1.500 km ein Handlungsbedarf zur Minderung der organischen Belastung.
 
Die  aktuelle Gewässergütekarte 2016 nebst einem ausführlichen Bericht finden Sie in der rechten Spalte unter "Downloads".

Die Gewässergütekarten der Jahre 1970, 1976, 1986/87, 1989/90, 2000, 2006. 2010 und 2016 finden Sie ebenfalls in der rechten Spalte unter "Downloads".