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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Gefährdung der Böden

Böden sind empfindlich und daher auf vielfältige Weise gefährdet. Insbesondere ihre Nutzung durch den Menschen hat verschiedenartige Belastungen zur Folge:

Durch Flächeninanspruchnahme für diverse Baumaßnahmen, (z.B. für Siedlungen, Infrastruktur, Industrie) geht Boden mehr oder minder unwiederbringlich verloren. Die Bodenversiegelung führt in der Regel zum Verlust aller Bodenfunktionen und kann mittelfristig nicht oder nur mit hohem Aufwand rückgängig gemacht werden.

Böden sind auch verschiedenen physikalischen Beeinträchtigungen ausgesetzt: Durch Erosion, also den Abtrag von Bodenpartikeln durch Wasser und Wind, kommt es zu einem Verlust von wertvoller Bodensubstanz. Die dadurch bedingten Einträge in Flüsse und Seen können durch ihren hohen Nähr- und Schadstoffgehalt die dortige Fauna und Flora belasten. Durch unangepasste Nutzung oder unsachgemäße Bewirtschaftung können diese Erosionsprozesse drastisch verstärkt werden. Ebenfalls durch falsche Bewirtschaftungsmethoden, wie beispielsweise dem Befahren mit zu schweren landwirtschaftlichen Maschinen, kann es zur Verdichtung von Böden kommen. Das Bodengefüge wird geschädigt, es kommt zu einer Abnahme des Porenvolumens und einer Einschränkung des Luft- und Wassertransports sowie der Durchwurzelung.

Durch Emissionen aus Industrie, Verkehr und Haushalt gelangen anorganische oder organische Schadstoffe in die Atmosphäre und werden später auf den Böden deponiert. Ein direkter Eintrag von Schadstoffen in die Böden erfolgt durch den Einsatz von Düngemitteln, Klärschlämmen oder Pflanzenschutzmittel. In Überschwemmungsgebieten kann die Ablagerung von kontaminierten Hochflutsedimenten eine Belastungsquelle darstellen.

Böden fungieren oft als Senke für Schadstoffe. Ein übermäßiger Stoffeintrag kann zum Verlust der Filter- und Pufferfunktion des Bodens führen – es kommt zur Beeinträchtigung benachbarter Umweltkompartimente, wie beispielsweise des Grundwassers.

Auch der fortschreitende Klimawandel kann negative Auswirkungen auf die Böden und ihre Funktionen haben. Der Anstieg der Temperatur und die Veränderung der Niederschlagsverteilung beeinflussen den Wasser- und Stoffhaushalt des Bodens und haben Folgen für Land- und Forstwirtschaft.

Sind die Funktionen des Bodens durch die beschriebenen Gefährdungen und Belastungen so stark beeinträchtigt, dass erhebliche Nachteile oder Belästigungen für den Einzelnen oder die Allgemeinheit herbeigeführt werden, spricht der Gesetzgeber von „Schädlichen Bodenveränderungen“ (§ 2 Abs. 3 BBodSchG).