Zauneidechse
Gedrungene, kräftige Eidechse, die eine Gesamtlänge bis etwa 25 cm erreichen kann. Über die Hälfte der Länge entfällt auf den Schwanz. Der Kopf ist groß und hoch, die Schnauzen Partie rundlich und kurz. Färbung und Zeichnung sind sehr variabel. Grundfarben reichen von Brauntönen bis zu einem leuchtenden grün der Männchen im Frühjahr. Auf dem Rücken können unterschiedlich ausgeprägt, ein dunkleres Mittelband, gesäumt durch 2 hellere Bänder verlaufen. Dunkel eingefasste weiße Augenflecken ziehen sich in unterschiedlicher Ausprägung über die Flanken und den Rücken.
Die Aktivität beginnt in Hessen ab Mitte März und endet im Oktober (Jungtiere). Die übrige Zeit verbringen Zauneidechsen in frostfreien Quartieren im Bodenlückensystem, häufig in den unterirdischen Gängen von Mäusen und anderen Säugern. Bahndämme, Steinriegel und große Totholzhaufen werden auch genutzt.
Zauneidechsen aller Altersstadien jagen am Boden vorwiegend nach Insekten und Spinnen, die sie mit schnellem Zugriff ihrer Kiefer erbeuten und verschlingen. Jungtiere sind auf entsprechend kleine und zarte Beute angewiesen. Gejagt wird sowohl durch aktives Suchen wie mittels Lauer Jagd von einem erfolgversprechenden Ansitz.
Weibchen der Zauneidechse legen 5 bis 15 Eier im Mai oder Juni an warme Orte in den Boden. Die Entwicklung hängt von Temperatur und Substratfeuchtigkeit ab und dauert zwischen einem und zwei Monaten. Selten ist ein zweites Gelege möglich. Die Jungen schlüpfen meist im Juli, jagen sofort selbstständig und versuchen vor der ersten Überwinterung ein möglichst hohes Gewicht zu erreichen.
Der Name ist ein Hinweis auf den fast immer genutzten Lebensraum der Art. Zäune kennzeichnen Nutzungs-Grenzen. Wie auch andere heimische Reptilien, bevorzugt die Zauneidechse genau diese Kontaktzonen (Säume) zwischen zwei unterschiedlich genutzten und verschiedenartig bewachsenen Flächen. Neben sonnigen, vegetationsarmen und dichten, grasig - krautigen Zonen bieten einzelne niedrig wachsende, Gehölze wie Brombeeren, Wildrosen, Weißdorn, Schlehe einen geschützten Rückzugraum bei drohender Gefahr durch Beutegreifer sowie Feuchtigkeit und kühlenden Schatten an heißen Tagen. In naturnahen Gärten sind die auffälligen, leuchtend grünen Männchen im Frühling ein Blickfang. Die Zauneidechsen gewöhnen sich gut an die Anwesenheit von Menschen. Anders sieht es mit Freigänger-Hauskatzen aus. Sind diese im Garten unterwegs, können dort keine Zauneidechsen überleben.
Hier sind vor allem die Erweiterungen von Siedlungen, der Straßenverkehr, Verkehr auf Wegen in Feld und Wald, sowie das Mähen von Grünland, Straßen- und Wegerändern zu nennen. Hinzu kommt die Nutzungsaufgabe in strukturreicher Kulturlandschaft mit nachfolgendem flächigem Gehölzaufwuchs (Sukzession, Vereinheitlichung). In und um Siedlungen geht von der großen Zahl freilaufender Hauskatzen eine erhebliche Gefahr für Reptilien und andere wildlebende Kleinwirbeltiere aus.
Der Zauneidechse förderlich sind alle für artenreiche Gärten allgemein empfohlenen Maßnahmen wie „Unordnung“ und „wilde“ Bereiche mit Dickichten, Asthaufen, Steinriegeln, Trockenmauern, überständigem Pflanzenmaterial und dichten Gebüschen als gestaltende Elemente. Wichtig ist, ein kleinräumiges Mosaik offener, blütenreicher, besonnter und schattiger, bewachsener Bereiche. Kleine Wasserstellen wie Vogeltränken oder Gartentümpel werden an heißen Tagen zum Trinken aufgesucht. Intensivrasen möglichst auf die wirklich benötigten Orte beschränken. Katzen im Haus lassen.


