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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Chronologie und Ergebnisse der Tiefbohrung und des Anlagenbetriebs

Die Informationen über den Stand und die wissenschaftlichen Arbeiten rund um die 800 m tiefe Geothermiebohrung Heubach werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Ansprechpartner: Dr. Johann-Gerhard Fritsche, Tel. 0611 - 6939 917 und Anne Kött, Tel. 0611 - 6939 734


Februar 2016

Veröffentlichung Loeckle, F., Zulauf, G. & Nesbor, H.-D. (2016). Microfabrics of crystalline rocks from the drilling projects Gross-Umstadt Heubach and Wiebelsbach (Böllsteiner Odenwald): Constraints on deformation mechanisms, metamorphic temperature and kinematics. – Z. Dt. Ges. Geowiss. (German J. Geol.), 167 (1), p. 1-16, 12 figs., Stuttgart (E. Schweitzerbart’sche Verlagsbuchhandlung)

06.10.2015

Vortrag von T. Reischmann et al. auf der GeoBerlin 2015: Late Devonian subduction and ocean closure: Evidence from zircon ages from the northern Böllsteiner Odenwald

 

22.09.2015

Vortrag von Sarah Steiner (Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Darmstadt) bei dem 10. Hessisches Tiefengeothermieforum

 

21.-24. September 2014

Posterpräsentationen des HLNUG auf der GeoFrankfurt 2014 -Dynamik des Systems Erde / Earth System Dynamics: „New results to the metamorphic and geodynamic evolution of the Northern Böllstein Odenwald“ sowie „Geologisches Profil der mitteltiefen Erdwärmesonde Heubach

 

Dezember 2014

Masterarbeit Sarah Steiner: Mitteltiefe Erdwärmesonde Heubach: Thermische Modellierung der Untergrundverhältnisse im laufenden Betrieb. Institut für Angewandte Geowissenschaften der TU Darmstadt.

 

September 2014

Masterarbeit Nadine Peichert (2014):  Lithologische Charakterisierung der 800 m tiefen Geothermiebohrung Heubach (Böllsteiner Odenwald): Vergleich geophysikalischer Bohrlochmessungen mit petrologischen Eigenschaften. Fachbereich Geowissenschaften der Leibniz Universität Hannover.

 

Juni 2014

Veröffentlichung Zijad Lemeš & Johann-Gerhard Fritsche: Tiefe Bohrung –hohe Effizienz. -Geothermische Energie, Heft 78, 2014/1, Bundesverband Geothermie e.V., Berlin.“ 

Dienstag, 08.10.2013

Der Hauptbetriebsplan für die Gewinnung von Erdwärme wird für 15 Jahre vom Regierungspräsidium Darmstadt zugelassen.

 

Dienstag, 01.10.2013

Auf dem 8. Tiefengeothermieforum Hessen in Darmstadt berichtet Herr Dr. Ing. Zijad Lemeš, Projektleiter der HSE, über die sehr positiven Betriebserfahrungen nach fast einem Jahr Betrieb der Anlage. Der Vortrag kann unter

http://www.hessenenergie.de/Downloads/Dl-Nach/dln-tgf/tgf-13/tgf-13.shtml heruntergeladen werden.

 

Stand im Mai 2013

Eine bergrechtliche Zulassung und wasserrechtliche Erlaubnis für die Verlängerung des Testbetriebs der Anlage wurde bis 30.09.2013 durch das Regierungspräsidium Darmstadt erteilt.

Ein Antrag zur Änderung des Bewilligungsfeldes wegen der Richtungsabweichung der Tiefbohrung befindet sich zurzeit im Genehmigungsverfahren.

Die Auswertung des Geothermal Response Tests durch das Geotechnische Umweltbüro Lehr, Bad Nauheim, ergab zusammenfassend folgende Parameter:
Durchschnittliche ungestörte Bodentemperatur nach 24 Std. Zirkulation: 24,45 °C
Temperatur im Sondentiefsten (763 m): 36,7 °C
effektive Wärmeleitfähigkeit: 3,0 W / (mK)
effektive volumetrische Wärmekapazität: 5,14 MJ / (m³ K)
eff. Übergangangswiderstand inkl. internen Verlusten/ Masse-Effekten: 0,24 m K / W
volumetrische Wärmekapazität für Gneis (VDI 4640, Laborwerte): 1,8 - 2,4 MJ / (m³ K)

 

Montag, 19.11.2012

Seit Dienstag, 13.11.2012, wird an der mitteltiefen Erdwärmesonde ein Geothermal Response Test durch das geotechnische Umweltbüro Lehr (Bad Nauheim) durchgeführt. Dazu wird das in der Sonde enthaltene Wasser kontinuierlich mit einer Leistung von 55 kW aufgeheizt. Das Aufheizen wird so lange fortgesetzt, bis die Temperatur des Wassers in der Sonde 38 °C betägt. Dies ist die höchste Temperatur, die vor Beginn des Tests am tiefsten Punkt der Sonde gemessen wurde. In der Nähe der Erdoberfläche betrug die Temperatur in der Sonde im Ruhezustand 12 °C. Mit dem eingebauten Glasfaserkabel und der Temperaturfühlermeßkette kann die Wärmeabgabe an das Gebirge abhängig von den unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten der Gesteine erfasst und die durchschnittliche Wärmeleitfähigkeit über das gesamte Bohrprofil bestimmt werden. Hiermit ist eine Optimierung der Betriebsweise der Sonde und eine bessere Prognose des Abkühlungsverhaltens des Gebirges bei Wärmeentzug möglich.

 

Montag, 08.10.2012

7. Tiefengeothermieforum Hessen in Darmstadt. Unter dem Titel "Geologische und geothermische Ergebnisse aus dem Projekt Mitteltiefe Erdwärmesonde Heubach" präsentiert das HLNUG eine Bestandsaufnahme der aktuellen Erkenntnisse.

September 2012

Anfang September 2012 war der Einbau des inneren Steigrohrs aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK), ausgerüstet mit einem Glasfaserkabel und einer Messfühlerkette zur Temperaturmessung, abgeschlossen. Die Anschlüsse an das Gesamtsystem wurden fertiggestellt. Ein Geothermal Response Test ist in Planung. Für einen Betrieb der mitteltiefen Erdwärmesonde muss nun ein Bewillligungsantrag auf Entnahme von Erdwärme aus der Bohrung zur Genehmigung bei der Bergverwaltung eingereicht werden.

 

Montag, 23.07.2012

Am  Mittwoch, den 20.06. wurde von 772,8 bis 773,8 m gekernt. Dann konnte kein Bohrfortschritt mehr erzielt werden. Nach Ausbau und Begutachtung der Bohrkrone wurde festgestellt, dass der mangelnde Bohrfortschritt nicht auf Verschleiß der Krone, sondern eher auf Drehmoment, die Rotationsgeschwindigkeit des Gestänges und die Hakenlast zurückzuführen sein könnte. So wurde die Krone wieder eingebaut und am 26.06. mit erhöhter Drehzahl weiter von 773,8 bis 774,9 m gekernt, bis wiederum kein Bohrfortschritt erreicht wurde. Statt der angestrebten 9 m Kern wurden daher  nur insgesamt 2,1 m erzielt. Aufgrund der anstehenden Kosten durch erneuten Gestängeein- und –ausbau und um das Gesamtprojekt nicht durch einen eventuellen, erneuten Gestängebruch zu gefährden, wurde auf ein weiteres Kernen verzichtet.  Dies ist bedauerlich, weil es sich bei den untersten Kernstücken um einen migmatitischen Gneis handelt und nun leider nur wenig Material für detaillierte gesteinsphysikalische und geochemische Untersuchungen zur Verfügung steht.  

Am 28.06. wurde durch das HLNUG eine Drucksonde eingebaut, um möglichen Zufluss im untersten, nichtverrohrten Teufenbereich anhand der Wiederanstiegskurve festzustellen. Der ermittelte Zufluss beläuft sich auf weniger als 0,1 Liter/Stunde. Trotzdem wurde das Bohrloch am 03.07. ab Unterkante Außenrohr bis zur Endteufe zementiert, um einen geschlossenen Kreislauf des Wärmeträgermediums zu garantieren. Am 04.07. wurde das Bohrgerät abgebaut und abtransportiert. Damit ist die Bohrung Heubach mit einer erreichten Endteufe von 774,9 m endgültig beendet.

Im Anschluss erfolgt(e) das Setzen des Schachtes und der Einbau des Sonden-Innenrohrs.

FREITAG, 15.06.2012 

Am 15.06.2012 fand am Bohrplatz in Heubach sowie in den Betriebsräumen der Fa. Frenger Systemen BV ein Pressetermin statt. Nach einer Begrüßung durch Frenger-Geschäftsführer H. W. Menge stellte Dr. Th. Schmid, der Präsident des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), die Bedeutung der ersten hessischen Geothermie-Tiefbohrung heraus. Herr Dr. Z. Lemeš, HEAG Südhessische Energie AG (HSE), hob das mögliche Marktpotential bis 2020 (150 vergleichbare Anlagen in Südhessen) hervor.  Herr W. Müller-Ruhe, geschäftsführender Gesellschafter der Fa. H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH und Präsident des GtV-Bundesverbandes Geothermie erläuterte die technischen Herausforderungen  mit dem relativ kostengünstigen Brunnenbohrgerät und stellte aus den gewonnenen Erfahrungen eine  Bohrzeit von 4 Wochen für künftige Projekte in Aussicht.

Prof. Dr. Th. Reischmann (HLNUG) stellte die geologischen Ergebnissen der Bohrung im Rahmen eines Fachvortrags dar. Die Gesteinsproben, die Bohrkerne sowie labortechnische Analysegeräte (Mikroskopie an Gesteinsdünnschliffen zur Bestimmung des Mineralgehaltes und Gefügemerkmale, Wärmeleitfähigkeitsmessungen) lagen zur Ansicht und zu Demonstrationzwecken aus. Schließlich demonstrierte Herr Schäfer (HLNUG)  den Ablauf geophysikalischer Messungen am Bohrloch. So konnte die anwesende Presse ein umfassendes Bild der Bohrung erlangen.

Dienstag, 05.06.2012

Am 04.06. begannen die Verrohrungsarbeiten an der Bohrung. Die 7''-Stahlverrohrung stellt das Außenrohr der zukünftigen koaxialen Erdwärmesonde dar. Nachdem in der kommenden Woche das Außenrohr gegen das Gebirge zementiert wird, kann das GFK-Innenrohr montiert werden. Die Bilder unten zeigen das Einbringen der Verrohrung in das Bohrloch.

 

Donnerstag, 31.05.2012

Die Bohrung hat letzte Woche mit 772,8 m ihre vorläufige Endteufe erreicht. Aufgrund der Härte des erbohrten Gesteins, eines quarzbetonten Gneises, war nur ein geringer Kerngewinn von 30 cm möglich, ehe die Bohrkrone verschlissen war.

In dieser Woche finden umfangreiche geophysikalische Bohrlochmessungen durch das Leibniz-Institut für angewandte Geophysik (LIAG) statt. Das Bohrloch ist bis zur Endteufe sehr gut mit den Messonden befahrbar. In der kommenden (23.) Woche soll die 7" Stahlverrohrung (177,8 mm Ø) eingebaut und gegen das Gebirge zementriert werden. Nach der Zementerhärtung folgt dann in der 25. Woche eine erneute Kernbohrung aus der Verrohrung heraus, um eine bessere Stabilität beim Bohren zu erlangen. Wenn diese beendet ist, ist die Endteufe erreicht.

 

MONTAG, 21.05.2012

Bohrteufe: 772,5 m. Nach dem Umrüsten von der Kernbohrung auf das Lufthebeverfahren wurde ab 02. Mai die Bohrung zügig weiter abgeteuft.  Am 11.05. stand sie bereits bei 744 m Teufe, d.h. in 9 Tagen wurden 127 m gebohrt! Grund für diesen sehr guten Bohrfortschritt war das Erbohren eines außergewöhnlichen Gesteins in diesem Bereich, nämlich eines Rhyoliths, von 635-680 m. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Gestein, das wesentlich jünger ist als der bis dahin erbohrte Gneis und diesen vor ca. 290 Mio. Jahren durchschlug. Dieses Gestein tritt heute an der Erdoberfläche  im Bereich der Abzweigung der B45 nach Heubach zutage. Darunter wurden wieder sehr feinkörnige Biotitgneise bis Glimmerschiefer erbohrt, unterbrochen von mehreren pegmatitischen und aplitischen Gängen sowie harten Quarzitlagen. Mit zunehmender Tiefe wurde das Gestein härter, so dass teilweise nur 2 m Bohrfortschritt pro Tag möglich waren. Dennoch wurde bis 772,5 m weiter gebohrt. Am 15. Mai brach im Anschluss an einen Wechsel des Rollenmeissels beim Weiterbohren das Bohrgestänge. Am 16. Mai gelang es der Bohrfirma glücklicherweise, mit speziellem, eigens aus Norddeutschland angeliefertem Fangwerkzeug das Gestänge zu bergen - eine großartige Leistung der Bohrmannschaft! Nach Einsetzen des Gestänges in das Bohrloch folgt ab 23. Mai das Erbohren eines weiteren Kernabschnitts. Der Bohrkern wird zu eingehenden geologischen, geothermischen und gesteinsphysikalischen Untersuchungen durch das HLNUG dienen und wichtige Aussagen über die Gebirgsverhältnisse im Bereich der Endteufe liefern.

Montag, 30.04.2012

Bis zum Samstag 28.04., wurde eine Teufe von 617 m erreicht. Weil bei 613 m ein Meißelwechsel erforderlich war, entschlossen sich die Projektbeteiligten des HLNUG, nun die bereits geplante "mittlere Kernstrecke" anzusetzen. Das Kernen wurde am Freitag, 27.04., begonnen und nach 4 m Kerngewinn (und nach dem Verschleiß von zwei Diamantbohrkronen) am Samstagmittag beendet. Der Bohrkern bietet einen sehr guten Einblick in das Gefüge des feinkörnigen Biotitgneises, der wechselnde Anteile an Biotit und Felspat besitzt, quarzitische Lagen beinhaltet, teilweise mylonitisch ausgebildet ist und Quarzgänge und Quarzboudins enthält.

Die Spülproben zeigen folgende Abfolge: bis 594 m feinkörnige Biotitgneise, lediglich unterbrochen von einem Quarzgang von 574-575 m. Bis 609 m folgt Biotitgneis mit erhöhtem Anteil an reinem Quarz (Quarzgänge), bis 611 m ein Aplit, bis 612 m wieder feinkörniger Biotitgneis und bei 613 m wieder ein Aplit.

 

MONTAG, 23.04.2012

Nach Ostern wurde am 11.04. mit dem Aufbohren der Zementfüllung im Ausbruchbereich sowie der Aufschüttung bzw. des Nachfalls in den tieferen Bohrlochbereichen begonnen. Am 12.04. war dann die ursprüngliche Teufe von 415 m wieder erreicht. Nachfall in relevanten Mengen war nicht mehr zu verzeichnen. Es wird jetzt ein dem jeweiligen Gestein angepasster Spülungszusatz verwendet, um die Gefahr weiteren Nachfalls zu verringern.

Am Freitag, den 20.04., war nachmittags eine Tiefe von 475 m bewältigt. Da das jetzige und auch das nächste Wochenende im 24-Stunden-Betrieb weitergearbeitet wurde bzw. wird, konnte am Montag, 23.04., nachmittags eine Teufe von 563 m verzeichnet werden. Der Bohrfortschritt beträgt, je nach Gesteinsausprägung, zwischen 0,3 und 1 m pro Stunde.

Bei 416 m wurde eine mylonitische Zone durchfahren. Danach folgen bis 436 m wieder grünschwarze, feinkörnige Gneise, bereichsweise mit Granat. Bis 437 m wurde ein Quarzgang angetroffen. Bis 449 m wurden sehr feinkörnige, mylonische Biotitschiefer erbohrt, unterbrochen von einem weiteren Quarzgang bei 444 m. Bis 525 m sind wieder feinkörnige, grünschwarze, granatführende Biotitgneise vorhanden. Ein 4 m mächtiger Aplitgang unterbricht die Gneisfolge von 468-471 m. Von 526-527 m befindet sich ein stark vertonter Gneisgrus. Im Liegenden schließen sich feinkörnige Biotitgneise an.

 

MITTWOCH, 04.04.2012

Am 29.03. wurde das Bohrloch im Nachfallbereich zwischen ca. 320 und 330 m zementiert. Vom 02.04. bis 04.04. führte das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) bohrlochgeophysikalische Messungen durch. Gemessen wurden u. a. die natürliche Gammastrahlung, die Schalllaufzeit, der spezifische elektrische Widerstand, die magnetische Suszeptibilität, der Bohrlochdurchmesser, die Bohrlochtemperatur und mit dem optischen Bohrloch-Televiewer. Aus technischen Gründen konnten die Messungen nur bis zu einer Teufe von 225 m durchgeführt werden.

 

DONNERSTAG, 22.03.2012

Bis Donnerstag, den 15.03.2012, wurde bis auf 415 m weitergebohrt und es wurden weiterhin sehr feinkörnige grün-schwarze Gneise  mit partieller Granatführung erschlossen, unterbrochen von einem Pegmatitgang von 387 bis 388 m. Zwischendurch kam es immer wieder zu Nachfall aus dem aufgelockerten, tonigen Bereich einer hydrothermal alterierten Zone zwischen ca. 320 und 325 m Tiefe. Dadurch ließ sich teilweise der Spülstrom nicht aufrechterhalten und der Nachfall musste mehrmals entfernt werden. Zur Planung der erforderlichen Maßnahmen wurde am Abend des 15.03. eine geophysikalische Vermessung des Bohrlochs mit Kaliberlog (Messung des Bohrlochdurchmessers mit Spreizarmen) und einem akustischen Televiewer (vergleichbar einer Ultraschalluntersuchung) durchgeführt. Die Vermessung zeigte im genannten Teufenbereich eine erhebliche Vergrößerung des Bohrlochdurchmessers. Abhilfe soll eine Zementierung des Nachfallbereichs schaffen. Das Bohrloch wird dazu ab der kommenden Woche zunächst von Nachfall gereinigt und dann bis unterhalb des Nachfallbereichs mit Kies aufgefüllt. Darüber wird im Nachfallbereich Zement eingebracht, damit das Bohrloch verfestigt wird. Ist der Zement erhärtet, wird nach Ostern der entstandene Pfropfen von oben durchbohrt, der Kies ausgespült und weiter gebohrt.

Die aufgetretenen bohrtechnischen Probleme sind durchaus nicht selten und Vergleichbares tritt bei einem sehr großen Prozentsatz aller Bohrungen auf.

Sehr wichtig ist die geologische Erkenntnis, dass es derartige hydrothermal veränderte Zonen in der beobachteten Mächtigkeit in den Gneisen des Odenwaldes gibt.

Röntgendiffraktometrische Analysen des HLNUG zeigen, dass in dieser Zone der Feldspatanteil der Gneise zum Teil in Kaolin umgewandelt ist.

Ähnlich mächtige hydrothermal veränderte Zonen sind zwar aus dem Schwarzwald und aus den Alpen bekannt, wurden aber bislang mangels einer tiefen Bohrung in das Kristallingestein in Hessen noch nicht nachgewiesen. Dieses Wissen ist auch für die Planung weiterer Geothermieprojekte wertvoll, z.B. im Oberrheingraben, wo ähnliche Gesteine in mehr als 3000 m Tiefe anstehen und in Zukunft Gegenstand hydrothermaler oder auch petrothermaler Geothermienutzung sein können.

FREITAG, 09.03.2012 

Am Freitagmorgen betrug die Teufe der Bohrung 396 m. Bis in eine Tiefe von 326 m wurde eine Wechselfolge von Biotit-Schiefern und Biotit-Gneisen durchfahren. Von 321 bis 326 m wurde ein grauer Ton mit Gneisgrus angetroffen, vermutlich die Füllung einer steilstehenden Kluft. Bis 330 m folgen Biotit-Schiefer. Bis 340 m stehen granatführende Chlorit-Biotit-Schiefer an, die Harnischflächen aufweisen können. Es handelt sich hierbei wohl um eine Überschiebungszone. Im Liegenden schließen sich extrem feinkörnige, grünschwarze Gneise an, die bereichsweise ebenfalls Granate aufweisen.

 

FREITAG, 02.03.2012   

Die Bohrung hat jetzt eine Teufe von 297 m erreicht. Der Biotit-Gneis reicht bis in eine Tiefe von 252 m, darunter befindet sich ein granitoider Gneis. Bei 258 m wurde ein pegmatitischer Gang durchteuft. Bis zur Endteufe folgt wieder ein Biotit-Gneis, der mehrere Lagen Biotit-Glimmerschiefer aufweist (z.B. bei 260 m, 276 m und 287 m). Bei 285 m wurde eine kalifeldspatreicherer Gneis angetroffen.

 

MITTWOCH, 29.02.2012

Die Teufe der Bohrung beträgt zurzeit 251 m. Am 27.02. und 28.02. wurde die Bohrung vom Imlochhammerbohrverfahren auf das Lufthebeverfahren umgerrüstet. Geophysikalische Bohrlochmessungen (γ-Ray-Log und Temperatur) wurden vom HLNUG (Herr Schäfer) am 27.02. durchgeführt. Von 192 bis 195 m steht wieder ein kalifeldspatreicher Gneis an. Bis 228 m folgt ein Chlorit-Biotit-Gneis, der von 211 bis 212 m von einem Muskovit-Gneis/Glimmerschiefer unterbrochen wird. Bis 244 m folgt ein granitoider Gneis, ab 245 m wieder ein Biotit-Gneis.

DONNERSTAG, 16.02.2012

Am Donnerstagabend wurde, immer noch im Imlochhammerverfahren, eine Teufe von 191 m erreicht. Bis ca 71 m stehen weiterhin Hornblende-Biotit-Gneise an, darunter folgen Biotit-Gneise, die (spätestens) ab einer Teufe von 87 m auch granatführend sein können. Bereiche mit einem deutlich höheren Anteil an Glimmern sind von 87 bis 89 m sowie zwischen 100 und 108 m zu verzeichnen.  Hier kommen auch Hellglimmer (Muskovit) vor. Von 111 bis 113 m, von 134 bis 137 m sowie von 148-150 m wurden helle, pegmatitische Gesteine durchfahren. Die Biotit-Gneise  enthalten unterschiedliche Anteile an Hornblende und Granat. Teilweise ist der Biotit chloritisiert. Von 148 bis 150 m und von 171-173 m bestehen die Feldspatanteile vornehmlich aus Kalifeldspat (granititscher Gneisgang?). Von 166 bis 170 m wurden Muskovit-Chlorit-Gneise erbohrt.


Dienstag, 14.02.2012

Nach einem Stillstand zwischen 03.02.2012 und 12.02.2012 wegen des starken Frostes sind die Bohrarbeiten am 13.02.2012 wieder aufgenommen worden.

 

Montag, 06.02.2012

Am Freitag ist die Bohrung bis auf 65 m im Imlochhammerverfahren vertieft worden. Bis 34 m unter Ansatzpunkt steht unzersetzter Hornblende-Biotit-Gneis an. Daunter folgen bis 39 m dieselben Gesteine, aber durchsetzt mit feinkörnigen hellen Apliten, die fast nur Quarz und Feldspat enthalten. Außerdem kommen grobkörnige helle Pegmatite vor. Zwischen 39 und 40 m wurde ein stark zersetzter, feinkörniger weicher Bereich durchfahren, stark Glimmer führend. Hier wurde bei der Bohrung ein geringer Wasserzufluss festgestellt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine mylonitische Störungszone. Bis 65 m steht wieder Hornblende-Biotit-Gneis an, zwischen 42 und 44 m mit Pegmatitanteil (wahrscheinlich geringmächtige Gänge) und bei 54 m mit einem extrem feinkörnigen, dunklen, lagigen Mylonit.

 

Donnerstag, 26.01.2012

Am 25.01.2012 wurde die Bohrung bis auf 35 m u. Gelände innerhalb der harten Hornblende-Biotit-Gneise vertieft. Anschließend wurde das Stahl-Sperrrohr Ø 340 mm eingebaut und bis zur Oberfläche zementiert. Diese Maßnahme dient dem Schutz der oberen grundwasserführenden Lockergesteinsabfolgen (quartärer Hangschutt und Gneiszersatzzone) sowie der Stabilität des Bohrlochs. Nach Erhärten des Betons wird ab 31.01. im Imlochhammerverfahren weitergebohrt.


Montag, 23.01.2012

Die Teufe der Bohrung bei Wiederaufnahme der Bohrarbeiten nach dem Wochenende beträgt 27 m. Die Spülproben sind unten abgebildet: Bis 3 m wurde unter der Bodenbildung hellgrauer quartärer Ton (Ablagerungen  des Heubachs) erbohrt. Darunter folgt bis 15 m quartärer Hangschutt; mittel- bis grobsandig, kiesig, in tonig-schluffiger Matrix. Hauptbestandteile bilden gerundete Buntsandsteinbruchstücke und Quarzkörner.

Ab 16 m wurde der schon aus der der Vorbohrung bekannte, stark verwitterte, grusige Hornblende-Biotit-Gneis erbohrt. Bis ca. 18 m neigte das Bohrloch immer wieder zu starkem Nachfall. Deswegen wurde bis 18,75 m eine Hilfsverrohrung (Ø 473 mm) mitgeführt. Der Verwitterungsgrad nimmt zur Tiefe hin ab und ab 26 m steht unzersetzter Hornblende-Biotit-Gneis an. Das im Lufthebe-Verfahren erbohrte Bohrklein ist sehr hart, bricht splittrig und ist bis zu 2 cm groß.

In den kommenden Tagen wird mit einem Durchmesser von 444 mm bis 35 m weiter gebohrt. Dann wird in das Bohrloch ein Stahl-Sperrrohr (Ø 340 mm) eingebaut und bis zutage zementiert. Aus diesem fest verrohrten Bohrloch heraus wird anschließend die Bohrung mit einem Bohrdurchmesser von 305 mm fortgeführt.

DIENSTAG, 17.01.2012

In der zweiten Januarwoche erfolgte nach den Weihnachtsferien der Antransport verschiedener Gerätschaften für die Bohrung, u.a. Kompressoren und Verrohrungsmaterial. Die Bohrung wurde am 12.01.2012 begonnen und befindet sich zurzeit auf einer Teufe von 14 m, nachdem die quartäre Überdeckung (Fließerde und Hangschutt) mit Buntsandsteinbruchstücken durchbohrt wurde. Bei diesen locker gelagerten Gesteinen ist es notwendig, eine temporäre Hilfsverrohrung (Ø 473 mm) mitzuführen, um einen Nachfall zu verhindern und Wasser führende Schichten abzusperren. Ein einzementiertes Standrohr (Ø 340 mm) wird dann nach Erreichen des harten, standfesten Hornblende-Biotit-Gneises eingebaut werden.

 

DONNERSTAG, 22.12.2011

Am 22.12.2011 wurde durch die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich in Heubach bei Groß-Umstadt die 800 m tiefe Bohrung der ersten hessischen Anlage zur Nutzung der Tiefengeothermie in Betrieb genommen. Das vom Hessischen Umweltministerium (HMUKLV) zu einem großen Anteil finanzierte Forschungs-und Demonstrationsprojekt des Energieversorgers HSE soll beispielhaft die Beheizung und Kühlung eines mittelständischen Industriebetriebes mit einer tiefen koaxialen Erdwärmesonde im Verbund mit herkömmlichen oberflächennahen Erdwärmesonden behandeln. Das HLNUG begleitet das Projekt im Auftrag des HMUKLV als fachlicher Berater zu allen Fragen der Geologie. Bei der Inbetriebnahme am 22.12. gaben Beschäftigte des HLNUG Interviews im Hörfunkprogramm hr 1 des hessischen Rundfunks in den Sendungen „Prisma“ und „Start“ sowie in der Fernsehsendung „Hessenschau“.