Kritische Rohstoffe
Als „kritisch“ sind Rohstoffe anzusehen, die für Wirtschaft und Industrie von essentieller Bedeutung sind, deren Versorgung jedoch aufgrund hoher Importabhängigkeit, Konzentration der Vorkommen auf wenige Länder oder fehlender Ersatzstoffe mit erheblichen Risiken verbunden ist. Sie sind essenziell für Schlüsselindustrien wie Digitalisierung, Energieerzeugung (z.B. Batterien, Windkraft) sowie Luft- und Raumfahrt, weshalb eine sichere und nachhaltige Versorgung angestrebt wird.
Critical Raw Materials Act (CRMA)
Der Critical Raw Materials Act ist eine EU-Verordnung vom 11. April 2024, welche einen Rahmen für die sichere und nachhaltige Versorgung der Mitgliedsstaaten mit kritischen Rohstoffen schaffen soll.
Ziel ist es, die Abhängigkeit von unsicheren oder monopolisierten Drittstaaten zu verringern, indem die EU die heimische Rohstoffgewinnung und -verarbeitung fördert, Lieferketten diversifiziert und Recycling ausbaut. Damit stärkt der CRMA die Versorgungssicherheit und Resilienz der europäischen Wirtschaft gegenüber globalen Risiken.
Nationales Explorationsprogramm:
Am 24. Juni 2025 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das „Nationale Explorationsprogramm der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Critical Raw Materials Act (CRMA)“ um die Umsetzung der Vorgaben des CRMA in Deutschland zu regulieren. Dieses sieht vor, dass sich Explorationsvorhaben in Deutschland zunächst auf die Metalle Lithium und Kupfer, sowie die Beiprodukte aus deren Abbau fokussieren.
Kritische Rohstoffe in Hessen:
In Hessen bestehen derzeit bereits Projekte zur Exploration beider Metalle.
Im Industriepark Frankfurt-Höchst betreibt die Firma Vulcan Energy Resources GmbH eine Pilotanlage zur Gewinnung von Lithium aus Tiefenwässern des Oberrheingrabens, welche bei Landau in der Pfalz gefördert werden. Perspektivisch soll hier eine zentrale Lithium-Anlage im industriellen Maßstab entstehen, um Lithium für die europäische Batterie- und Automobilbranche bereitstellen zu können.
Kupfer und Begleitmetalle werden im Richelsdorfer Gebirge im Projektgebiet „Feld Tannenberg“ in Nordosthessen durch die Firma GreenX Metals Ltd auf ihre Abbauwürdigkeit hin überprüft. Dazu werden zunächst die vorhandenen Daten des historischen Kupferschieferbergbaus aus der Region ausgewertet. Das HLNUG leistet hierzu einen wertvollen Beitrag, indem es die Bohrkerne der Explorationsbohrungen aus den späten 1960er bis frühen 1970er Jahren in seinen Bohrkernlagern vorhält und zur Beprobung und Analyse nach neusten Methoden der Wissenschaft zur Verfügung stellt.

Kupferschiefer

