Logo Land Hessen

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Magnetik / Gravimetrie

HLNUG veröffentlicht Karte "Anomalien des erdmagnetischen Totalfeldes von Hessen 1 : 300 000"

Das an der Erdoberfläche gemessene Magnetfeld hat verschiedene Quellen. Der Hauptanteil, das Hauptfeld mit 90 %, wird von dem sogenannten Geodynamo-Prozess erzeugt. Magnetisierte Gesteine in der Erdkruste erzeugen das Krustenfeld, welches in Form von lokalen bis regionalen Anomalien dem Hauptfeld überlagert ist. Diese Anomalien werden für Hessen in der neu erschienen Karte "Anomalien des erdmagnetischen Totalfeldes von Hessen 1 : 300 00" dargestellt.

Bei der Erkundung  tektonischer oder geologischer Strukturen können magnetische Anomalienkarten einen wichtigen Beitrag liefern. Grundlage für diese Karte der hessischen Magnetfeldanomalien ist die vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) gemeinsam mit der Firma Geophysik GGD (Leipzig) hergestellte Karte der magnetischen Totalfeldanomalien  für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Für Hessen wurden die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zur Verfügung gestellte Befliegung Westdeutschlands in 1000 m über NN und durch das LIAG veranlasste Messungen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenzen auf ein einheitliches Höhenniveau und Bezugssystem umgerechnet.

Die hier vorliegende Karte der hessischen Magnetfeldanomalien weicht in der Darstellung von der Karte für das Gesamtgebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Um die unruhigen magnetischen Strukturen in Hessen besser darstellen zu können, wurde eine leicht modifizierte Farbskala gewählt. Damit sind Einzelstrukturen in dem hier gewählten Maßstab (1 : 300.000) besser erkennbar. Dabei sind vulkanische Strukturen wie z. B. der Vogelsberg deutlich erkennbar. Der nördliche Teil des Oberrheingrabens ist dagegen in dieser Karte nicht erkennbar, was an den tiefer liegenden Ursachen für die starken Magnetfeldanomalien in diesem Bereich liegt.

Die Karte richtet sich hauptsächlich an Geowissenschaftlicher und Experten, die sich mit den Auswirkungen des Magnetfeldes beschäftigen. Sie ist für 20,00 € beim HLNUG über den Vertrieb zu beziehen.

Eisenhaltige Gesteine, wie z.B. Basalt, oder Eisenerze werden im natürlichen Erdmagnetfeld magnetisiert, d.h. sie werden zu lokalen Magneten, die ein eigenes Magnetfeld erzeugen, das sich dem natürlichen Feld überlagert und als magnetische Anomalie mit empfindlichen Messgeräten, Magnetometern, beobachtet werden können. Die nachstehende Abb. zeigt das Beispiel einer solchen magnetischen Vermessung über einem Basaltkörper in der Nähe Warburgs in Nordhessen.

 

Der Basaltkörper liegt unter der positiven Anomalie im Süden, die weiträumige negative Anomalie im Norden ist nur eine Begleiterscheinung, die von der Gestalt des magnetisierten Körpers und seiner Lage im erdmagnetischen Feld abhängt.

HLNUG veröffentlicht Karte "Schwerekarte / Bouguer-Anomalien von Hessen 1 : 300 000"

Das Schwerefeld der Erde ist ein Potenzialfeld. Die Hauptursache des Schwerefeldes, die durch das Gravitationsgesetz beschrieben wird, liegt in der Massenanziehung zwischen der Erde und einer beliebigen Masse.  Die Schwere- oder Bouguer-Anomalien sind Dichteschwankungen des Untergrunds und lassen sich größtenteils geologischen Strukturen zuordnen. Maxima stehen für eine gegenüber dem Normalmodell erhöhte Dichte, Minima dagegen eine verringerte Dichte. Die Schärfe einer Anomalie gibt einen Hinweis auf die Tiefenlage des betreffenden Massenüberschusses oder Massendefizits. Bei der Erkundung  tektonischer oder geologischer Strukturen können Schwerekarten einen wichtigen Beitrag liefern.

Diese Anomalien werden für Hessen in der neu erschienen Karte "Schwerekarte / Bouguer-Anomalien von Hessen 1 : 300 00" dargestellt.

Grundlage für diese Karte der hessischen Bouguer-Anomalien ist die vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) hergestellte Schwerekarte für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland im Maßstab 1 : 1 000 000.

Die hier vorliegende Karte der hessischen Schwereanomalien weicht in der Darstellung von der Karte des LIAG für das Gesamtgebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Um die markanten Strukturen in Hessen besser darstellen zu können, wurde eine leicht modifizierte Farbskala gewählt. Damit sind Einzelstrukturen in dem hier gewählten Maßstab (1 : 300.000) besser erkennbar. Dabei  ist ein sich von Süden nach Norden erstreckendes Minimum erkennbar, was im Süden (Oberrheingraben) mit bis zu -40 mgal besonders stark ausgeprägt ist. Als überregionales flaches Schweremaximum zeigt sich der Nordwestliche Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Die Karte richtet sich hauptsächlich an Geowissenschaftlicher und Experten, die sich mit den Auswirkungen des Schwerefeldes beschäftigen. Sie ist für 20.- € beim HLNUG über den Vertrieb zu beziehen.