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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

4. Hessische Landesnaturschutztagung

"Herkulesstaude, Waschbär, Signalkrebs & Co."

- Neue Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten -

Nilgänse im Freibad, Waschbären an innerstädtischen Mülltonnen, Bisamratten an Gewässern – an manchen Stellen sind Veränderungen in der hessischen Tier- und Pflanzenwelt sehr offensichtlich. Aus der ganzen Welt kommen auf verschiedenen Wegen neue Arten zu uns, die es vorher in Hessen nicht gab – so genannte „gebietsfremde“ Arten. Wenn sie so erfolgreich sind, dass sie Lebensräume verändern und heimische Arten verdrängen, gelten sie als „invasiv“.

Hierbei stellt sich die Frage: „Wie gehen wir mit diesen Arten um?“

Abwarten, bekämpfen, ausrotten?

Um eine europaweit einheitliche Vorgehensweise zu erzielen, hat die EU-Kommission die Verordnung Nr. 1143/2014 erlassen.

Welche Ziele verfolgt die EU damit? Was heißt das für Hessen? Gibt es eventuell auch völlig andere Sichtweisen auf das Thema? Diese und andere Fragen wurden auf der 4. Hessischen Landesnaturschutztagung diskutiert.

Die 4. Hessische Landesnaturschutztagung am 6. November 2019 hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in das Thema „invasive gebietsfremde Arten“ aus Perspektive der Wissenschaft sowie des ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutzes ermöglicht.

Begrüßung
Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des HLNUG, Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen

Eröffnung
Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV)

Invasive gebietsfremde Arten – Einfuhr, Etablierung und Auswirkungen
Prof. Dr. Jonathan Jeschke, Institut für Biologie an der Freien Universität Berlin, Ratsmitglied des wissenschaftlichen Netzwerks für biologischen Invasionen in Europa „NEOBIOTA“ und Mitherausgeber der Fachzeitschrift „NeoBiota“

EU-Verordnung nach Art. 24, 1143/2014 aus Sicht der Generaldirektion für Umwelt
Stefan Leiner, Referatsleiter Biodiversität der Generaldirektion für Umwelt, Europäische Kommission, Brüssel

Vollzug in Hessen
Bernd Rüblinger, Abteilung IV für Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung und biologische Vielfalt, Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV), Wiesbaden

Welche Probleme bereiten invasive Neophyten im botanischen Artenschutz? (aus Sicht der BVNH)
Dr. Indra Starke-Ottich, Botanische Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH)

Aus der Praxis: Signalkrebs
Patrick Heinz, Dezernat V 51.1 - Landwirtschaft, Fischerei und internationaler Artenschutz, Regierungspräsidium Darmstadt

Aus der Praxis: Bewertung invasiver Pflanzenarten 
Dr. Beate Alberternst, Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie

Ethische Dimensionen des Umgangs mit invasiven gebietsfremden Arten
Dr. Uta Eser, Büro für Umweltethik, Tübingen

 

3. Landesnaturschutztagung: "Insektensterben in Hessen"

"Insektensterben! Und jetzt?"

Wissenschaftlicher Sachstand und Wege aus der Biodiversitätskrise im Offenland

Unter dem Schlagwort „Insektensterben“ hat der Verlust an Biodiversität in Deutschland in den vergangenen Monaten eine starke mediale Aufmerksamkeit erhalten. Auf Titelblättern von Zeitungen und in Talkshows wird über dieses zentrale Naturschutzthema diskutiert. Ziel dieser Veranstaltung war es, die wissenschaftlichen Grundlagen der Diskussion darzustellen und mögliche Konzepte für eine dauerhafte Zukunft von Biodiversität im Offenland zu diskutieren.

Vor wenigen Jahren wurden Frühling und Sommer noch durch das Summen und Brummen von Insekten begleitet. Diese Stimmen scheinen nun verstummt. Grund ist die verstärkte „Insektenarmut“. Daher ist es wichtig, durch Wort und Tat zur Stärkung der biologischen Vielfalt beizutragen.

Die 3. Hessische Landesnaturschutztagung am 24. Oktober 2018 hat allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in verschiedene Aspekte der Themen „Insektensterben“ und „Biodiversität im Offenland“ aus der Wissenschaft sowie dem ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutz ermöglicht.

Begrüßung
Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des HLNUG
, Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen

Eröffnung
Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV)

Insektensterben, Grünlandschwund, Ackerwildkraut-Verluste: Einzelphänomene oder Bausteine eines Gesamtbildes?
Prof. Dr. Karsten Wesche, Abteilungsleiter Botanik, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz


Massiver Insektenschwund in Deutschland - Sachstand, Ursachen und Aktivitäten
Josef Tumbrinck, Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

Stellungnahme für einen flächenwirksamen Insektenschutz
Dr. Carsten Neßhöver, Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen


Entwicklung des naturschutzrelevanten Grünlands in Hessen Detlef Mahn, Dezernatsleiter N1 (Lebensräume) in der Abteilung Naturschutz des HLNUG

Wandel der Schmetterlingsfauna im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Frank Dittmar, Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg


Aktivitäten des HMUKLV gegen das Insektensterben
Dr. Christian Hey, Leiter der Abteilung IV für Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung und biologische Vielfalt des HMUKLV


Biodiversitätsentwicklung im Offenland – was aus Sicht eines Naturschutzverbandes zu tun ist
Jörg Nitsch, Vorstandssprecher des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Landesverband Hessen e. V.


Artenrückgang in der Kulturlandschaft am Beispiel der Pflanzen der Umgebung von Groß-Felda (Vogelsberg)
Dr. Thomas Gregor, Vorsitzender der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH)


Konzepte zur Entwicklung der Landschaft in der Hessischen Rhön
Jonas Thielen, Projektmanager des LIFE-Projekts in der Hessischen Rhön

Die Wende im Offenland-Naturschutz geschafft? – Beispiel Eifel
Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher, Universität Bonn


Langjährige Integration des Naturschutzes in einen Milchviehbetrieb
Rainer Berlingen, Landwirt, Blankenheimer Dorf

2. Landesnaturschutztagung: "Auenrenaturierung in Hessen“

Auen gelten als Hotspots der Biodiversität, sie sind landschaftlich vielfältig und beherbergen eine hohe Anzahl an stark gefährdeten Lebensräumen und Arten. Hessen möchte bis 2027 unter Berücksichtigung der Belange der Landwirtschaft und des Hochwasserschutzes Lösungen entwickeln, um im Rahmen geeigneter Renaturierungsmaßnahmen die Funktionalität der Auen zu verbessern (HMUKLV - Weiterentwicklung der Hessischen Biodiversitätsstrategie 2016).

Damit die Biodiversität in Auen erhalten und gefördert werden kann, ist die Zusammenarbeit vieler verschiedener Akteure des Naturschutzes, der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, des Wasserbaus und des Städtebaus erforderlich. Unterschiedliche Ansprüche an die Funktionen von Auen sowie die gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien wie die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und die Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) machen dies zu einer sehr komplexen Aufgabe.

Mit der 2. Hessischen Landesnaturschutztagung wurde allen Teilnehmern einen Einblick in die verschiedenen Projekte zum Thema „Auen“ aus der Wissenschaft, des ehrenamtlichen und des amtlichen Naturschutzes ermöglicht, denn erfolgreicher Auenschutz gelingt nur partnerschaftlich!

Nachfolgend finden Sie die Vorträge der Referenten, die Sie sich als PDF-Dokument herunterladen können:

Prof. Dr. Thomas Schmid
Begrüßung

Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV)
Eröffnungsvortrag

Christian Geske, HLNUG, komm. Leiter Abteilung Naturschutz
Einführung

Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz
„Auenrenaturierung in Deutschland“

Eugen Thielen, HLNUG, Leiter Abteilung Wasser
„Gemeinsame Ziele von Wasserwirtschaft und Naturschutz“

Ralph Gockel, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Referatsleiter Raumordnung, Regionalentwicklung und Naturschutz
„Auen im Spannungsfeld von Landwirtschaft und Naturschutz“

Dr. Christian Hey, HMUKLV, Leiter der Abteilung IV für Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung und biologische Vielfalt
„Hessischer Klimaschutzplan – Auenrenaturierung als Vorsorge zur Klimaanpassung“

Wiebke Büschel, Regierungspräsidium Gießen, Abteilung Ländlicher Raum, Forsten, Natur- und Verbraucherschutz
„Gewässer, Ufer, Aue – Maßnahmen zur Auenreaktivierung im Projekt LiLa – Living Lahn“

Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c. (TSU) Annette Otte / Dr. Sarah Harvolk-Schöning / Julia Wollny, Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement
„Fließgewässer unter starkem anthropogenen Einfluss - Ergebnisse aus der Forschung zur Pflanzenartenvielfalt entlang von Bundeswasserstraßen“

Dr. Claus Neubeck, Universität Kassel, Fachbereich 06 Architektur - Stadtplanung - Landschaftsplanung
„DBU-Projekt - Gelbbauchunke Nordhessen - Erfahrungen mit dem revitalisierten und beweideten Primär-Lebensraum in der mittleren Fulda-Aue“

Oliver Conz, Vorsitzender der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON)
„Auenschutz aus der Vogelperspektive - Versuch einer Bilanz nach 30 Jahren Auenverbünde in Hessen”

Peter Ibe, Mitarbeiter des Biosphärenreservates Mittelelbe in Sachsen-Anhalt
„Der Biber als Landschaftsgestalter“

1. Landesnaturschutztagung: "Biodiversitätsforschung in Hessen"

Biodiversitätsforschung in Hessen – Stand und Perspektiven. Unter diesem Motto fand am 20.10.2016 in Wiesbaden die 1. Hessische Landesnaturschutztagung statt.

„Biodiversität“ – ein Wort mit hohem Bekanntheitsgrad – steht für die Vielfalt des Lebens auf der Erde und umfasst die Variabilität aller lebenden Organismen und zugehörigen ökologischen Komplexe. Der Begriff „Biodiversität“ untergliedert sich in drei Ebenen: die Vielfalt der Ökosysteme (dazu gehören Lebensgemeinschaften, Lebensräume und Landschaften), die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Die Vereinten Nationen haben das gegenwärtige Jahrzehnt zur "UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011 - 2020" ausgerufen. Und auch die hessische Biodiversitätsstrategie unterstreicht die große Bedeutung und enorme Wichtigkeit der Biodiversität für unsere Zukunft als „essentielle Voraussetzung einer intakten Natur. Sie bildet die Lebensgrundlage für den Menschen […].“.

Ziel unserer Veranstaltung war zum einen den Begriff „Biodiversität“ für die Zukunft weiter ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Zum anderen wurden im Rahmen der Tagung mit über 200 Teilnehmern aktuelle Projekte hessischer Universitäten, Forschungsinstitute, Naturschutzverbände und –behörden auf den verschiedenen Ebenen der Biodiversität präsentiert. Die Landesnaturschutztagung soll zukünftig jährlich durchgeführt werden und langfristig die landesweite Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Institutionen, ehrenamtlichem Naturschutz und den hessischen Landesbehörden intensivieren. Denn nur gemeinsam wird es uns möglich sein, die verschiedenen Ebenen der Biodiversität in Hessen zu dokumentieren, zu erhalten und zu fördern.

 

Nachfolgend finden Sie die Vorträge der Referenten, die Sie sich als PDF-Dokument herunterladen können:

Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des HLNUG
Begrüßung

Priska Hinz, Staatsministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Eröffnungsvortrag

Christian Geske, HLNUG, stellvertretender Leiter Abteilung Naturschutz
Einführung

Dr. Lars Opgenoorth, AG Allgemeine Ökologie und Tierökologie der Philipps-Universität Marburg
„Populationsgenetik und evolutionäre Ökologie als Grundlagen in Biodiversitätsforschung und Naturschutz"

Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen
„Citizen science im NABU Hessen: Gewinnung von Arten-Daten und Verbreitung von Arten-Kenntnis"

Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c. Annette Otte, Institut für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung der Justus-Liebig-Universität Gießen 
"Die Stromtalwiesen der Hessischen Oberrheinebene und die Bergwiesen der Hohen Rhön – Erhaltung und Förderung der Biodiversität durch zeitgemäße landwirtschaftliche Nutzungsverfahren"

Achim Frede, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Sachgebiet 3: Forschung, Naturschutz und Planung
„Naturwald- und Biodiversitätsforschung im Nationalpark Kellerwald-Edersee"

Dr. Frank Jauker, Institut für Allgemeine und Spezielle Zoologie – Tierökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen
"Bestäuber im Offenland – Landschaftseinfluss und Management"

Prof. Dr. Georg Zizka, Abteilung Botanik, Institut für Ökologie, Evolution & Diversität, Goethe Universität und Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
„Biotopkartierung und Biodiversitätsentwicklung in Frankfurt"