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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Forschungsprojekt

Hessische Orchideen

 

Projekttitel

Diversität Hessischer Orchideen, ihre künstliche Anzucht, Kultur und Wiederausbringung (DivOrch)

Maßnahmenverantwortlicher

Dr. Christina M. Müller, AG Spezielle Botanik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Projektbeschreibung

In Deutschland sind etwa 60 Orchideenarten heimisch. Viele dieser Arten sind gefährdet und vom Aussterben bedroht. In Hessen stehen die Arten alle auf der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen (HLNUG 2019). Grund für den Rückgang der Arten ist insbesondere der Landnutzungswandel. 

Eine Maßnahme um dem Rückgang entgegenzuwirken und einzelne Arten vor dem Aussterben zu bewahren, ist die Wiederansiedlung von Orchideen via Samenpflanzen oder Jungpflanzen. Dafür müssen zunächst geeignete Spenderpopulationen in Hessen ermittelt werden, die für solch ein Vorhaben und die jeweiligen Standorte geeignet sind. Grundlage dafür ist, dass die Genetik möglicher Spenderpopulationen bekannt ist. 

Hierfür untersuchte die AG „Spezielle Botanik“ der Justus-Liebig-Universität Gießen in einem durch das HLNUG finanziertem Projekt sechs heimische Orchideenarten auf ihre genetische Diversität.

Obwohl heimische Orchideenpopulationen durch Lebensraumverlust und Isolation zurückgehen, zeigt die Untersuchung hessischer Orchideen überraschend positive Ergebnisse: Die genetische Vielfalt ist trotz des Rückgangs höher als erwartet. Die genetische Varianz findet sich vor allem innerhalb der Gruppen, was auf einen früheren genetischen Austausch hindeutet.

Im Rahmen des Projektes wurden außerdem Versuche zur künstlichen Anzucht und Kultur der Pflanzen durchgeführt. Vier der sechs Arten konnten erfolgreich im Labor aufgezogen werden.

Ziel ist es, die kultivierten Pflanzen an ihren Naturstandorten auszubringen. Dadurch sollen die heimischen Populationen stabilisiert oder auch erloschene Populationen wiederaufgebaut werden.

Um den Fortbestand der Orchideen langfristig zu sichern, müssen jedoch auch die Lebensräume geschützt und gezielte, artenspezifische Pflegemaßnahmen durchgeführt werden.

Die Ergebnisse des Projekts können im Abschlussbericht PDF nachgelesen werden.

Projektdauer

2022-2025