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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Magnetik / Gravimetrie

Unter Magnetik werden jene Verfahren der Geophysik verstanden, die sich mit dem natürlichen Erdmagnetfeld und dessen Wirkung auf die Erdkruste befassen.

Die Magnetik zählt – ähnlich wie die Gravimetrie – zu den Potentialverfahren und lässt sich wie diese universell einsetzen. Für viele Anwendungen kann sie sogar von Flugzeugen aus erfolgen (Aeromagnetik). 

Die Gravimetrie befasst sich mit der Schwerkraft der Erde. In der Geophysik werden gravimetrische Messungen zur Bestimmung der Dichteverteilung im Erdinneren verwendet. Eine gemessene Abweichung von einer „normalen“ Verteilung der Schwerkraft lässt Rückschlüsse auf Dichteinhomogenitäten im Untergrund zu.

Magnetik

Das an der Erdoberfläche gemessene Magnetfeld hat verschiedene Quellen. Der Hauptanteil, das Hauptfeld mit 90 %, wird von dem sogenannten Geodynamo-Prozess erzeugt. Magnetisierte Gesteine in der Erdkruste erzeugen das Krustenfeld, welches in Form von lokalen bis regionalen Anomalien dem Hauptfeld überlagert ist. Diese Anomalien werden für Hessen in der Karte "Anomalien des erdmagnetischen Totalfeldes von Hessen 1 : 300 000" dargestellt.

Bei der Erkundung tektonischer oder geologischer Strukturen können magnetische Anomalienkarten einen wichtigen Beitrag liefern. Grundlage für diese Karte der hessischen Magnetfeldanomalien ist die vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) gemeinsam mit der Firma Geophysik GGD (Leipzig) hergestellte Karte der magnetischen Totalfeldanomalien für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Für Hessen wurden die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zur Verfügung gestellte Befliegung Westdeutschlands in 1000 m über NN und durch das LIAG veranlasste Messungen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenzen auf ein einheitliches Höhenniveau und Bezugssystem umgerechnet.

Die hier vorliegende Karte der hessischen Magnetfeldanomalien weicht in der Darstellung von der Karte für das Gesamtgebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Um die unruhigen magnetischen Strukturen in Hessen besser darstellen zu können, wurde eine leicht modifizierte Farbskala gewählt. Damit sind Einzelstrukturen in dem hier gewählten Maßstab (1 : 300.000) besser erkennbar. Dabei sind vulkanische Strukturen wie z. B. der Vogelsberg deutlich erkennbar. Der nördliche Teil des Oberrheingrabens ist dagegen in dieser Karte nicht erkennbar, was an den tiefer liegenden Ursachen für die starken Magnetfeldanomalien in diesem Bereich liegt.

Die Karte richtet sich hauptsächlich an Geowissenschaftlicher und Experten, die sich mit den Auswirkungen des Magnetfeldes beschäftigen. Sie ist für 20,00 € beim HLNUG über den Vertrieb zu beziehen.
 

Gravimetrie

Das Schwerefeld der Erde ist ein Potenzialfeld. Die Hauptursache des Schwerefeldes, die durch das Gravitationsgesetz beschrieben wird, liegt in der Massenanziehung zwischen der Erde und einer beliebigen Masse. Die Schwere- oder Bouguer-Anomalien sind Dichteschwankungen des Untergrunds und lassen sich größtenteils geologischen Strukturen zuordnen. Maxima stehen für eine gegenüber dem Normalmodell erhöhte Dichte, Minima dagegen eine verringerte Dichte. Die Schärfe einer Anomalie gibt einen Hinweis auf die Tiefenlage des betreffenden Massenüberschusses oder Massendefizits. Bei der Erkundung tektonischer oder geologischer Strukturen können Schwerekarten einen wichtigen Beitrag liefern.

Diese Anomalien werden für Hessen in der Karte "Schwerekarte / Bouguer-Anomalien von Hessen 1 : 300 000" dargestellt.

Grundlage für diese Karte der hessischen Bouguer-Anomalien ist die vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) hergestellte Schwerekarte für das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland im Maßstab 1 : 1 000 000.

Die hier vorliegende Karte der hessischen Schwereanomalien weicht in der Darstellung von der Karte des LIAG für das Gesamtgebiet der Bundesrepublik Deutschland ab. Um die markanten Strukturen in Hessen besser darstellen zu können, wurde eine leicht modifizierte Farbskala gewählt. Damit sind Einzelstrukturen in dem hier gewählten Maßstab (1 : 300.000) besser erkennbar. Dabei ist ein sich von Süden nach Norden erstreckendes Minimum erkennbar, was im Süden (Oberrheingraben) mit bis zu -40 mgal besonders stark ausgeprägt ist. Als überregionales flaches Schweremaximum zeigt sich der Nordwestliche Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Die Karte richtet sich hauptsächlich an Geowissenschaftlicher und Experten, die sich mit den Auswirkungen des Schwerefeldes beschäftigen. Sie ist für 20.- € beim HLNUG über den Vertrieb zu beziehen.

Das HLNUG hat zwei prägnante Schwerefeldanomalien in Hessen genauer in Zusammenarbeit mit der Fa. Terrasys Geophysics untersucht. Die Endberichte zu diesen Untersuchungen und Modellierungen können im Downloadbereich auf dieser Seite eingesehen werden.