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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

In Hessen gespürte Erdbeben

Makroseismische Auswertung des Erdbebens vom 06. Juni 2018 bei Ober-Ramstadt

Am 06.06.2018 ereignete sich um 19:36 Uhr Ortszeit ein spürbares Erdbebenereignis bei Ober-Ramstadt, das von der Bevölkerung wahrgenommen wurde. Das Erdbeben hatte eine Lokalmagnitude von ML = 2,1 und wurde in einer Tiefe von 5 km lokalisiert. Es wurden 20 Fragebögen durch die Bevölkerung ausgefüllt. Dafür bedanken wir uns recht herzlich!

Nach Auswertung der Fragebögen konnte das Ereignis mit einer Intensität von IV nach der EMS-98-Skala bewertet werden. Dem Hessischen Erdbebendienst sind keine Schäden bekannt.

Dieses Ereignis passt zur Erdbebenherdregion bei Ober-Ramstadt, die bereits 2014 und 2015 mit über 330 Erdbeben stark aktiv war und auch ein Schadensereignis beinhaltete und seitdem regelmäßig spürbare Erdbeben hervorruft. Die Region um Ober-Ramstadt stellt damit das mit Abstand aktivste Erdbebengebiet Hessens und eines der aktivsten Gebiete Deutschlands dar.

Aktuelle Erdbebenserie in der Region Welterod (RLP) und Dickschied (Hessen)

Der Erdbebendienst Südwest und der Hessische Erdbebendienst haben seit dem 13.01.2018 insgesamt mehr als 100 Erdbeben im Bereich Welterod-Dickschied lokalisiert, deren Epizentren räumlich konzentriert auf der Landesgrenze zwischen den beiden Gemeinden liegen. Die Erdbebenherde befinden sich schwerpunktmäßig in einer Tiefe von ca. 17 km unter der Erdoberfläche. Die Stärken erreichten bisher maximal 2,6 auf der Richterskala.Bedingt durch die Herdtiefe von über 10 km sind die Erdbeben bisher nicht verspürt worden.

Schäden

Nach seismologischer Erfahrung ist nicht von Gebäudeschäden auszugehen.

Ursachen

Die Ursache für die aktuellen Erdbeben in der Region sind Spannungen im Gestein. Diese führen zu ruckartigen Verschiebungen an geologischen Verwerfungen bzw. Schwächezonen im Untergrund. Erdbebenserien, im Sinne von vielen räumlich konzentriert auftretenden Beben in relativ kurzer Folge, sind nicht ungewöhnlich.

Weiterer Verlauf

Der weitere Verlauf der Bebenserie in der Region lässt sich - wie Erdbeben generell - nicht vorhersagen. In den meisten Fällen klangen Erdbebenserien im Land nach einigen Wochen oder Monaten wieder ab, ohne dass es zu größeren Schäden kam. In selteneren Fällen nahmen die Beben in der Stärke zu, so dass es auch nicht ausgeschlossen ist, dass im Verlauf der Erdbeben-Serie ein stärkeres Erdbeben eintritt. Eine hohe Anzahl von kleinen Beben kann ein großes Erdbeben nicht verhindern oder weniger wahrscheinlich werden lassen.

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Makroseismische Auswertung des Erdbebens vom 28. September 2017 bei Ober-Ramstadt

Am 28.09.2017 ereignete sich um 05:39 Uhr Ortszeit ein spürbares Erdbebenereignis bei Ober-Ramstadt, das von der Bevölkerung deutlich wahrgenommen wurde. Trotz der eher moderaten Lokalmagnitude von ML = 2,5 wurde das Ereignis an der Oberfläche stark vernommen. Dies liegt an der eher flachen Tiefe von 3 km. Um 07:04 Uhr ereignete sich ein Nachbeben der Magnitude ML = 1,6, das ebenfalls gespürt wurde. Es wurden über 200 Fragebögen durch die Bevölkerung ausgefüllt. Dafür bedanken wir uns recht herzlich!

Beide Ereignisse passen zur Erdbebenherdregion bei Ober-Ramstadt, die bereits 2014 und 2015 mit über 330 Erdbeben stark aktiv war und auch ein Schadensereignis beinhaltete. Die Region um Ober-Ramstadt stellt damit das mit Abstand aktivste Erdbebengebiet Hessens und eines der aktivsten Gebiete Deutschlands dar.

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Makroseismische Auswertung des Erdbebens vom 14. Oktober 2016 in Darmstadt

Am Abend des 14. Oktober 2016 erschütterte ein Erdbeben mit einer Stärke von 2,9 auf der Richter-Skala um 18:08 Uhr die Region um Darmstadt. Gespürt wurde das Beben sowie mehrere Vor- und Nachbeben von vielen Menschen in der Region Darmstadt. Das Beben wurde dabei oft als Dumpfes Grollen und Zittern des Bodens wahrgenommen. Mehr als 60 Meldungen zu dem Beben wurden auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie unter Kontakt  in den dort bereitgestellten Fragebogen eingetragen. Die meisten der Meldungen konnten verwertet werden und wurden zu einer makroseismischen Karte zusammengetragen.


Das Ergebnis für die Region ist hier zu sehen (siehe Abb. 1): Das Beben wurde deutlich wahrgenommen. Das instrumentell bestimmte Epizentrum des Bebens ist dabei als Kreis auf der Karte dargestellt. Die Beobachtungen sind als Dreiecke dargestellt. Den Beobachtern wird hiermit nochmals gedankt. Dem HLNUG  ist eine Schadensmeldung bekannt gegeben worden.

Die südhessische Erdbebenserie im Jahr 2015 bei Ober-Ramstadt


Seit über einem Jahr (seit Ende März 2014) ereignet sich eine Erdbebenserie bei Ober-Ramstadt. Dabei waren vier Beben, die deutlich spürbar waren (am 30.3.2014, am 17.5.2014, am 8.6.2014 und am 29.10.2014), wobei das Ereignis vom 17. Mai am stärksten war und es hier auch zu Schäden hauptsächlich in Nieder-Beerbach kam (siehe unten „Die südhessische Erdbebenserie im Jahr 2014 zwischen Reinheim und Mühltal).

Neben den 4 größeren Ereignissen wurden auch weitere Erdbeben von einigen Betroffenen in der Region wahrgenommen und der makroseismische Fragebogen auf der Internetseite des HLNUG beantwortet.  Im Jahr 2015 kam es wieder zu spürbaren Beben und zwar am 15. März, am 23. März und an Ostern am 6. April.


In dem Projekt SiMoN (Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des nördlichen Oberrheingrabens) das über das dichteste Stationsnetz in dem Gebiet verfügt (mit den Stationen des HED, dem Erdbebendienst Südwest und mobilen Stationen der Universität Frankfurt), konnten bisher (Mitte März) über 320 messbaren Erdbeben im Magnitudenbereich von ML = -0.6 bis 4.2 und im Tiefenbereich von 1 km bis 8 km in dem Gebiet zwischen Reinheim und Ober-Ramstadt lokalisiert werden.

Die Verteilung der Erdbeben in Südhessen ist in Abbildung 1 zu sehen.

Auch in diesem Jahr kam es wieder neben den ca. 35 registrierten  Ereignissen in diesem Teil von Hessen zu 3 spürbaren Erdbeben. Allerdings war die Größenordnung der Magnitude bei diesen Beben nicht so hoch. Dafür war die Erdbebenherdtiefe (das Hypozentrum) flacher als bei den stärkeren Beben in 2014. Das ist auch der Grund, dass zu den 3 Beben in 2015 wieder viele Fragebögen von Beobachtern beantwortet wurden.


Beispielhaft ist die Karte des Erdbebens vom 15. März 2015 in Abbildung 2 zu sehen.

Zusammengefasst werden hier die Ereignisse dargestellt:

15.03.2015 Erdbeben bei Mühltal (Magnitude 2,8) am Sonntagmorgen um 04:08 Uhr Ortszeit in 3 Kilometer Tiefe.

23.03.2015 Erdbeben bei Mühltal (Magnitude 2,4) am Montagmorgen um 00:54 Uhr Ortszeit in 5 Kilometer Tiefe

06.04.2015 Erdbeben bei Mühltal (Magnitude 2,3) an Ostern (Montagmorgen) um 04:01 Uhr Ortszeit in 4 Kilometer Tiefe (siehe auch Abbildung 3)

Hiermit bedanken wir uns noch einmal ausdrücklich für die Zeit, die sich die genommen haben, um unseren Fragebogen (unter Befragung und Kontakt ) zu beantworten.

Die südhessische Erdbebenserie im Jahr 2014  zwischen Reinheim und Mühltal 


In dem Zeitraum Ende März bis Ende 2014 ereignete sich eine Erdbebenserie mit vier Beben, die deutlich spürbar waren (am 30.3.2014, am 17.5.2014, am 8.6.2014 und am 29.10.2014), wobei das Ereignis vom 17. Mai am stärksten war und es hier auch zu Schäden hauptsächlich in Nieder-Beerbach kam. Neben den 4 größeren Ereignissen wurden auch 11 Erdbeben von einigen Betroffenen in der Region wahrgenommen und der makroseismische Fragebogen auf der Internetseite des HLNUG beantwortet. Insgesamt kam es bis Ende 2014 zu über 250 messbaren Erdbeben in dem Gebiet zwischen Reinheim und im Südosten von Darmstadt.
 
Am Sonntag, den 30. März 2014 ereignete sich um 17:58 Ortszeit in Südhessen ein deutlich spürbares Erdbeben mit einer Magnitude von 3,3. Die automatische Ortung durch den Erdbebendienst beim HLUG lokalisierte das Beben der Magnitude 3,1 bei Ober-Ramstadt südöstlich von Darmstadt, was später manuell noch korrigiert wurde. Bei Polizei und Feuerwehr gingen viele Anrufe erschrockener und besorgter Bürger ein. Beim HLNUG wurden 80 makroseismische Fragebögen beantwortet, die auf einer makroseismischen Karte dargestellt sind (siehe Abbildung 1). Am 13.3.2014 gab es in der Nähe bereits ein kleineres Beben mit einer Stärke bzw. Magnitude von 1,9, was allerdings nur messbar war.

Ein Einwohner aus Reinheim beschrieb das Beben so:

 „Wir wohnen in Reinheim und registrierten gestern Abend folgenden Vorgang:  Wir hatten den Eindruck, unser Haus wird leicht angehoben und gleichzeitig erfolgte ein Knall wie bei einer Explosion; Erschütterungen konnten wir keine bemerken. Mir kam der Verdacht, dass bei unserer Ölheizung im Keller eine Explosion erfolgt ist, entsprechend habe ich sofort im Keller nachgeschaut, da war aber alles in Ordnung. Viele Nachbarn und auch ich liefen auf die Straße. Einer erzählte mir sofort, dass er gerade seine Heizung im Keller überprüft habe. Insgesamt war eine große Unsicherheit über die Ursache unseres Erschreckens, denn die meisten hatten Wahrnehmungen, die nicht zu einem Erdbeben passten. Nach ca. 10 Minuten kehrte Klarheit über die Ursache ein. Eine Frau, die in der Straßenmitte stand, rief plötzlich: "Ich habs, ich habs..." Sie  hatte mit Hilfe  von Facebook erste Informationen, dass ein Erdbeben Südhessen getroffen hatte.“

Am Samstag den 17. Mai 2014 erschütterte ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 4,2 auf der Richter-Skala um 18:46 Uhr  (16:46 UTC) die Region südöstlich von Darmstadt bei Mühltal/Nieder-Beerbach. Als Erste konnte die automatische Erdbebenmeldung des HLNUG auf der Internetseite des HLNUG eingesehen werden (siehe Abbildung 2).

Auch in Darmstadt wurde das Beben gespürt, Tische wackelten und die Gebäude wurden erschüttert. Die Beschreibungen aus Darmstadt lauteten wie folgt:

„Es war ein lautes Grummeln zu hören bzw. Leute im Freien spürten eine Druckwelle“.

In der Gemeinde Mühltal kam es zu Gebäudeschäden. 36 Schornsteine wurden beschädigt, die zum Teil von der Feuerwehr abgetragen werden mussten. Nach ersten Meldungen war jedes siebte Gebäude in Nieder-Beerbach betroffen, hauptsächlich im alten Ortskern. Ein Bewohner beschrieb das so:

„Ein extrem lauter Knall war zu hören, danach wackelte das Haus. Dachziegeln lösten sich und verrutschten, auch in anderen Häusern der Nachbarschaft.“

Auch in anderen Teilen von Mühltal (Trautheim und Nieder-Ramstadt) kam es zu Schäden. Über 100 Schadensmeldungen gingen bei der Gemeinde Mühltal ein. Eine deutschlandweite Berichterstattung war das Ergebnis dieses Bebens. 

Mehr als 520 Meldungen zu dem Beben wurden auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter Kontakt   in den dort bereitgestellten Fragebogen eingetragen. Die meisten der Meldungen konnten verwertet werden und wurden zu einer makroseismischen Karte zusammengetragen (siehe Abbildung 3). Unter den beantworteten Fragebögen waren 86-mal Gebäudeschäden gemeldet worden.


Die Beobachter, denen hiermit nochmals gedankt wird, haben das Beben so wahrgenommen:

„Der Boden hob sich und die Erschütterung kam mit einem lauten Knall. Es war diesmal länger als das Erdbeben Ende März 2014.“

oder „Zuerst gab es stärker werdende Vibrationen, dann eine deutlich stark spürbare Ruckbewegung des gesamten alten Fachwerkhauses nach rechts und links.“

„Im ersten Moment hatte ich den Eindruck, etwas sehr Großes wäre gegen die Hauswand gefallen oder ein Auto/LKW hätte auf dem Hof nicht mehr bremsen können…“

Wieder an einem Wochenende diesmal am Pfingstsonntag dem 8. Juni 2014 erschütterte ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 3,2 auf der Richter-Skala um 16:15 Uhr (Ortszeit) die Region östlich von Darmstadt.

Als Erste konnte die automatische Erdbebenmeldung des HLNUG auf der Internetseite des HLNUG eingesehen werden (vergleichbar mit Abbildung 2 allerdings mit anderen Zahlen und Koordinaten).

Das Ereignis vom 8. Juni ist auf dem 24-Stunden-Plot (Abbildung 4) als markantes rotes Signal zu sehen. Dargestellt wird jeweils eine halbe Stunde (X-Achse, die dann die Farbe von rot nach blau wechselt). Markant sind die Ausschläge an dem Seismometer in vertikaler Richtung zu sehen. In Abbildung 4 ist außerdem zu sehen, dass es 6 weitere Nachbeben bis Mitternacht gegeben hat, die von dem Seismometer erfasst wurden. Die aktuellen Schriebe der einzelnen Stationen des Hessischen Erdbebendienstes sind im Internet unter Erdbeben einsehbar.  

Der Fragebogen des HLNUG wurde 127 mal beantwortet. Auch hier wurden wieder Schäden gemeldet. Allerdings werden die einzelnen Meldungen vom HLNUG nicht vor Ort nach vollzogen. Schäden werden nur bei den versicherten Gebäuden über die Versicherungen aufgenommen. Hierüber ist dem HLNUG nichts bekannt. Dem Textteil der Fragebögen konnte Folgendes entnommen werden:

„Hörte sich wie ein Überschallknall an. Ähnlich stark wie Beben vom 30.3.2014“


Ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 3,5 auf der Richter-Skala erschütterte am 29.10.2014 um 18:23 Uhr (Ortszeit) den Südosten von Darmstadt.
 
Als Erste konnte die automatische Erdbebenmeldung des HLNUG auf der Internetseite des HLNUG eingesehen werden (ähnlich wie Abbildung 2 allerdings mit anderen Zahlen und Koordinaten dieses Bebens). Da das Beben hauptsächlich im Stadtgebiet von Darmstadt, aber auch in Pfungstadt, Mühltal und Ober-Ramstadt gespürt wurde (siehe Abbildung 6, die roten Dreiecke), war das Interesse der Medien wieder stark. Es gingen 240 Fragebögen ein, die makroseismisch ausgewertet wurden (siehe Abbildung 6). Es wurden einige Schäden gemeldet. Der Schrecken und die Betroffenheit, die sich in den beantworteten Fragebögen ablesen lassen, sind gut nachvollziehbar:

„Am Anfang hört es sich an, als würde ein ganz großer Laster am Haus vorbeifahren und dann wackelt alles und es war ein Gefühl als würde der Boden nach unten sacken.“

„Lauter Knall, Schrank/Möbel wackeln, Geschirr und Fenster klirren. Sofa wackelt. Sehr erschrocken.“

oder „Das heutige Beben war nicht ganz so stark zu spüren wie das Letzte große im Mai. Es begann wieder mit einem Knall und dann einer kurzen rollenden Bewegung.“

Seit dem 29.10 2014 hat es bis Ende 2014 noch weitere kleinere Erdbeben in der Region gegeben, die auch zum Teil gespürt wurden. Es liegen damit für die 4 größeren Beben in 2014 makroseismische Karten vor, die Informationen über die Auswirkungen der einzelnen Ereignisse geben können. Hiermit bedanken wir uns noch einmal ausdrücklich für die Zeit, die sich die genommen haben, um unseren Fragebogen (unter Befragung und Kontakt) zu beantworten. Eine gemeinsame makroseismische Auswertung über die Landesgrenze hinweg mit den benachbarten Erdbebendiensten ist geplant.

In dem Projekt SiMoN (Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des nördlichen Oberrheingrabens) das über das dichteste Stationsnetz in dem Gebiet verfügt (mit den Stationen des HED und dem Erdbebendienst Südwest) konnten bisher über 250 Ereignisse ab einer Magnitude von etwa 0,2 lokalisiert werden. Die Verteilung der Erdbeben südwestlich von Darmstadt ist in Abbildung 7 zu sehen.

Mehrere Erdbeben zwischen Bad Ems und Nassau
 

Ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,4 auf der Richter-Skala erschütterte am Montagnachmittag (14. Februar 2011) um 13:43 Uhr die Region in der Nähe von Nassau in einer Tiefe von 12 km. Das Erdbeben wurde bei Winden im Rhein-Lahn-Kreis lokalisiert (geographische Koordinaten: Länge: 7,84 Ost und Breite 50,34 Nord). Das Ereignis war wahrscheinlich in einem Umkreis von 80 km um das Epizentrum spürbar. Meldungen aus Gießen, Wiesbaden, Frankfurt und Offenbach bestätigen, dass das Erdbeben in weiten Teilen von in Hessen wahrgenommen wurde. Schäden an Gebäuden sind dem HLNUG bisher nicht gemeldet worden. Nach ersten Berichten aus dem Westerwald war das Ereignis dort 10 bis 15 Sekunden spürbar. Es gab danach noch weitere schwächere, spürbare Nachbeben. Das erste Nachbeben wurde 7 Minuten später um 13:50 Uhr mit einer Stärke von 3,0 registriert. Am frühen Abend gab es dann um 18:23 noch ein Beben mit einer Stärke von 3,2.

Falls sie dieses Erdbeben gespürt haben, bitten wir sie über die Internetseite des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter Befragung und Kontakt den Erdbebenfragebogen auszufüllen, der uns bei der weiteren Bearbeitung eines Ereignisses hilft. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.

Makroseismische Auswertung der zwei Erdbeben vom 23. Dezember in der Region Mainz/Wiesbaden

Am Morgen des 23. Dezember 2010 erschütterten zwei Erdbeben mit einer Stärke von 3,4 bzw. 2,7 auf der Richter-Skala um 2:36 Uhr bzw. 6:53 Uhr die Region um Mainz/Wiesbaden. Gespürt wurden die Beben von vielen Menschen in den Städten Wiesbaden und Mainz. Das erste Beben wurde dabei meist als Grummeln das zweite Beben als kleiner „Rums“ wahrgenommen. Mehr als 120 Meldungen zu dem Beben wurden auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie unter Kontakt  in den dort bereitgestellten Fragebogen eingetragen. Die meisten der Meldungen konnten verwertet werden und wurden zu einer makroseismischen Karte zusammengetragen.

Das Ergebnis für die Region ist hier zu sehen (siehe Abb. 1): Die Beben wurden von vielen deutlich wahrgenommen. Das stärkere Beben um 2:36 Uhr ist dabei als Kreis auf der Karte dargestellt und das folgende schwächere Beben als Dreieck. Manche Beobachter, denen hiermit nochmals gedankt wird, haben beide Beben gemeldet. Man kann auf der Karte für das Stadtgebiet Wiesbaden (Abb. 2) gut sehen, dass die Beobachtungen der Erdbebenstärke für beide Beben mit den gemessenen Werten übereinstimmen. Dem HLNUG sind keine Schadensmeldungen bekannt gegeben worden.

Eine gemeinsame makroseismische Auswertung über die Landesgrenze hinweg wurde  gemeinsam mit dem Landesamt für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz bearbeitet (siehe auch  http://www.lgb-rlp.de/aktuelles.html).
Unter Erdbebengefährdung werden die Begriffe Magnitude und Intensität erklärt.

Schwaches Erdbeben westlich von Frankfurt

Mit einer Stärke von 3,2 auf der Richter-Skala erschütterte ein Beben heute morgen (29. Juni 2010) um 2:42 Uhr die Region westlich von Frankfurt am Main in eine Tiefe von 10 km. Das Erdbeben wurde im Dreieck Kriftel, Kelsterbach und Raunheim lokalisiert (geographische Koordinaten: Länge: 8,5 Ost und Breite 50,1 Nord). Das Beben wurde wahrscheinlich in einem Umkreis von 20 km um das Epizentrum gespürt. Schäden an Gebäuden sind bisher nicht gemeldet worden. Nach ersten Berichten aus Kriftel und Hofheim war ein Grollen zu spüren, als wenn ein Zug oder LKW durch das Haus fährt, Flüssigkeiten schwankten, die Möbel wackelten. Das Ereignis war ca. 5 Sekunden spürbar.

Falls sie das Beben gespürt haben, bitten wir sie über die Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie den Erdbebenfragebogen auszufüllen, der uns bei der weiteren Bearbeitung eines Ereignisses hilft. Ihre Daten werden vertraulich behandelt.

Auswertung der Makroseismik des Erdbebens vom 29. Juni 2010 bei Kriftel

Mit einer Stärke von 3,2 auf der Richter-Skala erschütterte ein Beben am 29. Juni 2010 um 2:42 Uhr (Ortszeit bzw. 0:42 Uhr UTC) die Region westlich von Frankfurt am Main in einer Tiefe von ca. 5 km (siehe Abb. 1). Das Erdbeben wurde bei Kriftel von verschiedenen Erdbebendiensten lokalisiert (geographische Koordinaten: Länge: 8,5 Ost und Breite 50,1 Nord).

Fast 100 Meldungen von Menschen, die das Erdbeben gespürt haben, haben über die Internetseite des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter Kontakt den Fragebogen beantwortet. Dabei wurden auch die Polizeistation und Gemeinden in der unmittelbaren Nähe des Epizentrums angeschrieben, um diesen Fragebogen zu beantworten.

85 verwertbare Meldungen konnten zusammengetragen werden. Das Ergebnis ist hier zu sehen (siehe Abb2.): Das Beben wurde im gesamten Rhein-Maingebiet wahrgenommen. In dem rot umrandeten Bereich wurde das Beben mit einer Magnitude von 3,2 nach der Makroseismischen Intensitätsskala mit der Intensität von IV bis V wahrgenommen. Leider gab es nur wenige Meldungen außerhalb des Rhein-Gebietes, aber auch in Gießen oder Limburg war das Beben zu spüren. Dem HLNUG sind keine Schadensmeldungen bekannt gegeben worden.

Nach den Beschreibungen wurden Menschen und Tiere geweckt, zuerst wurde ein Knall und dann Schaukelbewegungen wahrgenommen. Andere Beobachter beschrieben das Ereignis als wenn eine gewaltige Detonation stattgefunden hat oder ein tiefes Grollen bzw. lautes Donnern und Knacken zu hören. Geschirr und Gläser klirrten - aber die meisten Menschen in der Region haben das Ereignis verschlafen.

Das es sich hier um kein ungewöhnliches Beben handelte, zeigt ein Blick in ältere Aufzeichnungen: Charakteristisch für die Beben im Mainzer Becken ist die geringe Herdtiefe bis 5 km und damit die geringe Reichweite. Auf jeden Fall stehen sie im Zusammenhang mit der Tektonik des Oberrheingrabens, die von Zeit zu Zeit die Erde hier leicht erzittern lässt.