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Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Jahreszeiten – Geotope: Frühling 2009

Klingsteine in der Kuppenrhön: Der Teufelstein

Der Teufelstein (729 m) bei Poppenhausen (Wasserkuppe) ist eine der schönsten Klippen der Hessischen Rhön. Westlich der B 458 von Fulda nach Hilders bei Grabenhof gelegen, lässt er sich von den Parkplätzen Maulkuppe und Grabenhöfchen leicht erwandern.


Der Teufelstein stellt einen 200 m langen, aus dem Solling-Sandstein des Mittleren Buntsandsteins heraus präparierten, gangförmigen nephelinitischen Phonolith-Körper mit nuss- bis kopfgroßen Einschlüssen von Glimmer- und Hornblendeschiefer dar. Der Teufelstein hat einen von Nordwesten nach Südosten gerichteten Verlauf und ist nach Süden bis zur B 458 zu verfolgen. Seine Ausrichtung scheint tektonisch vorgegeben zu sein, sitzt er doch einer in dieser Richtung verlaufenden Störung auf.

 

Romantiker nennen die Rhön das „Land der offenen Fernen“. Denn – eher untypisch für deutsche Mittelgebirge – ist die Rhön nur zu einem Drittel bewaldet, so dass es von vielen Kuppen einen guten Ausblick über unterschiedliche Landschaftsformen gibt, die sich aus dem differenzierten geologischen Aufbau der Rhön ergeben. Etwa 200 Mio. Jahre alte Fluss- und Meeresablagerungen, durch Verwitterungsvorgänge modelliert, wurden zwischen etwa 25 und 11 Millionen Jahren vor heute durch eine starke, mehrphasige vulkanische Aktivität überprägt, um danach wiederum durch klimatische Einflüsse in ihrer Morphologie umgestaltet zu werden.

Mit den flachwelligen Hochflächen, kuppenförmigen Einzelbergen und tief eingeschnittenen Tälern gliedert sich die Mittelgebirgslandschaft der Rhön heute in die drei Landschaftstypen Rhönvorland, das aus Sand- und Kalksteinen des Erdmittelalters aufgebaut ist (mittlere Höhe um die 500 m), Kuppenrhön, in der durch Abtragung der umgebenden Gesteine vulkanische Förderschlote als „Kegel“ herauspräpariert wurden (z.B. Milseburg, Maulkuppe oder Stellberg; mittlere Höhe 650–835 m) und Hohe Rhön, die fast ausschließlich aus vulkanischen Gesteinen besteht, die in ihrem östlichen Bereich, z.B. auf der Wasserkuppe, meist noch als flächenhaft zusammenhängende Basaltdecken vorhanden sind (mittlere Höhe 800–950 m). Bedingt durch die Landschaftsgeschichte, insbesondere aber die starke Verwitterungsresistenz der vulkanischen Gesteine, sind in der Rhön heute neben dem Teufelstein noch viele weitere sehenswerte Geotope erhalten.

Phonolith, griech., heißt „Klingstein“: Schlägt man eine Phonolithplatte mit einem Stück Holz an, so erklingt ein heller Ton. Im Gegensatz zum schwarzgrauen Basalt ist Phonolith ein grünlich-graues Gestein. Es verwittert zu Platten und Blöcken. Die Verwitterungsflächen haben eine etwa 2 mm dicke grauweiße Rinde. Dies fällt besonders auf dem Gipfel der Milseburg auf, wo das Gestein in der Sonne hell leuchtet. Bei jedem Schritt über den lockeren Schutt dieses Gesteins klingt es, als trete man in einen Scherbenhaufen.

Teufelstein (729 m) in der Rhön
Geotop-Nummer: 5425-8
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Stadt/Gemeinde: Poppenhausen (Wasserkuppe)
Topografische Karte: TK 25, Blatt 5425 Kleinsassen
Koordinaten (Gauß-Krüger): Rechtswert: 35 63 440 / Hochwert: 55 98 480