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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Die Forschungsbohrung Jügesheim

Die Bohrlokation liegt im zentralen Bereich der Hanau-Seligenstädter Senke - einem Grabensystem, dessen Füllung im Wesentlichen aus tertiären sowie quartären Lockersedimenten besteht.

Die Ergebnisse der Bohrung sind von großem geologischem Interesse, da 2005 mit der geologischen Neubearbeitung des Blattes 5919 Seligenstadt der GK 25 von Hessen begonnen wurde. Geologische Informationen über den tieferen geologischen Untergrund sind bisher nicht vorhanden. Gerade im Bereich östlich von Jügesheim stellen sich verschiedene Fragen zum lithostratigraphischen Aufbau der Sedimente. Die Bohrung soll die pleistozänen fluviatilen Sedimente des Mains sowie das (limnisch)-fluviatile Pliozän vollständig durchteufen. Als Zielhorizont muss das Miozän erreicht werden, welches voraussichtlich in einer Teufe von 70 bis 100 m ansteht.

Neben den Informationen über den Gesteinsaufbau werden Daten zum hydrogeologischen Aufbau des Untergrundes erwartet. Im Bohrloch und an den Bohrkernen sollen Tests zu Fragen der geothermischen Wärmeleitfähigkeit der Sedimente durchgeführt werden, um Kennwerte zur spezifischen Entzugsleistung zu erhalten.

Bohransatzpunkt (BAP)

ca. 1,2 km NE´ von Rodgau-Jügesheim (siehe Lageplan)

Blatt 5919 Seligenstadt etwa R 3492950  H 5544240, Höhe: ca. NN + 132 m

Schichtaufbau (voraussichtlich)

  • 0 bis 1m unter BAP; oberpleistozäne äolische Sande (kalkfrei) bis ca. 30 m unter BAP; mittel- und unterpleistozäne Terrassensedimente des Mains (kalkfrei).
  • Die Sedimente bestehen aus Sanden und kiesigen Sanden. Darin eingelagert können Tone und Schluffe mit Mächtigkeiten von bis zu 3 m auftreten. An der Terrassenbasis evtl. auch gröbere Kiese bis Steine.
  • 30-70 m ? (evtl. tiefer) unter BAP; pliozäne fluviatile bis limnisch fluviatile Sedimente (kalkfrei). Die Sedimente bestehen aus Sanden und schluffigen Sanden, in die zum Teil mehrere Meter mächtige Tone eingelagert sind. Eher untergeordnet können Kiese auftreten.
  • ca. 70 bis 80 m unter BAP; miozäne Sande, Lehme und Tone sowie zum Teil Mergel (kalkfrei oder karbonatisch)  

Endteufe

rd. NN 52 m, d.h. rd. 80 m Bohrteufe, das Pleistozän und Pliozän muss durchteuft werden, das Liegende Miozän soll einwandfrei bestimmbar sein.