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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Mineralische Rohstoffe in Hessen

Unter mineralischen Rohstoffen versteht man alle natürlichen Minerale und Gesteine von wirtschaftlichem Interesse. Diese Rohstoffe, dazu zählen zum Beispiel Sand, Kies, Gipsstein, Kalkstein oder Ton, nutzt der Mensch von jeher als Baustoff, Werkzeug oder Produktionsgrundstoff.

Sie sind eine unverzichtbare materielle Grundlage unserer Gesellschaft. Jeder Hesse „verbraucht“ jährlich ungefähr zehn Tonnen mineralische Rohstoffe:

Jährlicher Verbrauch mineralischer Rohstoffe pro Kopf
(Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Stand 1998)
Sand und Kies 4,5 t
Hartgesteine 2,4 t
Kalk- und Kalkmergelsteine 1,4 t
Zement 0,4 t
Tone 0,4 t
Industriesand 0,2 t
Gipsstein 0,05 t
Naturwerkstein 0,01 t

Auf Grund seiner vielgestaltigen Geologie verfügt das Land Hessen über ein großes Spektrum und Potenzial an mineralischen Rohstoffen. Für ihre Gewinnung werden rund 400 Abbaustellen betrieben, die etwa 40 Millionen Tonnen Rohmaterial jährlich fördern. Rund 90 Prozent der abgebauten Rohstoffe finden im Bauwesen Verwendung. Der Rest verteilt sich hauptsächlich auf die keramische, chemische und Metall verarbeitende Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Wichtige mineralische Rohstoffe in Hessen

Sande und Kiese

Sie sind vor allem zur Beton- und Mörtelherstellung und als Frost- und Tragschichten im Verkehrswegebau gefragte Rohstoffe. Sie lagerten sich in der jüngeren geologischen Vergangenheit in den Flusstälern von Rhein und Main, aber auch in den Talauen mittelgroßer Flüsse wie Lahn, Fulda, Eder, Werra und Kinzig sowie einiger Nebenflüsse ab.

Natursteine

Rohstoffe aus Festgesteinen werden unter dem Begriff "Natursteine" zusammengefasst. So genannte Hartgesteine, wie beispielsweise Basalt oder Grauwacke, mit großer Härte, Verwitterungsbeständigkeit und Abriebfestigkeit werden überwiegend in Brechanlagen zu Schotter, Splitt und anderen Lockermaterialien aufbereitet und von der Bauindustrie abgenommen.

Naturwerksteine

Als Naturwerksteine werden Festgesteine bezeichnet, die durch Bearbeitung (z.B. Spalten, Behauen, Sägen, Fräsen, Schleifen) in maßgerechte Form gebracht und überwiegend als Bodenbeläge und Fassadenverkleidungen verwendet werden. Die Nachfrage nach heimischem Naturwerkstein hat durch den kostengünstigeren Bezug aus dem Ausland stark nachgelassen. Sie werden trotz reicher und vielfältiger Vorkommen in Hessen nur noch an wenigen Stellen gewonnen.

Karbonatgesteine

Kalke und Dolomite werden neben der Verwendung als gebrochenes Material vor allem als Zementrohstoff für die chemische Industrie und als Düngekalk in der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Rauchgasentschwefelung eingesetzt.

Sulfatgesteine

Sulfatgesteine werden als Gips- und Anhydritstein in Nord- und Nordosthessen abgebaut. Sie werden vorwiegend zur Verarbeitung zu Baustoffen auf Gipsbasis verwendet. Sie entstanden als Abscheidungen aus Meerwasser während der Perm- und Triaszeit.

Tone

Tone verschiedener Art und aus unterschiedlichen geologischen Zeiträumen kommen in Hessen verbreitet vor. Sie haben ein weites Einsatzspektrum. So zum Beispiel in der Papier-, Keramik- und Feuerfest-Industrie und bei Füll- Dicht- und Adsorptionsstoffen. Am bedeutendsten sind die Vorkommen im Westerwald und bei Großalmerode aus dem Tertiär in Osthessen.

Qualitativ hochwertige hessische Tone werden als Keramikrohstoffe zum Beispiel bis nach Italien und China exportiert. Bei der Fördermenge von hochwertigen Tonen nimmt Hessen in der Bundesrepublik Deutschland die dritte Position ein. Lösslehme, die ebenfalls in Hessen verbreitet vorkommen, spielen eine wichtige Rolle als Ziegeleirohstoff.

Weitere Informationen zu Rohstoffen in Hessen finden sich im Umweltatlas/Rohstoffkarten