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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Stoffeinträge

Für Stoffeinträge in den Boden gibt es verschiedene Eintragspfade.

Einige Schadstoffe, in erster Linie Schwermetalle, haben auch natürliche, geogene Quellen: Sie entstammen den in den Ausgangsgesteinen der Bodenbildung enthaltenen Mineralien und werden durch Verwitterung freigesetzt. Deshalb sind Hintergrundwerte für anorganische Spurenstoffe in erster Linie von den jeweiligen Ausgangssubstraten der Bodenbildung abhängig.

Dazu kommen die Stoffeinträge, die durch den Menschen verursacht werden: Großflächig erfolgt ein Eintrag der anthropogenen Emissionen aus Industrie, Verkehr und Haushalt vor allem über die Atmosphäre. Dabei werden die emittierten Schadstoffe durch nasse oder trockene Deposition auf der Bodenoberfläche abgelagert.

Andererseits können Schadstoffe auch auf direktem Wege in die Böden eingebracht werden, so beispielsweise bei der landwirtschaftlichen Nutzung von Böden durch den Auftrag von Dünge- (Mineraldünger, Wirtschaftsdünger, Komposte, Klärschlämme) und Pflanzenschutzmitteln. Darüber hinaus führt die Ablagerung von belasteten Sedimenten auf Überschwemmungsflächen bei Hochwasserereignissen zu einem direkten Stoffeintrag. Neben diesen diffusen, großflächigen Einträgen kann es auch zu eher lokalen Einträgen in die Böden kommen, so beispielweise in unmittelbarer Straßennähe durch Bremsen- und Reifenabrieb, Treibstoffe sowie Streusalze oder bei einem Unfall mit bodengefährdenden Stoffen.

Neben Schwermetallen und organischen Stoffverbindungen werden durch atmosphärische Deposition verstärkt Säurebildner, wie Schwefel- und Stickstoffverbindungen, in den Boden eingetragen. Auch durch den Einsatz von ammoniumhaltigen Düngern hat sich der natürliche Prozess der Bodenversauerung stark beschleunigt.

Eingetragene Schadstoffe können im Boden ab- oder umgebaut, zurückgehalten oder festgelegt werden (Filter-, Puffer-, Transformatorfunktion). Problematisch wird es vor allem, wenn die in den Boden eingetragenen Stoffe persistent, also schwer abbaubar, sind und es somit zu einer langfristigen Stoffanreicherung kommt. Daher fungieren Böden in natürlichen Stoffkreisläufen als Schadstoffsenken. Durch einen Transfer der Schadstoffe aus dem Boden in Nahrungs- und Futterpflanzen bzw. direkt ins Tier kann auch die Gesundheit des Menschen gefährdet werden.

Bewertungsmaßstäbe für Schadstoffgehalte in Böden sind in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) enthalten. Neben allgemeingültigen Vorsorgewerten beinhaltet sie wirkungspfadbezogene Prüf- und Maßnahmenwerte für eine Vielzahl an Parametern. Außerdem werden Vorgaben zur Probennahme, -aufbereitung und Analytik gemacht. Zur Anwendung kommen die Vorsorgewerte beispielsweise beim Auf- und Einbringen von Materialien nach § 12 der BBodSchV oder bei Verfüllung und Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht .