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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Die Steinwand - die höchste Felswand Hessens

Die Steinwand (645,9 m ü. NN) ist die höchste Wand der Rhön, ja sogar Hessens und eine der beeindruckendsten Klippen der Hessischen Rhön. Im Wald gut versteckt, ist sie von der Straße nicht sichtbar. Die knapp 600 m lange und maximal 25 m hohe Felswand besteht aus einem säulig aufgebauten Phonolith, wobei die steil stehenden Säulen beachtliche 2,5 m Durchmesser erreichen. Als Säulenwand mit kleineren Lücken, begleitet von einer kurzen Schürze aus grobem Blockschutt, ist die Felsformation nur auf ihrer Südostseite ausgebildet. Auf ihrer Nordwestseite breitet sich ein Blockschuttfeld aus, von wenigen Felsgruppen der Steinwand überragt, so dass man beim Begehen dieses Wegabschnittes vor allem auf deren Säulenköpfe (am Top) schauen kann. Kleine Aufschlüsse entlang der südlich der Steinwand nach Westen führenden Forststraße belegen auf weiteren 200 m (geophysikalisch bestätigt), dass durch das Blockschuttfeld der überwiegende Teil des rd. 880 x 330 m in Südwest–Nordost-Richtung verlaufenden Phonolith-Vorkommens verdeckt wird, sodass dieses von seiner Ausdehnung zu den größeren in der Rhön gezählt werden muss.

Für die Interpretation des Vorkommens findet man in der Ausbildung der Säulen wichtige Ansätze. Die Orientierung der Säulen deutet eine Schüssel an, d.h. eine Wölbung des magmatischen Körpers nach unten. Besonders deutlich wird dies am Südwestende des Klippenzuges. Hier belegen nach außen geneigte Säulen diese Form. Passend hierzu neigen sich am Nordost-Ende der Klippen die Säulen nach Nordosten und passen somit in das Bild einer Schüssel.

 

Das dichte, im frischen Zustand grünlichgraue und angewittert hellgraue Gestein des Nephelin-Phonoliths der Steinwand zeigt unter dem Mikroskop ein typisches trachytisches Grundmassengefüge der Alkalifeldspäte, wobei die mehrere Millimeter großen, fluidal eingeregelten Einsprenglinge der Alkalifeldspäte in engem Abstand quer zerbrochen sind (Abb.).

Die Steinwand stellt auf ihrer Ost-Seite ein Paradies für Kletterer mit Routen unterschiedlicher, auch hoher Schwierigkeitsgrade dar. Sie ist als einzige Felsgruppe in der Rhön zum Klettern ausgewiesen und entsprechend stark frequentiert. Von Westen führen jedoch einfache Pfade durch Blöcke und Gebüsch, auf denen der Wanderer ohne größere Mühe den Top der Steinwand erreichen kann.

Man erreicht die Steinwand über die L3330 von Poppenhausen (Wasserkuppe) nach Kleinsassen. Etwa 1,5 km nördlich der Kreuzung mit der B458 zweigt vor dem Gasthof „Zur Steinwand“ ein Weg nach Südwesten ab, der nach 50 m zu einem Parkplatz führt. In der Verlängerung dieses Weges trifft man nach wenigen Metern auf einen Waldweg, der nach Südsüdwest (links) rund um die Felsgruppe der Steinwand führt.

Geotop-Nummer: 5425-9

TK 25: 5425 Kleinsassen

Lage: R: 35 61 280, H: 55 98 740 (9.864583°, 50.522917°).

Regierungsbezirk: Kassel

Landkreis: Fulda

Gemeinde/Ortsteil: Poppenhausen (Wasserkuppe) - Steinwand

Status: Naturdenkmal

Das hier vorgestellte Geotop ist dem Geotop-Führer „Die Hessische Rhön, Geotope im Land der offenen Fernen“ entnommen. Der Band kann über den Vertrieb des HLNUG bestellt werden entweder

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