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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Forschungsprojekt

Luchs

 

Projekttitel

Populationsdynamik des Luchses in Nordhessen – Eine Fallstudie zum Ausbreitungspotential der Art in Deutschland

Antragsteller

Dr. Markus Port, Johann-Friedrich-Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie der Georg-August-Universität Göttingen, Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie

Projektbeschreibung

Einst war der Eurasische Luchs (Lynx lynx) über weite Teile Mitteleuropas verbreitet. Infolge starker Bejagung und der Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes kam es hier aber vor rund 200 Jahren zum lokalen Aussterben der Art. Seit den 1970er Jahren unterstützen Wiederansiedlungsprojekte in mehreren europäischen Ländern die allmähliche Rückkehr der Pinselohren in unsere Wälder. Ein solches Wiederansiedlungsprojekt fand im Nationalpark Harz statt, wo zwischen 2000 und 2006 insgesamt 24 Luchse in die Freiheit entlassen wurden.

Vor einigen Jahren hatte sich auch im Norden Hessens eine kleine Teilpopulation des Luchses gebildet, deren Gründer Nordhessen vermutlich vom Harz aus besiedelten. Diese kleine Teilpopulation war ein wichtiger erster Schritt zur Vernetzung der bislang isolierten Luchsvorkommen in Deutschland im Harz, im Bayerischen Wald und im Pfälzerwald.

Leider ist seit 2015 ein dramatischer Rückgang des Luchsbestandes in Nordhessen zu verzeichnen. Die einstmals hoffnungsvolle Teilpopulation brach von zwischenzeitlich mindestens sechs adulten Tieren beiderlei Geschlechts auf nur noch zwei residente Männchen zusammen. Zur weiteren Überwachung des Luchsbestandes in Nordhessen arbeitet das HLNUG mit der Arbeitsgruppe Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen zusammen. Durch den Einsatz automatischer Kameras (sogenannter Fotofallen), und in enger Zusammenarbeit mit dem Luchsprojekt Harz, soll die Abundanz des Luchses in Nordhessen auch weiterhin bestimmt und die Populationsdynamik (Reproduktion, Mortalität, Migration) erfasst werden. Anhand der erhobenen Daten können die langfristige Stabilität kleiner isolierter Luchsvorkommen abgeschätzt und Empfehlungen für das Management solcher Splitterpopulationen getroffen werden. Dabei hat die Region Nordhessen Modellcharakter, um das Ausbreitungspotential des Luchses in Deutschland beurteilen zu können.

Projektdauer

2018-2021

Projektpartner

  • AK Hessen-Luchs
  • Forstämter Nordhessen