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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Mineralische Rohstoffe in Hessen

Unter mineralischen Rohstoffen versteht man alle natürlichen Minerale und Gesteine von wirtschaftlichem Interesse. Diese Rohstoffe, dazu zählen zum Beispiel Sand, Kies, Gipsstein, Kalkstein oder Ton, nutzt der Mensch von jeher als Baustoff, Werkzeug oder Produktionsgrundstoff.

Sie sind eine unverzichtbare materielle Grundlage unserer Gesellschaft. Jeder Hesse benötigt statistisch gesehen jährlich ca. 5,1 Tonnen mineralische Rohstoffe.

Von weltwirtschaftlich herausragender Stellung ist zudem die seit Beginn der 1900er Jahre bestehende  Kalisalz-Förderung und -Produktion in Nordosthessen (Werke Werra und Neuhof). Erkundung und Untertageabbau der Salzlagerstätte im Werra- und Fulda-Kalirevier erfolgen durch die K+S Aktiengesellschaft.

Von den in Hessen vorkommenden Industriemineralen wie Schwerspat, Flussspat und Gangquarz werden nur geringe Mengen qualitativ hochwertiger Gangquarze abgebaut und europaweit nachgefragt.

In der Vergangenheit wurden Erze wie z.B. Blei-Zink, Eisen, Mangan, Kupfer sowie geringe Mengen an Gold in verschiedenen Regionen Hessen, so z.B. im Rheinischen Schiefergebirge (Lahn-Dill-Eisenerze, bis in die 1970er Jahre) oder im Richelsdorfer Gebirge bei Nentershausen (Kupferschiefer) im Untertagebau gewonnen. Viele dieser überwiegend kleinräumigen Lagerstätten sind bereits ausgebeutet oder nicht zuletzt auf Grund der geologischen Komplexität derzeit im globalen Wettbewerb nicht wirtschaftlich abbaubar, könnten aber in der Zukunft wieder eine Rolle spielen.

Rohstoffbedarf in Deutschland (Durchschnittswerte der Nachfrage ab 2010)
RohstoffartBedarf je Einwohner in t
 pro Jahrund in 80 Lebensjahren
Bausand und Baukies2,78222
Naturstein2,76221
Braunkohle2,16172
Erdöl1,28103
Steinkohle0,7661
Kalkstein, Dolomit und Mergel0,6048
Eisenerz0,4738
Naturwerkstein0,1815
Tone0,1310
Gips0,119*
Quarzkiese und Quarzsande0,108*
Steinsalz0,118*

* Rundungseffekte

Quelle: Mineralische Rohstoffe … weil Substanz entscheidet: Zahlen - Daten -Fakten zur deutschen Gesteinsindustrie

Auf Grund seiner vielgestaltigen Geologie verfügt das Land Hessen über ein großes Spektrum und Potenzial an mineralischen Rohstoffen. Für ihre Gewinnung werden rund 384 Abbaustellen betrieben, die etwa 32 Millionen Tonnen Rohmaterial jährlich fördern. Rund 90 Prozent der abgebauten Rohstoffe finden im Bauwesen Verwendung. Der Rest verteilt sich hauptsächlich auf die keramische, chemische und Metall verarbeitende Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Wichtige mineralische Rohstoffe in Hessen:
 

Kalke und Dolomite werden neben der Verwendung als gebrochenes Material vor allem als Zementrohstoff für die chemische Industrie und als Düngekalk in der Land- und Forstwirtschaft sowie zur Rauchgasentschwefelung eingesetzt.

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Rohstoffe aus Festgesteinen werden unter dem Begriff "Natursteine" zusammengefasst. So genannte Hartgesteine, wie beispielsweise Basalt oder Grauwacke, mit großer Härte, Verwitterungsbeständigkeit und Abriebfestigkeit werden überwiegend in Brechanlagen zu Schotter, Splitt und anderen Lockermaterialien aufbereitet und vorwiegend von der Bauindustrie abgenommen.

Als Naturwerksteine werden Festgesteine bezeichnet, die durch Bearbeitung (z.B. Spalten, Behauen, Sägen, Fräsen, Schleifen) in maßgerechte Form gebracht und überwiegend als Bodenbeläge und Fassadenverkleidungen verwendet werden.

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Sie sind vor allem zur Beton- und Mörtelherstellung und als Frost- und Tragschichten im Verkehrswegebau gefragte Rohstoffe. Sie lagerten sich in der jüngeren geologischen Vergangenheit in den Flusstälern von Rhein und Main, aber auch in den Talauen mittelgroßer Flüsse wie Lahn, Fulda, Eder, Werra und Kinzig sowie einiger Nebenflüsse ab.

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Sulfatgesteine werden als Gips- und Anhydritstein in Nord- und Nordosthessen abgebaut. Sie werden vorwiegend zur Verarbeitung zu Baustoffen auf Gipsbasis verwendet. Sie entstanden als Abscheidungen aus Meerwasser während der Perm- und Triaszeit.

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Tone verschiedener Art und aus unterschiedlichen geologischen Zeiträumen kommen in Hessen verbreitet vor. Sie haben ein weites Einsatzspektrum. So zum Beispiel in der Papier-, Keramik- und Feuerfest-Industrie und bei Füll- Dicht- und Adsorptionsstoffen. Am bedeutendsten sind die Vorkommen im Westerwald und bei Großalmerode aus dem Tertiär in Osthessen.

Qualitativ hochwertige hessische Tone werden als Keramikrohstoffe zum Beispiel bis nach Italien und China exportiert. Bei der Fördermenge von hochwertigen Tonen nimmt Hessen in der Bundesrepublik Deutschland die dritte Position ein. Lösslehme, die ebenfalls in Hessen verbreitet vorkommen, spielen eine wichtige Rolle als Ziegeleirohstoff.

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