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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Forschungsprojekt

Hüteschafhaltung

 

Projekttitel

Vorstudien zur Planung von Biotopverbund-Korridoren für Hüteschafhaltung in der Werra-Meißner-Region

Antragsteller

Prof. Dr. Gert Rosenthal, FG Landschafts- und Vegetationsökologie der Universität Kassel

Projektbeschreibung

In der Hessischen Biodiversitätsstrategie (HMUKLV 2016) wird die Landschaftspflege mit Schafen als Schlüsselkonzept für die Erreichung von Naturschutzzielen in wertgebenden Ökosystemen der Kulturlandschaft verstanden, die es durch zeitnahe Maßnahmen zu stützen gilt. Allerdings ist insbesondere die für den Naturschutz so wertvolle Betriebsform der Hüteschafhaltung nach wie vor rückläufig. Ein groß angelegtes und wissenschaftlich begleitetes Umsetzungsprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt zur Unterstützung der (Hüte-)Schäferei im Werra-Meißner-Kreis wurde vom Fachgebiet Landschafts- und Vegetationsökologie der Universität Kassel vorbereitet.

Mit Unterstützung durch den Hessischen Biodiversitätsforschungsfonds konnten in den Förderjahren 2017 und 2018 zwei Vorstudien zum Umsetzungsprojekt durchgeführt werden, die auf bestehenden Beweidungskonzepten im Werra-Meißner-Kreis aufbauen und wichtige Grundlagen für das avisierte Umsetzungsprojekt liefern. Die Darstellungen der ersten Vorstudie beinhalten eine Übersicht über die derzeitige Schutzgebietssituation und das Vorkommen und den Zustand geschützter, planungsrelevanter Lebensraumtypen und Arten. In Zusammenarbeit mit einem Hüteschäfereibetrieb wurde das derzeit bestehende Netzwerk aus genutzten Triebwegen und Weideflächen beispielhaft erfasst und dargestellt. Überdies wurden Engstellen im bestehenden Korridor herausgearbeitet und im Hinblick auf mögliche Lösungsansätze diskutiert.

In der zweiten Vorstudie wird das Konzept des geplanten Umsetzungsprojekts inhaltlich und räumlich erweitert. Unter anderem konnten weitere Schäfereibetriebe für die Teilnahme am geplanten Projekt gewonnen werden, die durch ihre unterschiedliche betriebliche Aufstellung als Beispielbetriebe besonders geeignet sind. Deren Flächen und Triebwege sollen im Zuge des avisierten Projekts zu intelligenten, naturschutzfachlich hochwertigen Flächenverbünden aufgewertet werden. Begleitend zu den Maßnahmen in der Fläche werden die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit, Akzeptanzbildung, Umweltbildung, Tourismus und Vermarktung sowie die wissenschaftliche Begleitung des Projekts aus ökologischer und ökonomischer Sicht konzeptionell vorbereitet. Die Ergebnisse der Vorstudien können in den Abschlussberichten (Teil 1 und Teil 2) nachgelesen werden.

Projektdauer

2017-2018

Projektpartner

  • Universität Kassel, FG Betriebswirtschaft, Prof. Dr. Detlev Möller
  • Landkreis Werra Meißner, Fachbereich Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz, Dr. Rainer Wallmann, Gerhard Müller-Lang
  • Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, Marco Lenarduzzi, Susanne Pfingst
  • Schäfereibetriebe aus dem Werra-Meißner-Kreis
  • Schaf- und Ziegenberatungsstelle (FG 16) des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Arnd Ritter