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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Boden-Dauerbeobachtung

Die Boden-Dauerbeobachtung ist das Langzeit-Programm zur Untersuchung des Bodenzustands und seiner weiteren Entwicklung und stellt ein zentrales Element der Umweltbeobachtung dar.

Ziele der Einrichtung von Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) sind:

  • die Beschreibung des aktuellen Zustandes der Böden,
  • die langfristige Überwachung der Veränderungen der Böden und
  • die Ableitung von Prognosen der zukünftigen Entwicklungen.

Warum ist das nötig?

Böden sind nicht statisch, sondern unterliegen ständigen Veränderungen. Neben natürlichen Prozessen können sowohl die vielfältige Nutzung der Böden als auch diffuse Stoffeinträge (z.B. durch Niederschlag, Staub, Hochwasserereignisse) zu Änderungen der Bodenqualität führen.

Warum reicht eine einmalige Probennahme nicht?

Bodenveränderungen erfolgen oft unmerklich, über lange Zeiträume und sind meist nicht mehr rückgängig zu machen. Einmalige Untersuchungen geben deshalb nur ungenügend Auskunft. Mit der Boden-Dauerbeobachtung ist es möglich, neben der räumlichen Information auch die zeitliche Komponente abzudecken und Daten zu stofflichen Bodeneigenschaften und deren Veränderungen zu erhalten.

Für den vorsorgenden Bodenschutz ist es wichtig, nachteilige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen, um darauf angemessen und nachhaltig reagieren zu können. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, nicht nur Daten zum Ist-Zustand der Böden und ihrer aktuellen Verbreitung zu erheben, sondern zusätzliche Information über die Entwicklung und Veränderung unserer Böden zu erhalten.

Welchen Umfang hat das Programm?

Die hessische Boden-Dauerbeobachtung umfasst eine Intensiv-BDF zur Merkmals- und Prozessdokumentation  und 67 Basis-BDF zur Merkmalsdokumentation, die in den Jahren 1992 bis 1999 nach einheitlichen bundesweiten Vorgaben eingerichtet wurden (Barth et al. 2000) und seitdem in regelmäßigen Abständen wiederholt beprobt werden. Die Karte zeigt die Lage der BDF in den hessischen Landkreisen.

Nutzungsdifferenziert sind es:

  • 26 Acker-BDF, davon 25 Musterstücke der Bodenschätzung
  • 17 Grünland-BDF (Wiese, Weide), davon 2 Musterstücke der Bodenschätzung
  • 22 Wald-BDF, davon eine Intensiv-BDF
  • 2 Sonderkultur-BDF (Weinbergsböden)
  • 1 Sonderstandort-BDF (Gewässerboden/Uferbereich) im Altarm eines ehemaligen Fließgewässers

Wozu werden die erhobenen Daten verwendet?

Die erhobenen Daten sind wichtiger Bestandteil des hessischen Bodenzustandskatasters und damit Grundlage vielfältiger Auswertungen, wie beispielsweise für die Ermittlung von Hintergrundwerten für Hessen. Außerdem werden systematisch Rückstellproben von allen BDF entnommen und in der Bodenprobenbank des HLNUG eingelagert, um Nachuntersuchungen bei neu auftauchenden Fragestellungen zu ermöglichen.

Daneben stehen die hessischen Daten für bundesweite Auswertungen zur Verfügung. Dazu findet ein intensiver Austausch mit den entsprechenden Fachbehörden der Länder und des Bundes statt.

Literatur

Barth, N., Brandtner, W., Cordsen, E., Dann, T., Emmerich, K.-H., Feldhaus, D., Kleefisch, B., Schilling, B. & Utermann, J. (2000): Boden-Dauerbeobachtung, Einrichtung und Betrieb von Bodendauerbeobachtungsflächen. - in Rosenkranz, D., Bachmann, G., König, W. & Einsele, G. [Hrsg.]: Bodenschutz, Ergänzbares Handbuch der Maßnahmen und Empfehlungen für Schutz, Pflege und Sanierung von Böden, Landschaft und Grundwasser;Bd 3: 9152: 1-127; Erich Schmidt Verl., Berlin.