
Weltwassertag 2026
Der Weltwassertag 2026 zeigt, wie Wasser und Geschlechtergleichstellung miteinander verbunden sind. Frauen und Mädchen tragen eine größere Last, wenn der Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen erschwert ist. Sie verbringen mehr Zeit mit dem Wasserholen, was zu körperlicher Belastung, Gesundheitsrisiken und eingeschränkten Chancen führt. Oft müssen sie unsicheres Wasser nutzen, und der Weg dorthin birgt Sicherheitsrisiken, besonders in abgelegenen Gebieten.
Deshalb ist die Wasserkrise auch eine Frauenkrise. Frauen und Mädchen sollten bei Lösungen mitgestalten, um ihre Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. Sie sollten als Führungskräfte, Ingenieurinnen, Bäuerinnen und Wissenschaftlerinnen einbezogen werden, um bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln.
Deshalb lautet das Motto der diesjährigen Kampagne: „Wo Wasser fließt, wächst Gleichstellung“.
Weitere Informationen: www.worldwaterday.org
Tag der offenen Messstation am 13. August – 50 Jahre Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden
Zum 50-jährigen Jubiläum der Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden laden die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz herzlich ein, die Messstation an der Theodor-Heuss-Brücke zu besuchen.
Erfahren Sie, wie seit 1976 der Rhein überwacht wird, welche Herausforderungen Fließgewässer damals und heute betreffen und wie die Landesämter den Zustand der Gewässer bewerten.
Der diesjährige Weltwassertag am 22. März findet nicht wie üblich an der Rheinwasser-Untersuchungsstation statt – der Besuch am 13. August bietet dafür die Gelegenheit, Führungen zu erleben und mehr über die Arbeit der Gewässerüberwachung zu erfahren, welche Messgeräte zum Einsatz kommen und wie kontinuierliche Messungen helfen, Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig zu erkennen.
Seit 50 Jahren im Einsatz für den Rhein
Die Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden überwacht seit 1976 die Wasserqualität des Rheins. Die kontinuierlichen Messungen und der länderübergreifende Betrieb durch Hessen und Rheinland-Pfalz liefern wichtige Erkenntnisse über den Zustand eines der bedeutendsten Flüsse Europas.
Der Rhein im Wandel
Heute gilt der Rhein vielerorts wieder als ökologisch deutlich verbessert – ein Erfolg jahrzehntelanger Anstrengungen im Gewässerschutz. Noch in den 1960er- und 1970er-Jahren war die Situation eine andere:
Industrieeinleitungen, kommunale Abwässer und die intensive Nutzung des Flusses belasteten die Wasserqualität erheblich.
Wie verletzlich ein großes Flusssystem sein kann, zeigte auch der Chemieunfall bei Sandoz im Jahr 1986, als große Mengen gefährlicher Stoffe in den Rhein gelangten. Solche Ereignisse machten deutlich, wie wichtig eine kontinuierliche Überwachung der Wasserqualität und eine schnelle Alarmierung bei Schadstoffeinträgen sind.
Der Rhein ist zudem eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, wird intensiv für Schifffahrt, Industrie, Trinkwassergewinnung und Freizeit genutzt. Diese vielfältigen Nutzungen stellen besondere Anforderungen an den Schutz und die Überwachung des Flusses.
Ein strategisch wichtiger Standort
Die Rheinwasser-Untersuchungsstation befindet sich bei Rheinkilometer 498,5 – nahezu in der Mitte der gesamten Fließstrecke des Rheins. Damit liefert sie wichtige Informationen über die Wasserqualität eines großen Einzugsgebietes und ermöglicht Rückschlüsse auf Belastungen, die aus den oberhalb liegenden Regionen des Flusssystems stammen.
Der Standort an der Theodor-Heuss-Brücke bietet besondere Möglichkeiten für die Gewässerüberwachung: Hier kann der Rhein über den gesamten Querschnitt beprobt werden. Gleichzeitig liegt die Messstation unmittelbar unterhalb der Mainmündung, sodass Einflüsse eines der größten Nebenflüsse des Rheins besonders genau beobachtet werden können.
Diese Kombination macht den Standort zu einem wichtigen Punkt für die Bewertung der Wasserqualität des Rheins. Neben der kontinuierlichen Überwachung wichtiger physikalischer und chemischer Parameter, greift bei auffälligen Veränderungen der Wasserqualität ein international abgestimmtes Alarmsystem. So können Behörden schnell reagieren, beispielsweise um Trinkwassergewinnungen zu schützen oder mögliche Schadstoffeinträge zu untersuchen.
50 Jahre Daten – Grundlage für den Gewässerschutz
Die seit fünf Jahrzehnten erhobenen Messdaten liefern einen wertvollen Langzeitdatensatz zur Entwicklung der Wasserqualität des Rheins. Sie ermöglichen es, Veränderungen zu erkennen, Maßnahmen zum Gewässerschutz zu bewerten und Erfolge sichtbar zu machen.
Die Wasserqualität des Rheins hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert – ein Ergebnis technischer Maßnahmen, politischer Vereinbarungen und konsequenter Überwachung.
Neue Herausforderungen für den Gewässerschutz
Auch heute bleibt die Überwachung der Fließgewässer eine wichtige Aufgabe. Neben klassischen Schadstoffen rücken zunehmend neue chemische Verbindungen und Spurenstoffe in den Fokus. Viele dieser Stoffe sind in sehr geringen Konzentrationen vorhanden, wirken aber gemeinsam als komplexes Stoffgemisch im Wasser.
Diese Verunreinigungen sind für das Auge unsichtbar und stellen die Analytik vor große Herausforderungen. Umso wichtiger sind moderne Messverfahren und eine kontinuierliche Beobachtung der Gewässer. Im Zuge des Klimawandels gewinnen zudem Hitzeperioden und Niedrigwasserphasen an Bedeutung. Gerade dann wird die kontinuierliche Überwachung der Wassertemperaturen und Sauerstoffgehalte im Rhein immer wichtiger, um ökologische Belastungen frühzeitig zu erkennen.
Daten & Fakten zur Messstation
Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden
• Inbetriebnahme: 1976
• Standort: Theodor-Heuss-Brücke
• Lage: Rheinkilometer 498,5
• Besonderheit: Probenahme über den gesamten Flussquerschnitt möglich, unmittelbar unterhalb der Mainmündung
• Betrieb: Gemeinsam durch Hessen und Rheinland-Pfalz
• Aufgabe: Kontinuierliche Überwachung der Wasserqualität des Rheins mit Alarmfunktion
Lage und Anfahrtsmöglichkeiten
Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden (RUSt)
Adenauer Ufer 10
55116 Mainz
Die Messstation befindet sich an der Uferpromenade unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke auf der Mainzer Seite (Direktlink zu Google-Maps).
Haltestellen in der Nähe (ÖPNV):
- Mainz Landtag
- Mainz Brückenplatz
- Wiesbaden-Mainz-Kastel Brückenkopf und zu Fuß über die Theodor-Heuss Brücke
Anfahrt mit dem PKW ist z. B. über die Rheinstraße (Mainz) möglich. Parkmöglichkeiten finden Sie im nahegelegenen Parkhaus Rheinufer (kostenpflichtig).
Was ist der Weltwassertag?
Der Weltwassertag ist ein Ergebnis der Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Er wird seit 1993 jährlich aufgrund einer Resolution der UN-Generalversammlung vom 22. Dezember 1992 begangen. Der von der UNESCO ins Leben gerufene Weltwassertag macht auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aufmerksam. Der Weltwassertag lädt dazu ein, sich mit dem Thema Wasser intensiv auseinander zu setzen und ein höheres Wasserbewusstsein zu schaffen. Das Konsumverhalten des Menschen, sowie die Auswirkungen des Klimawandels belasten die Gewässer in vielfältiger Weise. Der Mensch muss lernen, weitsichtig und verantwortungsvoll mit den Wasserressourcen umzugehen. Hierzu gilt es Wasserressourcen zu erhalten und zu schützen.
Der Schutz oberirdischer Gewässer und des Grundwassers zählt zu den bedeutendsten Aufgaben der Umweltpolitik. Wasser ist unumstritten eine sehr wichtige Ressource und Lebensgrundlage für alle Lebewesen auf der Erde. Der Weltwassertag, jährlich am 22. März, weist auf die Bedeutung des Wassers für die Menschheit hin. Er steht in jedem Jahr unter einem anderen Motto. Die jährlich wechselnden Schwerpunktthemen werden durch die Vereinten Nationen festgelegt.
Wasser kennt keine Grenzen, die länderübergreifende Zusammenarbeit ist daher von zentraler Bedeutung. Auch der Rhein und die Gewässer in seinem Einzugsgebiet überschreiten nationale und internationale Grenzen. Staaten und beteiligte Bundesländer arbeiten deshalb im Sinne des Gewässerschutzes intensiv zusammen. So wird zum Beispiel die Rheinwasser-Untersuchungsstation Mainz-Wiesbaden in Mainz von Rheinland-Pfalz und Hessen gemeinsam betrieben.

Der Rhein bei Nackenheim (2018)
Wasser ist eine der Lebensgrundlagen für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wasser dient als Lebensraum und ist wichtiges Lebensmittel. Wir nutzen unsere Fließgewässer in vielfältiger Hinsicht, zum Beispiel als wichtige Trinkwasserquelle, als Schifffahrtsstraße, zur Stromgewinnung sowie zur Be- und Entwässerung von Nutzflächen. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel müssen wir verantwortungsvoll mit unseren Wasserressourcen umgehen und unsere Gewässer schützen.
Informationen und Veranstaltungsunterlagen zu früheren Weltwassertagen des HLNUG finden Sie hier
UN-Wasserdekade
Wussten Sie, dass es neben dem Weltwassertag auch eine Wasserdekade gibt?
Sie wurde im Dezember 2016 von den Vereinten Nationen beschlossen, läuft seit dem 22. März 2018 und geht noch bis März 2028!
In zehn Jahren kann sich viel ändern

"Die Vereinten Nationen haben sich verpflichtet, ein Jahrzehnt lang den Fokus auf das Thema Wasser zu legen. Das sind zehn Jahre, um die nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Zehn Jahre, um den bestehenden Programmen und Projekten neuen Schwung zu verleihen."
wateractiondecade.org (englisch)
Und mehr zu den Aktionen in Deutschland finden Sie auf der Seite des Bundesumweltministeriums unter BMUV.
Tipps zum Schutz von Trinkwasser

Als Mikroplastik werden feste und lösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen durch den Zerfall größerer Plastikgegenstände oder werden speziell in dieser Größe zur Anwendung in der Industrie (z. B. Kosmetik) gefertigt.
Mikroplastik belastet unsere Meere, Flüsse und Seen. Die Kunststoffe treiben im Wasser, lagern sich auf dem Grund ab oder werden durch Organismen aufgenommen und gelangen somit in unsere Nahrungskette.
Was kann ich tun?
- beim Kauf auf Kosmetik ohne Mikroplastik achten
- Kleidung ohne Kunststoffe tragen
- und ganz allgemein Plastikmüll vermeiden
Weitere Informationen:

In trockenen Sommermonaten mit wenig Niederschlag kann es passieren, dass es zu Einschränkungen bei der Entnahme von Wasser aus Brunnen und Fließgewässern kommt. Die Bewässerung von z. B. Pflanzen im Garten oder zu Hause ist somit gefährdet.
Was kann ich tun?
- Auffangbehälter für Regenwasser installieren
- Garten mit Regenwasser bewässern
- Regenwasser leistet auch als Spülwasser für die Toilette gute Dienste
Weitere Informationen:
Aktuelle Wasserständen der Fließgewässern in Hessen

Sonnenschutzmittel mit chemischen Lichtschutzfiltern können negative Folgen auf die in Gewässern befindlichen Organismen (wie z. B. Algen) haben. Substanzen, dessen negative Wirkungen belegt wurden, werden zum Teil verboten. Die Zahl der synthetischen Lichtschutzfilter steigt jedoch stetig und einige Stoffe stehen im Verdacht schädlich auf Organismen zu wirken.
Was kann ich tun?
- biologisch abbaubare Sonnenschutzmittel verwenden
- nach dem Eincremen mindestens eine halbe Stunde warten, bevor man ins Wasser geht
- lange UV-Shirts und -Hosen tragen und so ganz auf Sonnenschutzmittel verzichten
Weitere Informationen:

Die unsachgemäße Entsorgung von Medikamenten, Essensresten, Ölen, Fetten und Hygieneartikel (z. B. Feuchttücher oder Tampons) in der Toilette macht es den Abwasserbehandlungsanlagen immer schwerer alle Verunreinigungen zu entfernen. Rückstände von Arzneimitteln können meist nicht komplett entfernt werden und gelangen somit in die Fließgewässer, in den Boden und damit auch ins Grundwasser.
Was kann ich tun?
Medikamente werden hier entsorgt
Hygieneartikel gehören in den Hausmüll
Essensreste gehören in die Biotonne oder auf den Kompost
gebrauchte Speiseöle und Fette werden über den Restmüll entsorgt
gebrauchtes Motoröl kann an der Verkaufsstelle oder bei den kommunalen Entsorgungsbetrieben abgegeben werden
Weitere Informationen:

Die Versiegelung von Flächen vermindert die natürliche Grundwasserneubildung, da das Wasser, welches in Form von Niederschlag auf den Boden auftritt, nicht an Ort und Stelle in den Boden versickern kann. Es wird meist in die Kanalisation eingeleitet und kann bei kräftigen Niederschlägen zu einer Überlastung der Kanalisation führen und zu Überschwemmung von Straßen und Flächen beitragen.
Was kann ich tun?
- wasserdurchlässige Beläge einer vollständigen Versiegelung vorziehen
- versiegelte Flächen, wie z.B. Parkplätze oder Einfahrten, wieder entsiegeln (manche Kommunen fördern Entsiegelungen durch finanzielle Zuschüsse)
Weitere Informationen:
Hochwasser (Enstehung, Schutz, Vorhersage)

Pflanzenschutzmittel haben eine ökotoxikologische Wirkung auf Pflanzen und Organismen, weshalb ihr Einsatz in der Umwelt gut überlegt sein muss. Sie sollten daher immer im Fachhandel gekauft werden, da hier ausführlich über die verschiedenen Pflanzenschutzmittel beraten wird und auch alternative Mittel zu Chemikalien vorgestellt werden.
Was kann ich tun?
- auf die richtige Dosierung achten
- nur tatsächlich befallenen Flächen behandeln
- auf die richtige Witterung achten: trocken und nicht zu heiß (> 25°C)
- Pflanzenschutzmittel nur auf Gehölzen, Beeten und Rasenflächen verwenden (auf anderen Flächen wie z. B. Garagenzufahren oder Wegen ist die Verwendung nicht gestattet)
Weitere Informationen:




